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Sport Regional
21.10.2022

Malans mit Zittersieg gegen Basel-Regio

Akseli Ahtiainen mit siegreichem Comeback als Headcoach.
Akseli Ahtiainen mit siegreichem Comeback als Headcoach. Bild: Erwin Keller
Ein stark von Höhen und Tiefen geprägtes Spiel endet mit einem hauchdünnen und dennoch verdienten 7:6 Sieg der Malanser Alligatoren. Die Bündner konnten die Basler Aufholjagd bis zur letzten Spielsekunde in extremis noch unterbinden.

Die Gäste, gleich zu Beginn des Spiels nur mit zwei Linien agierend, spielten druckvoll und beschäftigten die Alligatoren dadurch mehrheitlich mit reiner Defensivarbeit. Erst nach vier Spielminuten wurde der erste gefährliche Malanser Abschluss überhaupt Tatsache. Ein Auslöse-Fehler zwei Zeigerumdrehungen später vom Basler Nationalspieler Patrick Mendelin eröffnete die erste Grosschance der Platzherren. Kevin Berry luchste ihm den Ball ab und bediente Topskorer Tim Braillard mustergültig, welcher Schlussmann Christian Coray erstmals bezwingen konnte. Nach 10 Minuten konnten die Alligatoren mit nummerischer Überlegenheit agieren, als Kai Kurth wegen einer überharten Spielweise die Strafbank hüten musste. Den spielerischen Vorteil konnten die Alligatoren allerdings nicht wirklich ausnutzen. Besser machten es die Gäste in der 15. Minute. Sie glichen das Skore, ebenfalls in Überzahl, durch Niklas Laurila zum 1:1 aus. Harry Braillards Auszeit in der Kühlbox war somit nur von kurzer Dauer. Hüben wie drüben auffallend waren die vielen kleineren Fehler oder auch deren Fehlzuspiele. Einer dieser Fehler aufseiten der Nordwestschweizer bestrafte Damian Rohner mit der neuerlichen Alligator-Führung nach 16 Spielminuten. Kurz vor dem Ende zur ersten Pause traf Mauro Hartmann in Überzahl, nach einem Ausschluss von Mendelin, zur stark bejubelten 2-Tore-Führung der Herrschäftler.

Führung bis zur zweiten Pause

Das Mitteldrittel war nur gerade drei Minuten alt, als Mauro Hartmann ein Beinstellen geahndet wurde. Das Basler Powerplay wirkte in der Folge zu umständlich, ineffizient, und Sandro Breu im Malanser Tor wurde nicht wirklich ernsthaft geprüft. Das Spiel selbst wirkte für die Zuschauer:innen bis Spielhälfte weiterhin zerfahren und bot auch wenig spielerische Akzente auf beiden Seiten. Die Fehlerquoten blieben ungewohnt hoch und keines der Teams konnte sich reelle spielerische Vorteile verschaffen. Es lief bereits die 30. Minute, als Basel erneut in Überzahl agieren durfte. Dan Hartmanns Ausschluss wegen eines vermeintlichen Stockschlags, wurde diesmal durch Laurilas zweiten Treffer an diesem Abend zum 3:2-Anschluss ausgenutzt. Dieses Tor gab den Gästen sichtlich weitere Energie zurück und sie kamen dadurch auch vermehrt wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Gleichzeitig eröffnete dies aber den Malansern die Gelegenheit, schnelle Konterangriffe zu fahren. Weitere Tore blieben in diesem Spielabschnitt aber leider Fehlanzeige und die knappe Malanser Führung hielt somit bis zur zweiten Pause noch stand.

Alligatoren erhöhen Druck

Merklich druckvoller starteten die Alligatoren dann ins dritte Drittel. Erst traf Lukas Ujhelyi nach 41 Minuten nur die Torumrandung, doch nur eine Spielminute später traf Dan Hartmann doch noch zur neuerlichen 2-Tore-Führung. Und bereits bei seinem nächsten Linieneinsatz prallte sein Geschoss zudem nur noch von der Torlatte ab. Die Malanser inzwischen das klar spielbestimmende Team, doch der nächste Treffer ins Basler Tor zum 5:2 erzielte unglücklicherweise gleich ein Basler mit einem Eigentor selbst. In der 50. Spielminute brachte Rohner seine Farben sogar mit 6:2 in Front, was die Basler-Staff zu ihrem Time-out zwang. Auch nach dieser Kurzbesprechung waren die Malanser Akteure weiterhin mit wesentlich mehr Energie am Werk. Dennoch gelang es auch Basel immer wieder, die Bündner Defensivmauer zu durchbrechen. Yannik Lindroos traf dadurch zum dritten Treffer der Gäste, jedoch stellte Remo Buchli noch in derselben Minute die Tordifferenz gleich wieder her. Nachdem Linus Chrétien in der 55. Minute auf 7:4 verkürzte, witterten die Gäste die Lunte und spielten fortan ohne Torhüter mit einem zusätzlichen Feldspieler. Die Basler Aufholjagd gefiel Headcoach Akseli Ahtiainen überhaupt nicht und so nahm er für sein Team eine Auszeit. Basel setzte in der Folge vollkommen auf «all in». Das Vorhaben glückte indes, als Mendelin und Toni Rintala bis zur 59. Minute gar auf 7:6 verkürzten und somit den Anschluss herstellten. Zu mehr reichte es aber den aufopfernd kämpfenden Baslern nicht mehr und deshalb holten die Alligatoren die volle Punktezahl aus diesem hart umkämpften Spiel.

Thurgau am Samstag

Dieser Sieg der Malanser darf grundlegend nicht wirklich überbewertet werden, auch wenn er um diesen einen Treffer sicherlich verdient ist. Zu viele Unsicherheiten und Ungenauigkeiten stehen über die gesamte Spieldauer zu Buche. Die Gäste aus der Nordwestschweiz erwiesen sich mit ihrem Kollektiv als harte Knacknuss und sie kämpften tapfer bis zur Schlusssirene. Selbst als die Malanser mit vier Toren führten, gaben sie mit ihrer intakten Moral nicht auf.

Das Team von Floorball Thurgau, dem zweiten Aufsteiger in die höchste Spielklasse auf diese Saison hin, empfangen die Malanser nun kommenden Sonntag, 23. Oktober, um 17 Uhr in Maienfeld zum letzten Meisterschaftsspiel vor der beinahe vierwöchigen WM-Pause. Erneut eine Herkules-aufgabe stellt sich somit den Alligatoren durch die unberechenbaren Thurgauer, welche schon Chur Unihockey mit ihrem 5:1 Sieg ein Bein gestellt haben und nun auch noch L-UPL Leader SV Wiler-Ersigen aus dem Cupbewerb geworfen haben.

Heinz Grass