Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Klosters - Saas i.P. - Serneus
17.01.2021
17.01.2021 11:43 Uhr

Vom Töffli auf den Gögel

Mit ihrem Töffli-Lied «Hauptsach Vollgas» landete die Lenglerkapellä letztes Jahr einen YouTube-Hit. Bild: zVg
Die Ländlerkapelle Engler aus Saas startet nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihren YouTube-Clips durch. Nach dem nationalen Töffli-Hit vom letzten Jahr, welcher schon fast 29 000 Mal angeschaut wurde, ist jetzt Schlitteln angesagt.

«Lengler» – das bedeutet 6 x Engler und 1 x Ländlerkapelle = Lenglerkapellä. Die sympathische Musi-kerfamilie aus Saas hat letztes Jahr gehörig Vollgas gegeben. «Hauptsach Vollgas». So heisst denn auch ihr Töffli-Hit, mit dem sie sich nicht nur in die Herzen der Volksmusikfreunde, sondern auch der Töffli-Szene gesungen hat. Auf YouTube wurde der Clip schon fast 29 000 Mal angeschaut. Seit der Churer Fifi Frei mit «Waazzoouu» jedes Jahr hunderte Töfflibuaba und -meitla über den San Bernardino ins Tessin lotst und Volksmusiker Stefan Roos seine «Cervelat-Tour» anbietet, ist die ganze Schweiz im Töfflifieber. Die Lenglerkapellä hat mit ihrem Lied damit voll ins Schwarze getroffen.

Puch, Pony, Piaggio, Sachs

«Unsere Kinder fahren selber Töffli und haben auch viele Töffli-Kollegen», erläutert Vater Paul Engler die Entstehung des Hits. «Da kamen sie von sich aus mit der Idee, ein Lied dazu zu schreiben, was sie auch weitgehend selber gemacht haben – vom Komponieren bis zum Texten und Filmen sowie zur Produktion im Tonstudio von Röbi Disch in Conters. «Ob Puch, Pony, Piaggio oder Sachs – ganz egal – Hauptsach Vollgas», lautet der Refrain des Liedes. In den einzelnen Strophen beschreibt die Familie das Töffli-Feeling, verbunden mit beeindruckenden Bildern aus dem Prättigau.

Gögel statt Töffli

Momentan herrscht alles andere als Töffli-Wetter, aber Englers wären nicht Englers, wenn sie keine neuen Ideen hätten. Ihr aktueller 2021er-Clip «Äso ä Schlittäfahrt» widmet sich dem Gögeln im Prättigau. Auch hier wieder mit ansprechender und passender Musik sowie lustigen Bildern. Das ist aber noch nicht alles: «Eva, Lea, Luzi und Lenz haben bereits die nächsten Projekte im Köcher», freut sich Paul über das Herzblut und Engagement vier seiner Kinder. «Musizieren gehört sei jeher zu unsereren Familien. Schon der Vater meiner Frau And-rea und auch mein Vater haben musiziert und musizieren immer noch. Und jetzt freuen wir uns natürlich, dass auch unsere Kinder Spass daran haben.» Ein kleiner Wermutstropfen sei, dass die Auftritte im letzten Jahr durch die bekannten Gründe der Pandemie stark eingeschränkt oder gar nicht möglich gewesen seien, bedauert Paul. «Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um gemeinsam Vollgas zu geben. Es dauert nämlich nicht lange, und dann werden die ersten Kinder ihre eigenen Wege gehen, was solche gemeinsamen Projekte schwieriger macht.»

  • Englers neustes Lied widmet sich dem Schlitteln. Bild: zVg
    1 / 3
  • Dreharbeiten für die TV-Sendung «Potzmusig». Bild: zVg
    2 / 3
  • Unterwegs mit dem Töffli. Bild: zVg
    3 / 3

Höhepunkt Potzmusig

Dennoch konnten Englers auch im vergangenen Jahr einige Auftritte geniessen. Darunter die Aufzeichnung der Jungmusikanten Stubete «Persönlich» im Schweizer Volksmusikzentrum Lueg für Radio Tell und im Theater Jenaz. Ansonsten wurde alles abgesagt. In den Jahren zuvor hatten sie schon verschiedene «grosse» Auftritte, wie beispielsweise beim Jubiläumsfest «40 Jahre Prinz Charles in Klosters», beim Eidgenössischen Nachwuchsschwingfest ENST in Landquart, an der GUARDA in Chur oder am Alpenländischen Volksmusikwettbewerb. «Höhepunkt war für uns vorletztes Jahr die Teilnahme an der TV-Sendung «Potzmusig», wo das Schweizer Fernsehen uns und andere Volksmusikfamilien eine Woche begleitet hatten», erinnert sich Paul auf eine entsprechende Frage.

Traditionen wieder «IN»

Dass nicht nur seine Kinder, sondern die Jungen allgemein wieder mehr Freude an Volkmusik und anderen typisch schweizerischen Traditionen – wie Jodeln oder Schwingen – haben, sei erfreulich und augenfällig. «Vor ein paar Jahren musste man sich als Jugendlicher noch fast schämen, Volksmusik und Jodeln toll zu finden, erinnert sich Paul. «Heute liegen diese Dinge auch bei den Jungen wieder voll im Trend.» Er und seine Familie, die zum Glück nicht – wie andere – vom Musizieren abhängig sei, hofften, dieses Jahr irgendwann wieder ein «normales» Musikerleben mit geselligen Auftritten erleben zu können, stellt Paul abschliessend fest. Weitere Infos und Links zu den Musikstücken: www.lenglers.ch

ms