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Fideris
15.06.2022

Seltene Alpenbock-Käfer schlüpfen im Prättigau

Bild: Pascal Manetsch
Da staunte die Fideriserin Johanna Manetsch nicht schlecht, als sie vor wenigen Tagen in Ihren Holzsitzen im Garten Löcher entdeckte. Aus diesen schlüpften die im Prättigau nicht gerade alltäglichen Alpenbock-Käfer.

«Vor fünf Jahren hat einmal eine Nachbarin, als wir in den Ferien waren, auf unser Haus geschaut und dann einen dieser Käfer entdeckt», sagt Pascal Manetsch. «Als wir ihn dann auch gesehen haben, haben wir ihn natürlich gegoogelt.» Das Tier unterscheide sich vor allem durch die Grösse und die auffälligen Zeichnungen von den anderen Käfern.

Bild: Pascal Manetsch

Zum Glück nicht zerschnitten

Lange Zeit habe er nun keines dieser Exemplare mehr gesehen, bis vergangene Woche. «Eigentlich wollte ich die ‹Holztötsche› aus Ahorn in meinem Garten jetzt dann langsam zu Drechselholz verarbeiten, doch als meine Frau letzthin genauer hingeschaut hat, entdeckte sie, dass dort drin sich etwas bewegt.» Der Alpenbock-Käfer konzentriere sich normalerweise auf Buchen und vor allem auf Totholz. Dadurch, dass das Insekt in der Regel zwei bis fünf Jahre im Holz lebt, bevor es hinauskriecht, sehen wir Menschen es meist nicht. Denn bevor wir es zu Gesicht bekommen, ist es meist schon mit dem Brennholz verfeuert. Umso mehr Freude hat Familie Manetsch nun an ihren kuriosen und sehr seltenen, europaweit geschützen Käfern. «Insgesamt haben die ‹Tötsche› elf Schlupflöcher und auch wenn vielleicht ein, zwei Tiere von Vögeln gefressen werden, ist es schön zu sehen, das hier bei uns solch prächtige Käfer schlüpfen können. Leider ist ihre Lebenszeit nach dem Schlüpfen auf 2–4 Wochen begrenzt. Dann sterben sie – und haben hoffentlich fleissig ihre Eier in Totholz gelegt, sodass sich das kostbare Ereignis wiederholt!»

Christian Imhof