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Seewis
15.01.2022
15.01.2022 10:54 Uhr

Nina Gansner: «Der Wandel als einzige Konstante»

Bild: zVg
Zum neuen Jahr wollten wir es genauer wissen und haben allen Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten in der P&H-Region ein paar Fragen zukommen lassen. Wir wollten ihnen so die Möglichkeit geben, für einmal direkt mit dem Volk zu sprechen und einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen. Als bereits Vierzehnte zu Wort kommt die Seewiser Gemeindepräsidentin Nina Gansner.

Was wünschen Sie sich für Ihre Gemeinde im kommenden Jahr?
In erster Linie wünsche ich allen Seewiserinnen und Seewisern ein friedvolles Jahr voller Zuversicht, Zufriedenheit und Gesundheit – oder im aktuellen Sprachgebrauch: 3G = Gesundheit, Glück und Gelassenheit! Eigentlich könnte man auch 4G daraus machen und «Grundvertrauen» dazufügen. Denn nur mit einem gesunden Polster an Grundvertrauen ist die Gestaltung einer Gemeinschaft möglich. Ich habe Vertrauen darauf, dass wir als Dorfgemeinschaft gemeinsam und gestärkt aus dieser Krise herauskommen, und dass die die aktuelle Situation eine Chance für die Gesellschaft ist, sich zukünftig wieder vermehrt aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Was ist die grösste Herausforderung, die ansteht?
Der Gemeinde Seewis geht es glücklicherweise ganz gut – aber sie ist sich bewusst, dass «der Wandel die einzige Konstante» ist. Daran arbeiten die Behördenmitglieder und die Mitarbeiter der Gemeinde Seewis täglich mit grosser Motivation und Engagement. Kontakte und der Austausch mit Nachbarsgemeinden, der Region, sowie mit privaten und öffentlichen Organisationen sind uns wichtig, weil viele Herausforderungen als verhältnismässig kleine Gemeinde nur gemeinsam angegangen werden können.

Für alle Gemeinden in der Region wie auch im ganzen Kanton Graubünden besteht eine aktuell grosse Herausforderung in der Raumplanung beziehungsweise in den anstehenden Revisionen der Ortsplanungen – so auch für unsere Gemeinde. Mit dem Kommunalen Räumlichen Leitbild KRL haben wir vor zwei Jahren die Leitlinien, Ziele, Strategien und Umsetzungsmassnahmen für die künftige Gemeindeentwicklung festgelegt. Es wurden Stossrichtungen und Handlungsanweisungen für die Siedlungsentwicklung und weitere damit verbundene Themen wie Entwicklung nach innen, Siedlungserneuerung, Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung, Freiräume und Verkehrsinfrastrukturen festgelegt. Seither arbeiten wir intensiv an der Revision der Ortsplanung, bei der entsprechende Massnahmen auch grundeigentümerverbindlich festgelegt werden müssen. Im 2022 wollen wir der Genehmigung der Ortsplanungsrevision einen grossen Schritt näherkommen.

Aber natürlich dreht sich nicht alles um die Raumplanung – auch andere wichtige Projekte für die Gemeinde und ihre Bevölkerung werden weiterverfolgt und angegangen. Zu nennen ist da als eines von vielen die Erneuerung der nicht nur eigens für unsere Gemeinde wichtigen Tourismusorganisation.

Was gefällt Ihnen an ihrer Aufgabe als Gemeindepräsident:in am besten?
In meiner bisherigen Amtszeit als Gemeindepräsidentin von Seewis sind mir das «Narzissendorf» und seine Dorfgemeinschaft noch weiter ans Herz gewachsen. Die Zukunft unseres Dorfes aktiv mitgestalten zu können, bedeutet eine grosse Verantwortung – macht aber gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen und den anderen Behördenmitgliedern grosse Freude. Zudem ist der Austausch mit der Bevölkerung, anderen Gemeinden, dem Kanton und den vielen Institutionen und Verbänden äusserst spannend und befriedigend.

Wo sehen Sie in Ihrer Gemeinde noch Handlungsbedarf?
Auch hier ist der Wandel wohl die einzige Konstante – oder anders gesagt: es besteht immer irgendwo Handlungsbedarf. Es geht darum, laufend die Richtung anzupassen für die bestmögliche Weiterentwicklung unserer Gemeinde. Wir sind bestrebt, Versorgungs- und Infrastrukturangebot für alle Generationen sicherzustellen und unsere Siedlungsgebiete im Dorf und im Tal sollen mit Begegnungsräumen für Jung und Alt aufgewertet werden. Die Gemeinde will den Erhalt der diversen Betriebszweige in unserem Dorf erhalten und günstige Voraussetzungen für deren Weiterentwicklung schaffen.

Was unternimmt Ihre Gemeinde, um auch junge Familien anzulocken?
Es geht nicht in erster Linie darum, junge Familien anzulocken, sondern die Position als attraktive, familienfreundliche Wohn- und Arbeitsgemeinde weiterhin zu stärken. Unsere Gemeinde weist bereits jetzt sehr hohe Standortqualitäten auf. Mit der guten Erreichbarkeit sowie attraktiven Überbauungsmöglichkeiten besteht weiterhin die Chance, dass vermehrt Familien zuziehen. Auch das bestehende Image als Erholungsort kann künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Als Ausgleich zum städtischen «schnellen» Leben werden vermehrt ruhige und naturverbundene Angebote nachgefragt.

Was macht Ihre Gemeinde so einzigartig?
Der Bergfrühling in Seewis ist einzigartig durch das Naturschauspiel, wenn die weissen Narzissen ihre Blütensterne öffnen und die Hänge unterhalb des Vilans wie frisch verschneit erscheinen lassen. Unser schönes Dorf besticht aber auch während allen anderen Jahreszeiten als authentisches und charakterstarkes, aber trotzdem weltoffenes Prättigauer Dorf in der herrlichen Bergwelt des Rätikons. Die Offenheit der Dorfgemeinschaft von Jung bis Alt sowie die ausgesprochen sonnige und gut erschlossene Lage machen Seewis wirklich einzigartig – überzeugen Sie sich doch selbst davon und besuchen Sie uns!

Christian Imhof