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Trimmis
18.12.2020
18.12.2020 13:17 Uhr

Medienmitteilung des Gemeindeverbandes für Abfallentsorgung in Graubünden

Symbolbild
Symbolbild Bild: unsplash
Letzte Delegiertenversammlung des GEVAG vom 16. Dezember 2020. Der GEVAG wird ab Ende Jahr als Gemeindezweckverband aufhören zu existieren.

Ab Januar 2021 wird die GEVAG als öffentlichrechtliche Anstalt die Geschichte des Gemeindezweckverbades weiterschreiben. Final hatten die Delegierten des GEVAG ein grosses und zukunftweisendes Investitionspaket von knapp CHF 43 Millionen zu behandeln.

Am Mittwoch, 16. Dezember 2020 um 16.00 Uhr begrüsste Verbandspräsident Hans Geisseler an der letzten Delegiertenversammlung des Gemeindezweckverbandes die 44 von 100 Delegierten sowie die geladenen Gäste und Medienvertreter. Anwesend waren Herr Regierungsrat Jon Domenic Parolini als Vertreter des Kantons, Remo Fehr (Amtsleiter Amt für Natur und Umwelt ANU) und Stefan Covanti (Abteilungsleiter ANU Abfall), seitens Abfallbewirtschaftungs-Verband Mittelbünden der Geschäftsführer Silvio Kunfermann, Gemeindevorstandsmitglied Cecilia Manetsch als Vertreterin der Standortgemeinde Trimmis, die Mitglieder der GPK und Revisor Hans Martin Meuli. Der GEVAG als Gemeindezweckverband wird per 31. Dezember 2020 aufgelöst und ab 1. Januar 2021 als öffentlich-rechtliche Anstalt weitergeführt. An der letzten Delegiertenversammlung hatten die anwesenden Delegierten als oberstes Organ über zwei zukunftsweisende Grossprojekte zum einen mit 17.7 Millionen und zum anderen mit 17.86 Millionen Schweizer Franken zu entscheiden.

Rückblick

Anlässlich der letzten stattfindenden Delegiertenversammlung machte der scheidende Verbandspräsident Hans Geisseler unter dem Motto Lichterlöschen beim Gemeindezweckverband eine Auslegeordnung über den GEVAG und was die Leistungsfähigkeit der KVA am Standort Trimmis bedeutet. Er zeigt auf, dass mit der thermischen Energieabgabe an produzierende Unternehmen und an Liegenschaften als Komfortwärme rund 8.2 Millionen Liter Heizöl äquivalent jedes Jahr eingespart werden können - Tendenz steigend. Mit der jährlich produzierten Menge an elektrischer Energie ist es möglich rund 16'000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Ab 1. Januar 2021 leuchtet das Licht bei der GEVAG im neuen Rechtskleid einer öffentlich-rechtlichen Anstalt weiter.

Budget & Investitionen 2021

Das Budget 2021 weist Einnahmen in Höhe von CHF 21.91 Millionen und einen positiven Vorschlag von CHF 23'071 aus. Im kommenden Jahr sollen zwei neue Stellen geschaffen und gesamthaft 19 Investitionsprojekte realisiert werden. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt rund CHF 42.9 Millionen. Die Hauptinvestitionspositionen sind mit CHF 17.7 Millionen ein Neu-/Umbau der Schlackenausträge aus den Öfen inklusive der Schlackenaufbereitung sowie der Erweiterungsbau der Schlackendeponie in Cazis mit CHF 17.86 Millionen.

Schlackenaufbereitung

François Boone, Geschäftsführer des GEVAG, orientierte über das Grossprojekt Schlackenaustrag. Es handelt sich hierbei um den Komplettersatz und Erweiterung der Schlackenaustragssysteme aus den Öfen mit entsprechend neuer interner Logistik und Zwischenlagerung der Schlacke. Die Schlacke soll neu trocken anstelle nass aus den Öfen ausgetragen und zentral in einer Grossaufbereitungsanlage in Hinwil (ZH) bei der ZAV Recycling AG effizient aufbereitet werden. An dieser Anlage wird sich der GEVAG als Aktionär beteiligen. Die heutigen Aktionäre setzen sich allesamt aus Kehrichtverbrennungsanlagen zusammen. Die dabei jährlich anfallenden rund 3'000 Tonnen Metalle können dem Recyclingkreislauf zugeführt werden. Notwendig wurde dieses Projekt, da die neue Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) eine erweiterte Metallrückgewinnung vorsieht, mit entsprechend tiefen Grenzwerten. Die heute im Einsatz stehenden rund 20-30jährigen Anlagenkomponenten können die geforderten gesetzlichen Grenzwerte nicht mehr erfüllen und sind auch am Ende der technischen Nutzungsdauer angekommen. Die neue Schlackenlogistik soll im ersten Halbjahr 2023 betriebsbereit sein.

