Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Kanton
21.01.2022
21.01.2022 12:37 Uhr

Fall Vincenz: «Umstrittene Verstrickung» in die Region

Unter strengster Beobachtung: Das Geschäftsleben von Pierin Vincenz.
Unter strengster Beobachtung: Das Geschäftsleben von Pierin Vincenz. Bild: Bild Keystone
Kurz vor Prozessbeginn rund um Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat das SRF eine «umstrittene Verstrickung» ausgemacht, die ins Sarganserland reichen soll.

Wie es in einem Artikel vom Mittwoch auf der Webseite von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) heisst (siehe hier), hätten SRF-Recherchen rund um den Fall Vincenz eine weitere «umstrittene Verstrickung» zutage gebracht. Konkret habe das familiäre Umfeld des Anwalts, über den die Zahlungen der Spesen der Chefetage liefen, von einem Sponsoring profitierte. Das besagte «familiäre Umfeld» ist augenscheinlich im Sarganserland domiziliert.

 Ein Punkt der Anklage gegen Vincenz sind die privaten Spesen, die sich der ehemalige «Raiffeisen»-Chef von der Bank auszahlen liess. Für die Kontrolle der Rechnungsflüsse der Spesen, Boni und Löhne der ehemaligen Geschäftsleitung in den Jahren 2001 bis 2017, war Eugen Mätzler, ein externer Anwalt, zuständig.

Möglicherweise heikle Verbindung

Wie das SRF schreibt, habe Raiffeisen der Nichte von Eugen Mätzler, einer Golfspielerin, in den Jahren 2011 bis 2016 Sponsoringgelder von mutmasslich über 200 000 Franken gezahlt. Raiffeisen habe gemäss SRF das Sponsoring bestätigt, wolle sich aber zur Höhe der Summe und den Details nicht äussern. Die Zahlungen ins familiäre Umfeld des Anwalts seien zwar legal, schreibt SRF, sie würden aber Fragen zur Corporate Governance aufwerfen.

Im Bericht wird der Vorgang unter anderem von einer Rechtsprofessorin als heikel bezeichnet. Auch Urs Klingler, Experte für Vergütungen und Corporate Governance, äussert sich im Artikel skeptisch: «Es ist zwar üblich, dass viele Firmen ihre Zahlungen für die Geschäftsleitung auslagern. Wenn dann zwischen diesen Partner aber noch ein Sponsoring im Spiel ist, wirft das Fragen auf.» Er würde das als heikel bezeichnen.

Wie es auf SRF weiter heisst, sei der Auftrag für das Sponsoring gemäss einem Insider von Pierin Vincenz erteilt worden. Eugen Mätzler selber habe auf Anfrage von SRF gesagt, er habe mit dem Sponsoring nichts zu tun gehabt. Der Betrag sei nicht auf sein Konto geflossen. 

sardona24/Vilan24