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«Erfreuliche Zusammenarbeit mit der Jägerschaft»

Ein Jäger erlegte bei Klosters den zum Abschuss freigegebenen Wolf.
Ein Jäger erlegte bei Klosters den zum Abschuss freigegebenen Wolf. Bild: Amt für Fischerei und Jagd Graubünden
Auf der Hochjagd hat ein Jäger am Samstagmorgen, 24. September, einen Wolf auf dem Gemeindegebiet von Klosters erlegt. Der Abschuss gelang in dem dafür vom Kanton vorgegebenen Streifgebiet.

Adrian Arquint, Amtsleiter für Jagd und Fischerei, sagte gegenüber dem P&H: «Im Grunde genommen ist es Aufgabe der Wildhut, zum Abschuss freigegebene Wölfe zu eliminieren. In diesem speziellen Fall haben wir um die Unterstützung der lokalen Jägerschaft angefragt.» Beim erlegten Tier handelt es sich um ein Wolfsweibchen. Nach zahlreichen Nutztierrissen auf verschiedenen Alpen in Klosters verfügte der Kanton zur Verhinderung weiterer Schäden per 1. September den Abschuss eines Wolfs. 

80 ausgewählte Jäger

Für den Vollzug wurden ergänzend zu den Mitarbeitenden des Amts für Jagd und Fischerei auch 80 speziell bezeichnete, ortskundige Jägerinnen und Jäger für den Abschuss des Wolfs während der noch laufenden Hochjagd zugelassen. «Diese erhielten dazu im Jagdpatent die entsprechende Berechtigung eingetragen», so Arquint. Endlich, nach 14 Tagen mit sehr wenigen Wolfsbeobachtungen, konnte das Problemtier am letzten Samstag von einem Jäger geschossen werden. «Wir vom Amt für Jagd und Fischerei sind erfreut, dass die Jägerschaft diese sehr verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen konnte. Der Abschuss von Wölfen ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv, das ist unsere massgebliche Erkenntnis.» Der erlegte Wolf wird nun für die pathologische Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) in Bern überführt. Die genetische Untersuchung wird am Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne vorgenommen. Ein zweiter Wolf im gleichen Gebiet um Klosters wird derzeit beobachtet. «Die Wildhut überwacht die weitere Entwicklung des Verhaltens dieses Tieres mit grosser Aufmerksamkeit», versicherte Arquint. Auf die Frage, ob dieser Wolf auch geschossen werden dürfe, falls er ein Nutztier reissen würde, winkt Amtsleiter Arquint ab: «Bevor dieser Wolf nicht nachweislich beispielsweise zehn Schafe oder Ziegen gerissen hat, ist aufgrund des geltenden Rechts nichts zu machen.»

Ernesto Felix