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Kanton
07.08.2022

Drei Jahrzehnte 1.-August-Brunch

Die Präsidentinnen im Gespräch; Anne Challandes und Astrid Derungs.
Die Präsidentinnen im Gespräch; Anne Challandes und Astrid Derungs. Bild: Bündner Bauernverband
Vor 30 Jahren startete die ­Erfolgsgeschichte des 1.-August-Brunchs auf den Bauernhöfen der Schweiz. In dieser langen Zeit besuchten tausende von Gästen landauf, landab die anbietenden ­Betriebe und konnten sich von der hochwertigen Kulinarik überzeugen. Traditionell besucht der Bündner Bauernverband zusammen mit geladenen Gästen einen Bauernhof zum gemeinsamen 1.-August-Brunch. In diesem Jahr fanden sich die Gäste auf dem Ziegenhof der Familie Tanja und Philippe Poltera in Rona ein. Ein hervorragend vorbereitetes und köstliches «Zmorgabuffet» überzeugte die Gäste aus nah und fern.

Der Familienbetrieb der Polteras ist auf diversen Standbeinen aufgebaut. Bewirtschaftet werden 55 Hektaren Fläche mit Mutterkuhhaltung, Weidebeef, Vertragstieren und einer Gruppe von Burenziegen. Auf einer Hektare werden Gran-Alpin-Gersten angebaut. Der Agrotourismus ist bei der Familie Poltera grossgeschrieben und macht einen Drittel des Erwerbes aus. Nebst einem Campingbereich bietet die Familie ein Hofbeizli und einen Hofladen mit selbst gemachten Produkten an. Zum ersten Mal hat nun die Familie Poltera unter dem Angebot «1.-August-Brunch» ihren Hof auf beste Art und Weise präsentiert und die 200 Plätze waren restlos ausgebucht. Ein voller Erfolg für die Familie Poltera.

Der Bündner Bauernverband und die geladenen Gäste am 1.-August-Brunch bei Familie Poltera in Rona. Bild: Bündner Bauernverband

Ein würdiges Jubiläum und wichtige soziale Themen

Der Präsident des Bündner Bauernverbandes Thomas Roffler begrüsste die Gäste und insbesondere die Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes Anne Challendes, den Regierungspräsidenten Marcus Caduff und Susanne Lebrument, Delegierte des Verwaltungsrates der Somedia. Es erfülle ihn mit Dankbarkeit, so Roffler, dass ein solch wichtiger Anlass wie der 1.-August-Brunch ein solches Jubiläum feiern dürfe, und es zeige insbesondere den Blick in die hochwertige Nahrungsmittelproduktion unserer Landwirtschaft. Wo gearbeitet werde, müssten aber auch die sozialen Themenfelder Platz finden. Es sei für den Bündner Bauernverband immer wichtig gewesen, die soziale Absicherung der Bäuerinnen und den Stand der Bäuerinnen innerhalb der Fami­lienbetriebe zu stärken. Roffler habe die Entwicklung in diesem Bereich immer aktiv unterstützt und auch in die nationalen Organisationen eingebracht. Mit Anne Challandes war die oberste Bäuerin der Schweiz in Rona zu Gast. Zu Beginn ihrer Anrede freute sie sich über die Einladung zum 1.-August-Brunch in Graubünden und über die Unterstützung der Anliegen der Bäuerinnen aus Graubünden. Die Landwirtschaft zähle knapp 150 000 Beschäftigte, und über ein Drittel der Arbeitskräfte in den Familienbetrieben seien Frauen. Fakt sei, dass ein grosser Teil der Bäuerinnen nicht entlöhnt sei und sie keine soziale Absicherung hätten. Seit einigen Jahren werde nun daran gearbeitet, die soziale Absicherung der Frauen in der Landwirtschaft nicht nur zu thematisieren, sondern diese auch in verpflichtender Form einzubringen. Diese Themen seien damit auch in die agrarpolitischen Diskussion einbezogen. Die Bäuerinnen leisteten auf den Höfen Arbeit in Stall und Feld, in Haus und Hof. Für viele sei es schwierig, diese Leistung zu beziffern. Die soziale Absicherung und Entlöhnung ermögliche, einen Teil des Einkommens in die Vorsorge beizutragen und so insgesamt eine bessere Absicherung zu erreichen. Die Entlöhnung bedeute nicht nur die Leistungsanerkennung, sondern eben auch eine bessere Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sowie einen Zugang zur sozialen Absicherung insgesamt. Unter dem Motto «Verantwortung wahrnehmen. Fürs Leben rüsten» hätten der Schweizer Bauernverband, der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband, die Agrisano-Unternehmungen und die Prométerre eine Sensibilisierungskampagne für einen besseren Sozialversicherungsschutz der Bäuerinnen und der gesamten Bauernfamilie lanciert. Abschliessend bedankte sich der Präsident des Bündner Bauernverbandes Thomas Roffler bei der Gastgeberfamilie Poltera und den Gästen für den Besuch, und bei bestem Sonnenschein konnte der gemütliche Teil mit vielen spannenden Gesprächen weitergeführt werden.

Martin Renner vom Bündner Bauernverband