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Küblis
20.08.2022

«Wir investieren in die Zukunft der Branche»

Rico Züst weibelt um Fachkräfte auf dem Bau.
Rico Züst weibelt um Fachkräfte auf dem Bau. Bild: Christian Imhof
Am 27. August 2022 lädt die Firma «vetsch-bau.ch AG» zu einem grossen Erlebnistag auf der Kiesdeponie in Grüsch ein. Dabei wird aktiv gegen den Fachkräftemangel vorgegangen und spielerisch gezeigt, welche Perspektiven es nach der Ausbildung in der Baubranche gibt. Ein Besuch im Firmensitz in Küblis hat gezeigt, dass diese überraschend vielfältig sind und das Gewerbe inzwischen grosse Schritte nach vorne getan hat, wenn es darum geht, den Angestellten Flexibilität zu bieten.

«Als ich meinem Göttibuab das erste Mal erzählt habe, dass er im August Baggerfahren kann, war er sofort Feuer und Flamme. Seit diesem Moment fragt er immer wieder danach und ich muss ihn immer wieder vertrösten», sagt Rico Züst, Abteilungsleiter Tiefbau und Kommunikation beim «roten Vetsch». Diese Begeisterung für das Hantieren mit so grossen Maschinen oder allgemein für die Baubranche gehe bei den meisten im Verlauf der Jahre ein wenig verloren. «Ob es bewusst oder unbewusst geschieht, kann ich nicht sagen. Durch das familiäre Umfeld verändert sich der Berufswunsch oft ganz schnell und die Baubranche leidet seit Jahren unter Nachwuchsproblemen.» Obwohl sie sich aktiv in den sozialen Medien präsentieren und auch regelmässig in allen Formen um Lehrlinge weibeln, der Rücklauf sei gering. Doch jammern und nichts tun, sei überhaupt nicht ihr Stil, drum werde jetzt im August mit der grossen Kelle angerührt, sagt Züst.

Flexibilität auf dem Bau

«Egal auf welcher Stufe bei uns in der Firma, alle Mitarbeitenden erhalten hier Wertschätzung.» Doch dies, die acht Wochen Ferien (fünf regulär/drei Vorholzeit) und auch die hohen Löhne auf dem Bau locken laut Züst heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. «Aus diesem Grund machen wir den Informationstag in Grüsch, an dem wir die Jugendlichen und auch Quereinsteiger für die Arbeit auf dem Bau begeistern wollen. Neben dem Baggerfahren werde auch aufgezeigt, wie modern vermessen werde und was ein Maurer, ein Baupraktiker und auch ein Baumaschinenmechaniker täglich leisten. Vieles ist dabei moderner als man denke. «Uns ist es wichtig aufzuzeigen, welche Perspektiven man nach einer Lehre auf dem Bau hat und wir wollen da, auch wenn das vielleicht sehr progressiv anmutet, eine Veränderung in den Köpfen von Bauherren und der Branche vorantreiben. Denn durch gute Planung ist es möglich, den Jugendlichen eine gewisse Flexibilität zu garantieren. So sind beispielsweise auch Personen, die aktiv im Leistungssport sind und eine Profikarriere anstreben bei Vetsch Bau sehr willkommen.» Mit diesen werde dann neben dem Lehrvertrag eine zusätzliche Vereinbarung getroffen. «Dank mehreren Standbeinen mit den integrierten Geschäftszweigen «umbauklick.ch», «vita-wohnen.ch AG» und «thearchitekt.ch» haben wir natürlich auch die Möglichkeit, die zukünftigen Fachleute mit ihren passenden Fähigkeiten am richtigen Ort abzuholen und einzusetzen. Obwohl diese individuelle Behandlung jedes Mitarbeiters sicher mächtig ins Geld geht, ist Rico Züst überzeugt, dass die «vetsch-bau.ch AG» damit auf dem richtigen Weg ist. «Es ist wie bei einem Fussballscout. Wir investieren viel Geld und Zeit in die zukünftigen Fachkräfte. Dabei ist für uns nicht zwingend, dass die Lehrlinge nach der Ausbildung auch im Betrieb bleiben, denn wir investieren mit unseren Ideen in die Zukunft der Branche.»

Ein Erlebnistag für Gross und Klein

Seit Kurzem bietet das 1982 gegründete Kübliser Unternehmen auch die Möglichkeit, im Betrieb eine begleitende technische Berufsmatura zu absolvieren. Bisher sei dies noch nicht so gefragt gewesen, doch mit dem Infotag Ende August wolle man nicht nur zeigen, dass es lässig sei, auf dem Bau zu arbeiten, man wolle zusätzlich jegliche Optionen und Möglichkeiten der Ausbildung ausbreiten. «Für den grossen Infotag bringen wir einen 40-, zwei bis drei Neun- und ein bis zwei Zwei-Tonnen-Bagger zur Deponie Grüsch. Zudem können alle Besucher erleben, wie ein Schreitbagger arbeitet. Neben Essen und Trinken gibt es noch einen Parcours mit Lastwagen, es wird digital vermessen und vieles mehr. Für genügend Schatten ist mit dem grossen Festzelt auch gesorgt», sagt Züst. «Wir wollen mit der Veranstaltung aufzeigen, dass die Baubranche inzwischen modern aufgestellt ist und es keinen Grund für die verschwindende Begeisterung fürs Baggern gibt, die zwischen Kindheit und Jugend passiert.»

Christian Imhof