Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Sport Regional
07.08.2022

Kindlimann und Jörger Co-Sieger im Sertig

Das schöne Panorama in Davos Sertig.
Das schöne Panorama in Davos Sertig. Bild: Erwin Keller
Den Schlussgang des dies­jährigen Sertig-Schwingets bestritten der Zürcher Eid­genosse Fabian Kindlimann und der Emser Marc Jörger. Kindlimann gewann, dank des Punktevorsprungs durfte sich aber auch Jörger als ­Co-Sieger feiern lassen.

Im dicht befrachteten Schwingkalender sind Terminkollisionen gerade in einer eidgenössischen Saison kaum vermeidbar. Neben dem hochklassig besetzten Brünig-Bergkranzfest, an dem sonntags die besten Nordostschweizer teilnahmen, fand mit dem Ricken-Schwinget noch ein zweites traditionsreiches Ostschweizer Regionalfest zeitgleich mit dem Treffen der ­Bösen im Davoser Hochtal statt. Das Sertig-Schwinget war so, wie auch aufgrund verletzungsbedingter Absenzen an der Spitze, dünner ­besetzt als auch schon. Dies eröffnete vor 800 Zuschauerinnen und Zuschauern gleichzeitig nachrückenden Schwingern Chancen auf ein Spitzenresultat.

Kindlimann mit «Gestelltem» im Anschwingen

Fabian Kindlimann, der einzige Eidgenosse im Teilnehmerfeld, stellte zum Auftakt gegen den Thurgauer Teilverbandskranzer Marco Oettli. Kindlimann wie Oettli gewannen ihre weiteren Gänge bis zum Mittag und blieben dadurch in Lauerstellung, derweil sich der zweite anwesende Thurgauer Teilverbandskranzer Michael Steiner mit einer Niederlage und einem Gestellten bereits früh aus der Entscheidung um den Tagessieg verabschiedete. Neben dem Sarganserländer Kranzer Kjetil Fausch wies auch der Emser Marc Jörger zur Mittagspause das Punktemaximum auf, sodass die Einteilung die beiden Führenden im vierten Gang aufeinander ansetzte. In einem hartumkämpften Duell behielt Jörger kurz vor Ablauf der Gangdauer das bessere Ende für sich und brachte sich dadurch in eine vorteilhafte Ausgangslage. Durch einen Sieg im fünften Gang gegen Oettli zog der 28-Jährige mit dem Punktemaximum in den Schlussgang ein. Der zur Halbzeit einen Viertelpunkt hinter dem Spitzenduo liegende Schaffhauser Patrick Schwyn unterlag nach der Mittagspause Kindlimann, was den Zürcher Oberländer auf den 2. Zwischenrang vorrücken liess. Den Einzug in die Endausmarchung schaffte der 32-jährige Favorit ohne Mühe durch einen Sieg gegen Fabian Herger.

Der Emser Marc Jörger lässt sich trotz verlorenem Schlussgang als Co-Sieger feiern. Bild: Erwin Keller

Jörger bereits vor Schlussgang Festsieger

Aufgrund des Vorsprungs von 1,25 Punkten stand Jörger bereits vor dem finalen Duell zumindest als Co-Sieger fest. So sollte es denn auch kommen – Kindlimann bettete den Emser nach knapp drei Minuten ins Sägemehl und feierte seinen ersten Sertig-Sieg. Jörger konnte sich mit Rang 1b trösten, sechs Jahre nach Beat Clopath verlässt ein Bündner das höchstgelegene Schwingfest der Schweiz erstmals wieder als Sieger. Mit ebenfalls fünf Siegen auf den Rängen 2 und 3 folgten Fausch sowie der junge Zürcher Oberländer Benjamin Nock.

Geschwächtes Bündner Team

Neben dem Ausfall des angeschlagenen Lokalmatadors Christian Biäsch musste das Bündner Team in Davos weiterhin auch auf Roman Hochholdinger verzichten. Der Felsberger befindet sich nach der anfangs Juli erlittenen Adduktorenverletzung auf dem Weg der Besserung, einen Monat vor dem «Eidgenössischen» gilt es aber gleichwohl, Vorsicht walten zu lassen. Da weitere Kranzschwinger wie etwa Enrico Joos ebenfalls verletzungsbedingt ausfielen, war Corsin Jörger neben seinem Bruder Marc der einzige noch zum Fest antretende Kranzschwinger des Heimteams. Er belegte bei nur einer Niederlage (gegen Fausch) Rang 4, wobei insbesondere sein Startsieg gegen Steiner für Aufsehen sorgte. Ebenfalls vier Siege erzielen konnten die jungen Untervazer Andreas Wagner und Niklas Lötscher, eine Reihe weiterer Bündner setzte sich mit je drei Siegen gut in Szene. Weiter geht es für einen Teil des Teams bereits nächsten Sonntag im schaffhausischen Wilchingen, wo das letzte Nordostschweizer Kantonalfest der Saison stattfindet.

Patrick Casanova