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Klosters - Saas i.P. - Serneus
02.12.2020
03.12.2020 15:21 Uhr

Klosterser fordern «Administrativuntersuchung»

Die Klosterserinnen und Klosterser haben der Volksinitiative für eine «Administrativuntersuchung» am Sonntag zugestimmt. Bild: Archiv P&H
Die kommunale Volksinitiative «Adminstrativuntersuchung» ist in Klosters am Sonntag überraschend hoch mit 771 zu 477 Stimmen angenommen worden. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 44 Prozent.

Das Vertrauen in die Klosterser Gemeindebehörden ist angekratzt. Das widerspiegelte sich unter anderem am Wahlsonntag vom 27. September als der noch bis Ende Jahr amtierende Gemeindepräsident Kurt Steck mit einem historisch tiefen Wahlergebnis (135 Stimmen) seines Amtes enthoben wurde. Sein Gegenkandidat Hansueli Roth kam auf 1676 Stimmen (P&H berichtete). Ein weiteres Indiz für das fehlende Vertrauen ist die kommunale Volksinitiative «Administrativuntersuchung», welche vom Initiativkomitee am 21. Juli dieses Jahres an die Verwaltung übergeben worden war. Dieses Volkbegehren mit 278 rechtsgültigen Unterschriften gelangte am vergangenen Sonntag zur Abstimmung und wurde – bei einer Stimmbeteiligung von 43,81 Prozent – von 771 Klosterserinnen und Klostersern unterstützt, 477 stimmten dagegen. 

Inhalt der Initiative

Die vom Souverän nun angenommene Volksinitiative verlangt, dass eine unbefangene Fachstelle unter der Aufsicht der Geschäftsprüfungskommission die Einhaltung der Finanzkompetenzen, die Verwendung der zweckgebundenen Mittel, die Behördenentschädigungen und die Ursachen der Personalfluktuation in der Verwaltung untersucht und bewertet. Dazu soll diese Fachstelle unbeschränkten Zugang zu den Akten, zur Korrespondenz und zum Mailverkehr erhalten. Die Kosten für diese Untersuchung sollen von der Gemeindekasse übernommen werden.

Initianten fühlen Bestätigung

«Eine solch deutliche Annahme haben wir nicht erwartet und uns natürlich sehr gefreut», hält Mitinitiant Gieri Beivi in Verdankung an die Bevölkerung fest. «Wie die aktuelle Situation zeigt, herrschen in Klosters Unruhe, Misstrauen und Unzufriedenheit mit dem Gebaren unserer politischen Behörden. Aktuell gibt es einige rege diskutierte Themen. Ein Wiedererlangen des Vertrauens kann durch die Administrativuntersuchung zeitlich und fachlich am besten erreicht werden. Dafür braucht es eine gewisse Aufarbeitung der ablaufenden Politperioden.»

Vertrauensaufbau im Fokus

Für den Gemeindepräsidenten in spe dürfte der Vertrauensaufbau in seiner Gemeinde denn auch eine seiner grössten Herausforderungen werden, wie er sich auch selber bewusst ist: «Es gilt nun, einen guten Dialog und Zusammenarbeit zwischen den Gemeindegremien aufzubauen als Basis für erfolgreiche Geschäfte», erklärte er gegenüber dem P&H im Anschluss an seine Wahl Ende September. «Vieles sei bereits gut gelaufen, aber die fehlende oder mangelnde Information lasse Vieles im negativen Bild erscheinen. Ein regelmässiger Austausch, auch in den Fraktionen, werde ein wichtiges Mittel sein, um Missverständnisse, Fehlinformationen, Fragen und Unzufriedenheiten frühzeitig zu erkennen und aufzufangen und in Entscheidungen einfliessen zu lassen», stellte Roth damals zur Situation in Klosters-Serneus fest. 

Drei neue Gemeinderäte

In Klosters-Serneus galt es am Sonntag in einem zweiten Wahlgang zudem drei Sitze im Gemeinderat zu besetzen. Dabei galt das relative Mehr. Am meisten Stimmen (612) konnte Marcel Jecklin (BDP) auf sich vereinen; gewählt wurden zudem Selina Solèr (GLP) mit 511 Stimmen und Elizabeth Rüedi-Murchison (BDP) mit 502 Stimmen. Andrea Margadant (SVP) fiel mit 472 Stimmen als überzählig aus dem Rennen, weitere 269 Stimmen gingen an diverse Andere.

Budget und Steuerfuss

Auf Zustimmung stiessen in Klosters-Serneus ferner das Budget 2021, das mit einem Verlust von rund 2,3 Millionen Franken rechnet, sowie der Gemeindesteuerfuss, welcher unverändert bei 90,2 Prozent der einfachen Kantonssteuer bleibt.

ms