Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Kanton
25.03.2022

Delegiertenversammlung GastroGraubünden

Bild: zVg
An der 108. Delegiertenversammlung von GastroGraubünden in Davos bilanzierte der Verband für Hotellerie und Gastronomie die zwei Coronajahre, skizzierte in einem Branchentalk konkrete Abhilfen gegen den Fachkräftemangel und fühlte den Bündner Regierungskandidaten auf den Zahn.

Bilanz aus zwei Jahren Covid-19-Krise

Trotz weltweiter Pandemie verzeichnete Graubünden 2021 nahezu einen Rekordsommer. Mit 2.7 Mio. Logiernächten lag dieser nur 70'000 unter dem Top-Sommer von 2008 und war damit der zweitbeste seit 24 Jahren. Auch die Wintersaison wird mit einem Spitzenresultat enden. Die touristischen Leistungsträger und Gastgeber waren bestens vorbereitet. Vor allem in den klassischen Ferienregionen profitierten Betriebe stark davon, dass im nahen Ausland restriktive Massnahmen galten. Diese trugen dazu bei, dass Gäste aus dem Inland und aus grenznahen Kernmärkten ihre Ferien vermehrt in der Schweiz und in Graubünden buchten.

Etwas anders sieht die Bilanz von Betrieben zwischen Thusis, Chur und Landquart aus. Im Fünfjahresvergleich gab es bei den Logiernächte in Chur im Winter 2020/21 ein Minus von über 50 Prozent, im Sommer 2021 betrug der Rückgang 10 Prozent. Die Restaurants der Stadt Chur und ihrer Umgebung erlitten seit November Umsatzverluste zwischen 20 bis 50 Prozent. Einer der Hauptgründe hierfür war die Home-Office-Pflicht. Auch Kongresshotels und Gruppenunterkünfte erlebten nochmals einen Winter mit erheblichen Umsatzverlusten.

Während der Krise stand GastroGraubünden den Mitgliedern mit Rat und Tat zu Seite und setzte sich enorm für ihre Interessen ein. Etwa mit 99 Newslettern, einem Sitzstreik in Chur und einem offenen Brief an den Bundesrat. Zu erwähnen sind auch Online-Hilfsangebote, Kommunikationskampagnen und vieles mehr.

«Wir sind froh und dankbar, dass Graubünden gut durch die Krise gekommen ist und dass die Kantonsregierung betroffene Betriebe mit einem Härtefallprogramm weiter unterstützt», sagt Franz Sepp Caluori, Präsident von GastroGraubünden. Dass Graubündens Härtefallregelung zu den besten der Schweiz gehört, ist hauptsächlich der erfolgreichen Zusammenarbeit von Regierungsrat Marcus Caduff und dem Geschäftsführer und Präsident von GastroGraubünden zu verdanken.

Unterstützung für Ukraine-Flüchtlinge

GastroGraubünden zeigt sich tief betroffen vom entsetzlichen Leid des ukrainischen Volks und der Zerstörung seines Landes. Hotellerie und Gastronomie sind bereit, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Um sie zu unterstützen, bietet die Branche Sprachkurse und Bildungsprogramme an in den Bereichen Service, Küche und Hauswirtschaft.

Behebung des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel war schon vor Corona die schwierigste Herausforderung. Durch die Pandemie verstärkte sich das Problem, weil die Branche als Arbeitgeber an Attraktivität einbüsste. Gründe waren die Kurzarbeit über viele Monate sowie drohende weitere Einschränkungen und Schliessungen.

Am Branchentalk kam deutlich zum Ausdruck, dass Innovation in Bereichen wie Personalführung, Arbeitszeitmodelle und Wertschätzung von Mitarbeitenden immer zentraler wird. „Weitermachen wie bisher funktioniert nicht“, sagt Tischhauser. Bereits gibt es Betriebe, die mutig und gewinnbringend neue Konzepte umsetzen.

Pressedienst