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Leserbrief
Leserbriefe
21.01.2022

Meinungsbildung durch Jahrzehnte dank Medienförderung

Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Kaspar Schuler, Malans

Als ich 1979 mein Arbeitsleben hier in Graubünden begann, war das in Furna, als Senn auf dem Büdemji. Als gut Zwanzigjähriger aus dem Unterland war mir einiges fremd, und so sog ich alles auf, was es zu lernen gab. Zuerst die Grundlagen der Alpkäserei am Plantahof bei Duosch Regi. Anschliessend öffneten mir die Gespräche mit Alpmeister Hans Tanner, den Bauern Johannes Rupp und Johannes Egli sowie der philosophische Weitblick von Bendi Burger die Augen für eine vielfältige, alpine Bergbauernwelt.

Doch da man auf Scära und dem Furner Berg zwar auch geographisch weit blicken, aber von der Alp nicht weg kann, lernte ich das Leben und den politischen Diskurs im Prättigau und darum herum lesend kennen, dank dem P&H und der Bündner Zeitung, dem Tagblatt und dem Bündner Bauer. Nicht, dass ich nur einverstanden oder gar begeistert über deren Berichterstattung war – mir fehlte der Aufbruchsgeist darin – doch Graubünden in seinen Facetten tat sich mir Seite für Seite auf.

Heute, im Zeitalter von Gratisnachrichten auf 1001 Internet-Kanälen, ist erstaunlich, dass es diese Medien noch gibt. Google, Facebook und Co. saugen ihnen die Werbung ab. Dass wir hier weiterhin erfahren können, was in einem anderen Bündner Tal geschieht und dort erörtert wird, das haben wir nicht zuletzt der Medienförderung des Bundes zu verdanken. Sie soll für die nächsten sieben Jahre aufgestockt werden. Aus einem triftigen Grund: In der Demokratie entsteht Meinungsbildung durch Meinungsvielfalt. Und diese wiederum braucht Orte, wo die politische Diskussion sich bündeln und öffentlich stattfinden kann. Darum braucht’s das Ja zur Medienförderung am 13. Februar.

zVg