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17.07.2022

Orlik verpasst Schlussgang knapp

Armon Orlik im Duell gegen Martin Felder.
Armon Orlik im Duell gegen Martin Felder. Bild: Jakob Heer
Der Innerschweizer Favorit Joel Wicki hat am Sonntag das Bergkranzfest auf der Rigi gewonnen. Vor 4750 Zuschauern verpasste Armon Orlik den Schlussgang hauchdünn. Beim Appenzeller Kantonalfest in Urnäsch – ebenfalls am Sonntag – gewann der Davoser Christian Biäsch derweil das einzige Bündner Eichenlaub.

Das erste Aufeinandertreffen zwischen Armon Orlik und dem Innerschweizer Teamleader Joel Wicki seit vier Jahren wurde auf der Rigi mit Spannung erwartet. Die Top-Paarung des Anschwingens verlief denn auch animiert, beide Spitzenschwinger suchten die Offensive und kamen zu Chancen. Am Ende trennten sie sich ohne Resultat. Mit einem «Gestellten» startete auch Werner Schlegel in den Tag. Die Begegnung zwischen dem in dieser Saison stark auftrumpfenden jungen Toggenburger und dem Luzerner Sven Schurtenberger verlief wenig ereignisreich. Zahlreiche weitere Nordostschweizer wie Roger Rychen, Marcel Räbsamen, Stefan Burkhalter oder Mario Schneider erzielten zum Auftakt Siege, die Innerschweizer Spitze geriet bereits früh ins Hintertreffen.

Diese Tendenz setzte sich bis zum Mittag fort. Schurtenberger fiel durch ein zweites Remis aus der Entscheidung, mit Mike Müllestein und Reto Nötzli mussten gleich zwei Eidgenossen aus den Reihen der Gastgeber den Wettkampf frühzeitig beenden. Eine reine Weste wies zur Halbzeit mit Rychen, Schneider sowie Lario Kramer ein Gäste-Trio auf. Hinter dem Freiburger Kramer konnten auch weitere Südwestschweizer am Morgen überzeugen. Orlik gewann in den Gängen zwei und drei gegen Martin Felder sowie nach wenigen Sekunden auch gegen Roman Wandeler. Der Maienfelder blieb damit ebenso wie Wicki, Schlegel und eine Reihe weiterer Sieganwärter in Tuchfühlung mit der Spitze.

Wicki am Nachmittag ungefährdet

Aufgrund der Überlegenheit der Nordost- und Südwestschweizer setzte die Einteilung ab dem vierten Gang zahlreiche Gästepaarungen an. Orlik wurde nach der Pause Steve Duplan vorgesetzt. Der 27-Jährige griff sofort an und beförderte den Waadtländer Eidgenossen nach kurzer Gangdauer ins Sägemehl.

Für ein Ausrufezeichen sorgte Roger Rychen mit einem Sieg gegen Kramer, der Glarner führte dadurch das Klassement nach vier Gängen allein an. Durch eine überraschende Niederlage im fünften Gang gegen Steven Moser verpasste Rychen danach aber den Schlussgang, in den Joel Wicki durch zwei weitere Siege als Punktbester einzog.

Das Festgelände in Urnäsch. Bild: Lorenz Reifler

Orlik besiegte im vorletzten Gang Mikaël Matthey und lag nun punktgleich mit Kramer auf Rang 2. Die Einteilung gab Kramer den Vorzug für die Endausmarchung, auch weil der Galmizer zuvor noch nicht mit Wicki zusammengegriffen hatte. In einem attraktiven Schlussgang behielt Wicki am Ende das bessere Ende für sich.

Orlik beendete das Fest nach einem abschliessenden Erfolg gegen Moser auf dem zweiten Rang und gewann seinen zweiten Rigi-Kranz. Die Nordostschweizer wurden für eine gute Teamleistung mit sechs Kränzen belohnt. Je vier Exemplare gewannen die Gäste aus der Südwestschweiz sowie die Innerschweizer. Rangliste: esv.ch/ranglisten/?anlass=5697.

OK-Präsident Niklaus Hörler mit dem Bündner TL Stefan Fausch. Bild: Lorenz Reifler

Kranz für Christian Biäsch

Zehn weitere Bündner traten gleichzeitig am Sonntag beim Appenzeller Kantonalschwingfest in Urnäsch an. Dem Davoser Christian Biäsch glückte erneut eine solide Leistung, mit Rang sechs gewann er bereits zum dritten Mal in diesem Jahr einen Kranz. Die Form des 26-Jährigen für die zweite wichtige Saisonhälfte und das Heimfest von Ende Juli in Davos Sertig ist weiter intakt.

Etwas Pech bekundete der Emser Corsin Jörger, am Ende fehlte ihm ein Viertelpunkt für den Kranzgewinn. Die weiteren teilnehmenden – vornehmlich jungen – Bündner konnten vor 2300 Zuschauern wiederum wichtige Erfahrungen sammeln.

Biäsch im Duell mit Roman Wittenwiler. Bild: Lorenz Reifler

Als Festsieger durfte sich am Abend der Appenzeller Routinier Raphael Zwyssig feiern lassen. Er konnte von einem gestellten Schlussgang zwischen Michael Bless und Domenic Schneider profitieren und den dritten Kranzfestsieg seiner langen Karriere feiern. Rangliste: esv.ch/ranglisten/?anlass=5221.

Der Emser Corsin Jörger. Bild: Lorenz Reifler
Patrick Casanova