Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Schiers
27.07.2022

«Man muss als Beizerin erfinderisch bleiben»

Monika Oprandi geniesst jeden «Augablick».
Monika Oprandi geniesst jeden «Augablick». Bild: Christian Imhof
Seit vier Jahren betreibt Monika Oprandi in Schiers ihr Stübli «Augablick». In dem Lokal, welches einlädt einen «Augablick» zu verweilen, bemerkt man schnell, dass die Beizerin noch eine andere grosse Leidenschaft hat, nämlich das Einfangen von einzigartigen Augenblicken durch das Fotografieren.

Es ist klein, aber fein das heimelig holzige Stübli, welches Monika Oprandi inzwischen seit zwei Jahren oben vis-à-vis der Kirche in Schiers, im bekannten Beizen-Bermuda-Dreieck betreibt. Die Idee, ihr Stübli mit alten Kameras, ausgestopften Auerhähnen, Bildern, Spruchtafeln, Blumen und weiteren Dekorationsgegenständen auszustatten, sei ihr beim Besuch eines Pubs in Irland gekommen. «Das ist doch wunderbar, man kann hier verweilen und entdeckt immer wieder etwas Neues, was man bisher noch nicht gesehen hat.» Das Einrichten des Stüblis sei ein Familienprojekt gewesen, und sie bereue keine Sekunde der ganzen Zeit, die sie ins Gestalten und Schmücken des zuvor kahlen Raumes investiert habe.

Monika Oprandi liebt es mit ihren Gästen zu «hengern». Bild: Christian Imhof

Konkurrenz belebt das Geschäft

Zwei Jahre lang hatte sie ihr Fotostudio und auch ihr Restaurant unterhalb vom Bahnhof, gleich neben der Langlaufloipe. Doch hier oben mitten im Dorf fühle sie sich viel wohler, weil es hier viel zentraler sei. Es sei schön zu sehen, dass ihre Stammkunden auch an den neuen Standort im Dorf oben ihr gefolgt seien. Ausserdem pflege sie mit den Mitbewerbern einen regen Austausch. Im vergangenen Jahr habe man sogar gemeinsam eine 1.-Augustfeier auf die Beine gestellt. «Mit Nicole vom ‹s’chleina Pub› oder auch mit Mo vom ‹Sternen› habe ich ein super Verhältnis. Jede deckt ein wenig ein anderes Klientel ab, und so ist es möglich, dass wir gut nebeneinander bestehen können. Ist doch witzig, dass man hier in Schiers von Beiz zu Beiz schlendern kann. Früher gab es ja sogar mal um die 11 Restaurants hier, dann sollten drei nebeneinander sicher kein Problem sein.»

Das Stübli Augablick lädt zum Verweilen ein. Bild: Christian Imhof

Jetzt erst recht

Auch wenn im Februar alle Beschränkungen vom BAG aufgehoben wurden, die Nachwirkungen für die Gastronomie werden wohl noch Jahre zu spüren sein. Sie habe die Pandemie mit voller Wucht erwischt damals. «Es war wirklich so. Ich hatte gerade mal acht Wochen am neuen Standort offen und dann kam Corona. Ich habe es dann mit Take-away versucht, aber so ganz das Gleiche war es einfach nicht.» Ihr zweites Standbein, die Fotografie, habe sie über Wasser gehalten und dafür gesorgt, dass sie das Beizern nicht ganz an den Nagel gehängt habe. «Ich bin ein Mensch, der gerne sein Geschäft auf mehreren Standbeinen abstützt, und es ist mir wichtig, dass ich in der ganzen Pandemiezeit die Miete immer begleichen konnte. Man muss als Beizerin erfinderisch bleiben.» Die gelernte Restaurationsfachfrau liebt es Gastgeberin zu sein und mit den Leuten zu «hengera». Genau das hat sie sich vorgenommen, in diesem Jahr zu intensivieren und zukünftig mehr Veranstaltungen bei sich zu organisieren. Denn ein einzigartiges Konzerterlebnis und das friedliche Miteinandersein fange den, dem Lokal den Namen gebenden «Augablick», wie kaum etwas anderes ein. «Ich versuche, jetzt einfach die Zeit zu nutzen und den Leuten etwas zu bieten. Unsere Konzerte beginnen in der Regel um 16 Uhr, da wir in einem Wohnblock eingemietet sind und uns an die Nachtruhe halten.» Als nächste Veranstaltung auf dem Plan steht am 30. Juli 2022 die Formation «Scäragruass», die im Stübli «Augablick» aufspielen. Zudem werde es noch Risottoplausch geben, und es werde der vierte Geburtstag des Lokals gefeiert. Bleibt zu hoffen, dass die monatlichen Konzerte weiter beibehalten werden und dass der Mut von Oprandi regelmässig mit Stammgästen und neuen Gästen belohnt wird.

Christian Imhof