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Fläsch
22.01.2022

René Pahud: «Es lebten noch nie so viele Kinder im Dorf wie heute»

Bild: zVg
Zum neuen Jahr wollten wir es genauer wissen und haben allen Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten in der P&H-Region ein paar Fragen zukommen lassen. Wir wollten ihnen so die Möglichkeit geben, für einmal direkt mit dem Volk zu sprechen und einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen. Als bereits Fünfzehnter zu Wort kommt der Fläscher Gemeindepräsident René Pahud.

Was wünschen Sie sich für Ihre Gemeinde im kommenden Jahr?
Das was sich wohl alle wünschen, einfach wieder ohne Einschränkungen durchs Leben gehen, Veranstaltungen ohne Auflagen durchführen - die Normalität zurückerhalten.

Was ist die grösste Herausforderung, die ansteht?
Wie in vielen andere Gemeinden in der Schweiz, so arbeitet auch Fläsch intensiv an der Teilrevision der Ortsplanung. Dabei gibt es einige Aspekte, welche schwierig zu entscheiden sind, so zum Beispiel ob wir in Fläsch weiteres Bauland einzonen wollen oder nicht. Und je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, an welchem Ort dies, für eine optimale Entwicklung des Dorfes, am Idealsten wäre. Etwas das man eigentlich nur ‘falsch’ machen kann, bei so vielen Einzelinteressen und Ansichten.

Was gefällt Ihnen an ihrer Aufgabe als Gemeindepräsident am besten?
In einem kleinen und überschaubaren Dorf kann man noch etwas bewegen, kann man Dinge ins Rollen bringen und sich noch direkt für die Sache einsetzen – bekommt dann natürlich ebenso direkt die Rückmeldung, aber das ist genau das Interessante an dieser Aufgabe.

Wo sehen Sie in Ihrer Gemeinde noch Handlungsbedarf?
In Fläsch stehen einige Infrastrukturprojekte an und persönlich hoffe ich, dass wir beim Thema «Begegnungszonen» im Dorf letztlich auch wirklich etwas umsetzen können.

Was unternimmt Ihre Gemeinde, um auch junge Familien anzulocken?
Da in Fläsch in absehbarer Zeit kein Bauland verkauft wird und kaum Wohnungen frei sind, sind wir weniger in der Position Familien «anzulocken». Zum Glück haben wir in Fläsch eine gute Durchmischung von Jung und Alt. Es lebten noch nie so viele Kinder im Dorf wie heute, was wir bereits an den Klassengrössen in der Primarschule spüren.

Was macht Ihre Gemeinde so einzigartig?
Ich denke da spontan zuerst an viel Sonne und die einmalige Lage am Fuss vom Fläscher Berg, oder die engen Gassen, oft noch eingefasst von alten Mauern und dann im Gegensatz die Weite der Reben. Ein weiterer Aspekt der Fläsch einzigartig macht, ist das Ergebnis der letzten Ortsplanung von 2008. Damals hat man in einem sehr aufwendigen Landabtauschprozess dafür gesorgt, dass die Rebflächen im Dorf auch heute noch da sind und dieses spezielle «Raumgefühl» vermitteln, weil diese Flächen heute und auch in Zukunft nicht bebaut werden können. Bekanntlich wurde Fläsch für diese Ortsplanung der Wakkerpreis vergeben, verdient wie ich meine, denn damit können wir in Fläsch dem künftigen Druck der «Verdichtung gegen innen» weitgehend standhalten und den Charakter von Fläsch, oder eben dessen Einzigartigkeit, langfristig erhalten.

Christian Imhof