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Kanton
22.09.2022

Regierungsmitteilung vom 22. September 2022

Bild: Christian Imhof
Die Regierung lehnt den vom Bund angestrebten Systemwechsel bei der Finanzierung des Autoverlade-Rollmaterials ab. Zudem nimmt sie die Ergebnisse der Lohngleichheitsanalyse der kantonalen Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt die Pädagogische Hochschule Graubünden mit dem Aufbau und der Durchführung eines neuen Studiengangs.

Systemwechsel bei der Finanzierung der Autoverlade hätte hohe Mehrkosten zur Folge

Die Regierung nimmt Stellung zu einer Vernehmlassungsvorlage des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) betreffend Finanzierung von Vorhaben zur Erneuerung der strassenseitigen Autoverlade-Infrastruktur. Im Kern geht es darin um einen Zusatzkredit für grössere Erneuerungsinvestitionen, die in den nächsten Jahren bei den Autoverladen anstehen.

Grundsätzlich begrüsst die Regierung die Absicht des Bundesrats, einen Zusatzkredit von 40 Millionen Franken zum laufenden Verpflichtungskredit von 60 Millionen «Investitionsbeiträge Autoverlad 2019» zu beantragen. Nicht einverstanden ist der Kanton Graubünden allerdings mit dem angedachten Systemwechsel bei der Finanzierung des Autoverlade-Rollmaterials. Eine Fremdfinanzierung würde zu höheren Kosten der Autoverlade führen. Der Kanton Graubünden wäre dadurch stark betroffen, muss doch am Verladestandort Vereina in den nächsten Jahren beinahe das gesamte Rollmaterial ersetzt werden.

Link: Vernehmlassungen des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Geringer Lohnunterschied zwischen Frau und Mann in der kantonalen Verwaltung wird mittels Detailanalyse weiter untersucht

Die Regierung nimmt das Ergebnis der Lohngleichheitsanalyse für die kantonale Verwaltung Graubünden zur Kenntnis. Darin stellt sie einen Lohnunterschied von 3,9 Prozent zuungunsten der Frauen fest.

Durchgeführt hat die Analyse das Personalamt des Kantons Graubünden mittels Standard-Analysetool des Bundes. Basierend auf dem Referenzmonat April 2021 wurden dabei 3597 Datensätze berücksichtigt, wovon 1427 (39,7 %) Frauen sind. Nach Berücksichtigung der personen- und arbeitsplatzbezogenen Merkmale verdienen Frauen gemäss der durchgeführten Lohngleichheitsanalyse 3,9 Prozent weniger als Männer. Da sich das Resultat innerhalb der Toleranzschwelle von 5 Prozent befindet, muss gestützt auf das Gleichstellungsgesetz keine weitere Lohngleichheitsanalyse mehr durchgeführt werden. Mit dem Ziel, den Lohnunterschied zuungunsten der Frauen dennoch zu senken, wird nun eine Detailanalyse durchgeführt, um den konkreten Handlungsbedarf zu eruieren.

Neuer Studiengang an der Pädagogischen Hochschule Graubünden

Die Regierung beauftragt die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) den Masterstudiengang Sekundarstufe I auf Basis eines Fachbachelors mit dem Masterstudiengang Sekundarstufe I und Maturitätsschulen auf der Basis eines Fachbachelors/Fachmasters zu kombinieren und als weiteren Studiengang berufsbegleitend anzubieten. Durch das koordinierte Angebot können insbesondere im Bereich der Fachdidaktik-Ausbildung, aber auch im Bereich der fachlichen Expertise, wertvolle Synergien geschaffen werden. Die Entwicklung und Durchführung erfolgt für beide Studiengänge gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Beide Hochschulen führen die Studiengänge in ihrem Portfolio und bieten sie als sechssemestrigen Teilzeitstudiengang eigenständig an.

Grünes Licht für Weiterbildungsangebot für Lehrpersonen für die Sekundarstufe I

Die Regierung beauftragt die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) unter Vorbehalt der Kreditgenehmigung durch den Grossen Rat, in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule St.Gallen ab Herbst 2023 bis August 2026 die berufsbegleitende Ausbildung zur Lehrperson für die Sekundarstufe I durchzuführen. Das Weiterbildungsangebot besteht für Lehrpersonen, welche derzeit auf der Sekundarstufe I mit einem stufenfremden Diplom unterrichten oder einen Stufenwechsel von der Primarstufe auf die Sekundarstufe I anstreben.

Das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot der PHGR ist im Interesse der stufengemässen Ausbildung der Lehrpersonen für die Sekundarstufe I und ermöglicht, dem derzeitigen Lehrpersonenmangel entgegenwirken zu können.

Kantonsbeitrag für Oberengadiner Lehrlingshaus in Samedan

Die Regierung sichert der Genossenschaft Oberengadiner Lehrlingshaus in Samedan für die geplante Instandsetzung der Zimmer im Knabentrakt des Lehrlingshauses einen Kantonsbeitrag in der Höhe von maximal 759 200 Franken zu.

Im November 2021 genehmigte die Regierung das Gesuch für die Instandsetzung der Zimmer des Mädchentrakts (Regierungsmitteilung vom 2. Dezember 2021). Das im Jahr 1968 erbaute Oberengadiner Lehrlingshaus bietet rund 70 Jugendlichen, welche eine Berufsbildung absolvieren, eine Wohngelegenheit mit Verpflegung. In den Wohngeschossen sind die Oberflächen und Innenausbauten in den Zimmern teils über 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Vorgesehen ist, dass im Knabentrakt drei Doppelzimmer in sechs Einzelzimmer umgebaut sowie alle Doppel- und Einzelzimmer mit eigenen Nasszellen ausgestattet werden. Ausserdem werden im Vorraum der Zimmer pro Lernender je zwei abschliessbare Schrankelemente eingebaut. Durch die Erneuerung sämtlicher Oberflächen sowie die zweckmässigen Möbeleinbauten in den Zimmern werden künftig moderne und freundliche Räumlichkeiten angeboten. Total entstehen in dieser zweiten Etappe 28 neuwertige Zimmer, davon sind 24 hindernisfreie Einzel- und vier Doppelzimmer.

  • Bild: Oberengadiner Lehrlingshaus Samedan
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  • Bild: Oberengadiner Lehrlingshaus Samedan
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Neues Löschwasserbecken zum Schutz der Schutzwälder in Cazis

Die Regierung genehmigt ein Projekt «Löschwasserbecken Fontaunas» der Gemeinde Cazis und sichert ihr dafür einen Kantonsbeitrag von höchstens 352 000 Franken zu. Das Projekt beinhaltet als Hauptmassnahme den Bau eines Löschwasserbeckens im Gebiet Fontaunas oberhalb der Industriezone Realta. Die vorgesehenen Massnahmen entsprechen dem kantonalen Konzept Waldbrandprävention 2030.

Im Projektgebiet gibt es keine natürlich vorkommenden Wasserentnahmestellen, wie Seen oder Bäche, welche den Löschwasserbezug mittels Helikopter, Tanklöschfahrzeugen oder Pumpen ermöglichen würden. Das vorliegende Projekt dient der Verbesserung der Infrastruktur zur Waldbrandbekämpfung und somit zur Sicherung der Schutzfunktion des Waldes.

Bild: zVg
Pressedienst