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23.06.2022

Instagram testet Gesichtserkennung

Instagram will das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig auch per Gesichtserkennung ermitteln. Die Funktion werde derzeit in den USA getestet. (Symbolbild)
Instagram will das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig auch per Gesichtserkennung ermitteln. Die Funktion werde derzeit in den USA getestet. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Soziale Medien – Das Online-Netzwerk Instagram will das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig auch per Gesichtserkennung ermitteln. Die Funktion werde derzeit in den USA getestet, teilte Instagram am Donnerstag mit.

Dabei arbeite das Unternehmen mit dem britischen Startup Yoti zusammen, das einen Algorithmus zur Erkennung von Gesichtszügen entwickelt hat.

Die App fordert Nutzerinnen und Nutzer seit dem vergangenen Jahr auf, das Geburtsdatum anzugeben und verlangt dafür eine Bestätigung - etwa einen Ausweis. Wer die Frage regelmässig ignoriert, dessen Account wird nach Angaben von Instagram gesperrt. Bestimmte Inhalte sind erst zu sehen, wenn ein Geburtsdatum mindestens über 18 Jahre her ist.

Im Test in den USA können Nutzerinnen und Nutzer sich nun auch filmen und das Video an den Instagram-Mutterkonzern Meta schicken - Yoti schätzt dann das Alter. Das Startup gibt seine Fehlermarge bei 13- bis 19-Jährigen mit 1,5 Jahren an. Fehleranfälliger ist der Algorithmus laut Yoti bei Gesichtern von Frauen und nicht Weissen.

Mindestalter für die Nutzung von Instagram ist 13 Jahre - viele Kinder geben sich aber als sehr viel älter aus. Instagram wird häufig vorgeworfen, zu wenig für den Schutz minderjähriger Nutzer zu tun.

Im Herbst 2021 hatte Frances Haugen, eine frühere Angestellte von Facebook - wie der Instagram-Mutterkonzern Meta damals noch hiess - interne Dokumente geleakt, denen zufolge die Führungsebene des Konzerns Risiken insbesondere für die geistige Gesundheit von Mädchen wegen der Konfrontation mit weiblichen Schönheitsidealen bewusst in Kauf genommen hatte.

Meta hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Konzernvertreter wurden aber mehrfach vom US-Kongress und von Kinderschützern dafür kritisiert.

Keystone-SDA