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Leserbrief
Leserbriefe
18.01.2022
18.01.2022 14:36 Uhr

Melioration Strassen Fanas

Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Andrea Loretz, Fanas

Wo führt der Weg No. 13 noch hin?

Zurück kommend auf die Berichterstattung in der P&H-Zeitung vom 14. August 2021 sowie vom 29. Dezember 2021 erlaube ich mir nachfolgendes festzuhalten.

In der Berichterstattung vom 14. August 2021 hält der Präsident der Meliorationsgenossenschaft Fanas fest, dass ein Leserbriefschreiber die Aussage gemacht habe, die Brücke übers Fatanstobel koste 1,15 Millionen Franken, was nicht stimme. Der Präsident möge doch bitte nachlesen, welche Zahl in seinen Infoblättern vom 26. Oktober 2021 und 21. Juli 2021 steht.

Eine stolze Zahl um ein «Bergbächli» zu überqueren. Rund 100 m weiter oben kann man das Bächli zu Fuss überqueren. Einfach erstaunlich, wie viele Funktionäre, die an diesem Projekt mitarbeiten, schon mit Gedächtnislücken zu kämpfen hatten und vermutlich auch weiterhin noch haben werden.
Die Frage nach den bisher getätigten Ausgaben für die bisherige Bautätigkeit wurde an der GV vom 13. März 2020 nicht beantwortet. Ob die erhöhten à-conto-Perimeter-Zahlungen die beschlossenen 12 Millionen Franken abdecken oder die andererseits prognostizierten 18 Millionen Franken und mehr ist auch nicht geklärt. Diese GV wurde infolge der Corona-Pandemie noch mit Notrecht durchgeboxt. Anwesende inkl.Vorstand 13. Der Vorstand wollte unbedingt Rechenschaft ablegen. Im Jahre 2021 wurde infolge dieser Pandemie keine GV abgehalten. Zu diesem Zeitpunkt wurden im Prättigau schon Gemeindeversammlungen mit und ohne Masken durchgeführt. Wollte der Vorstand nicht mehr Rechenschaft ablegen? Wie wird das in diesem Jahr sein? Es stehen ja auch noch Wahlen an.

Werter Präsident. Anlässlich unseres Telefonats vom Frühjahr 2021 hast du mir gesagt, dass man bisher knapp 6 Millionen ausgegeben habe und man an diesem Weg weiterbauen werde. Wird dieser nicht in den Abgrund führen? Es sind ja erst wenige Kilometer von den 17 bis 23 Kilometern fertig gestellt worden und das ohne Brücke. Und dann? Dürfen, bzw. müssen wir Genossenschafterinnen und Genossenschafter in wenigen Jahren einem Zusatzkredit von vielen Millionen Franken zustimmen oder ablehnen. Welche Rolle spielt das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG), welches die jährlichen Baukredite spricht und die Abrodungen prüfen sollte? Die Vorwarnung obigen Amtes, wie es der Präsident der Mel.-Genossenschaft in der P&H vom 29. Dezember 2021 festhält, zukünftig kleinere Bauvolumen zu bewilligen, könnte doch im Klartext heissen, dass wir nicht wie vorgesehen während 12 bis 15 Jahren Perimeter bezahlen, sondern viele Jahre mehr. Bsp. 15 Jahre à 3000 Franken = 45000 Franken Perimeter; 25 Jahre à 3000 Franken = 75000 Franken Perimeter. Damit wären wir bei der Antwort der noch offenen Frage: 12 oder 18 Millionen Franken und mehr, doch etwas näher gerückt! Wie viele Fachleuten arbeiten an diesem Projekt mit?

Im ersten Baujahr (2016) wurde ein Teil eines Weges 50 cm zu schmal gebaut. 2020 bei einem anderen Weg, 50 cm zu breit. Wo war da die vom Präsidenten hochgelobte Bauleitung des Ingenieurbüros «fürem Schloss»? Weshalb konnte der Fachmann vom ALG, dem Ingenieurbüro und den Vorstandsmitgliedern, die jeweils die gebauten Strassen im Herbst abnehmen, solche und viel grössere Fehler nicht erkennen? Welche Rolle spielt das zuständige Departement, welches über die Vorkommnisse bestens informiert wurde? Transparenz wird offensichtlich nicht immer gross geschrieben.

Die grenzenlose Zuversicht des Vorstandes seit bald zehn Jahren, dass es nächstes Jahr besser gehen möge, mag ich schon lange nicht mehr glauben. Dazu bräuchte es dringend einige neue Funktionäre, das heisst Fachleute. Meine Empfindungen sagen mir, dass viele an diesem Projekt Beteiligte ihr Augenmass verloren haben. Es wäre jetzt Zeit, dass der Grosse Rat eine Untersuchung einleiten sollte. Ich bedanke mich bei allen, die gute Arbeit geleistet haben.

Korrigenda

Im Leserbrief von Andrea Loretz, welcher in der Ausgabe vom 15. Januar 2022 erschienen ist, hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Er schreibt dort folgende Zeilen: «Welche Rolle spielt das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG), welches die jährlichen Baukredite spricht und die Abrodungen prüfen sollte?» Das ALG ist aber nicht zuständig für die Kontrolle von Abrodungen, wie Loretz nachträglich meldet. Wir entschuldigen uns für das Missverständnis.

Andrea Loretz