Deponiebau

Hans Geisseler erläutert das ebenso schwergewichtige Projekt des Neubaus von zusätzlichem Deponievolumen in Cazis. Die Stimmberechtigten in Cazis haben anlässlich der Urnenabstimmung vom 13. Dezember 2020 mit über 80% Zustimmung das Projekt genehmigt. Die GEVAG Delegierten haben nun den Kredit in Höhe von CHF 17.86 Million zu beraten. Dieser Ausbau wird für die nächsten 35 bis 40 Jahre Entsorgungssicherheit für Schlacke im Kanton Graubünden gewährleisten. Ende 2023 ist geplant, die neue Deponie in Betrieb zu nehmen.

Abstimmungsresultate

Das Budget 2021 und die allgemeinen Investitionen wurden von den Delegierten einstimmig genehmigt. Der neue Schlackenaustrag mit der entsprechenden Logistik und einem Kostenvoranschlag von CHF 17.7 Millionen sowie der Beteiligung an der ZAV Recycling AG in Hinwil (ZH) in Form eines Aktienkapitals in Höhe von einer Million Schweizer Franken wurde mit 40 Ja-Stimmen ohne Gegenstimmen bei 4 Enthaltungen genehmigt. Der Neubau einer Schlackendeponie in Cazis, mit einem Investitionsvolumen von CHF 17.86 Millionen, wurde einstimmig genehmigt.

Verabschiedungen

Der Verbandspräsident Hans Geisseler, der Vizepräsident Hans Thöny, die Vorstandsmitglieder Enrico Pirovino und Markus Roffler sowie die VorstandsstellvertreteriIn Gerda Wissmeier-Gasser und Ueli Roffler wie auch die GPK Mitglieder Gian Frick und Leo Wolf und der GPK-Stellvertreter Christian Markutt werden gebührend verabschiedet. Die Damen und Herren werden mit grossem Applaus durch die Delegierten gewürdigt und erhalten ein kleines Abschiedsgeschenk für ihre erbrachten Leistungen. Ebenfalls werden die anwesenden Delegierten an der letztmals stattfindenden Versammlung des GEVAG gewürdigt und verabschiedet. Neu wird das oberste Organ der GEVAG durch eine Eignerversammlung gebildet, welche sich hauptsächlich aus den GemeindepräsidentenInnen zusammensetzt.

Zum Schluss

Herr Regierungsrat Jon Domenic Parolini betont in seinem Abschiedswort als Umweltschutzminister, dass der GEVAG als Gemeindezweckverband eine spannende und teils auch turbulente Zeit hinter sich hat. Er macht einen Rückblick auf alle im Einsatz gestandenen Präsidenten des GEVAG und lobt, was heute speziell in der Energieversorgung alles erreicht wurde. Auch ist es ihm wichtig als ehemaliger Wirtschaftsminister des Kantons Graubünden zu betonen, dass der GEVAG in den letzten 20 Jahren über 20 neue Stellen geschaffen hat und für das kommende Jahr wiederum zwei neue Stellen entstehen. Auch ist die Investitionstätigkeit des GEVAG aus volkswirtschaftlicher Sicht für die Region enorm wichtig.

Er möchte der neuen strategischen Führungscrew speziell auf den Weg geben, dass er es als wichtig empfindet, dass die bis heute gelebte offene Kommunikation auch im Rechtskleid der öffentlich-rechtlichen Anstalt beibehalten wird. Er dankt allen Beteiligen, die in der ganzen Geschichte des GEVAG zum Erfolg dieser Unternehmung beigetragen haben und wünscht alles Gute für die Zukunft. Der Verbandspräsident Hans Geisseler hält das Schlusswort und dankt ebenfalls den Delegierten für die Unterstützung bei den zukunftsweisenden Projekten. Auch dankt er seinen Vorstandskollegen sowie der Geschäftsleitung des GEVAG für deren grossen Einsatz.

Ganz besonders bedanken möchte er sich aber auch bei all denen die heute nicht hier sind. Es handelt sich dabei um die rund 45 Mitarbeitenden beim GEVAG, welche Tag und Nacht die KVA in Trimmis in einem 24 Stunden 365 Tage Betrieb am Laufen halten. Er schliesst die letzte Delegiertenversammlung um 18.30 Uhr mit den besten Wünschen zum Jahreswechsel.

Erste Eignerversammlung

Die erste Eignerversammlung findet am 15. Januar 2021 in Chur im Grossratsgebäude statt.

pd