Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin

Parkhaus «Alte Eisbahn» oder «Casanna»?

Situation: hellrot Parkhaus Casanna; blau Reservefläche für Parkhauserweiterung; grün Postgebäude neu mit separater Tiefgarage. Bild: Architekturbüro Marugg & Hanselmann
Am 7. März stimmen die Klosterserinnen und Klosterser darüber ab, ob auf dem Areal «Alte Eisbahn» ein Parkhaus entstehen soll, wie es eine Volksinitiative fordert. Der Gegenvorschlag der Gemeinde sieht ein unterirdisches Parkhaus «Casanna» vor.

Im Rahmen der zur Abstimmung gelangenden Vorlage geht es um einen Standortentscheid. Die Initianten möchten auf dem Parkplatz «Alte Eisbahn» ein Parkhaus erstellen. Gemeinderat und Gemeindevorstand beurteilen diesen Standort «als nicht geeignet» und unterbreiten mit dem «Casanna-Parkplatz» einen Gegenvorschlag. Dieser sieht vor, nach dem Standortentscheid vom 7. März ein entsprechendes Projekt mit 160 Parkplätzen auszuarbeiten, über welches anlässlich einer weiteren Volksabstimmung zu entscheiden sein wird.

Warum ein Parkhaus?

Die am 9. April 2019 eingereichte Initiative «Planung und Erstellung Parkhaus alte Eisbahn» verlangt ein Parkhaus mit 450 Parkplätzen. Wenn die Initiative auch die seit Jahrzehnten in der Gemeinde behandelte Problematik mangelnder Parkierungsmöglichkeiten während den Spitzentagen in der Winterhochsaison aufnehme, bilde sie nach Ansicht von Gemeinderat und Gemeindevorstand das falsche Mittel. Gehe man von einem maximalen Parkplatzbedarf an lediglich 15 bis 20 Spitzentagen in der Hauptsaison aus, bestehe für ein Parkhaus kein zwingender Bedarf. «Diese Spitzentage könnten mit einem leistungsfähigen Parkleitsystem, gepaart mit einem Park und Ride (P+R) ab Selfranga, abgedeckt werden.» Zu diesem Schluss sei das von der Gemeinde in Auftrag gegebene und 2020 präsentierte Verkehrs- und Parkierungskonzept gelangt.

Dass die Gemeinde trotzdem den Bau eines Parkhauses befürwortet, steht mit der Bahnhofstrasse Klosters Platz in Zusammenhang. Diese soll sich künftig zum Begegnungs- und Flanierraum mit möglichst wenig Verkehrsaufkommen entwickeln. Mit dem neuen Casanna-Parkhaus, welches auf dem Areal des heutigen oberirdischen Casanna-Parkplatzes vorgesehen wäre, könnten die Fahrzeuge vom Zentrum weggelenkt werden: «Die Besucher gelangen vom Parkhaus in wenigen Schritten direkt ins Zentrum. Die Attraktivität dieses Begegnungszentrums erhöht sich enorm.»

Das Montana-Areal selbst würde mit dem Parkhaus nicht tangiert, schreibt die Gemeinde. Wichtig sei auch zu wissen, dass für das Montana-Areal kein Projekt be-
stehe.

Bild: Architekturbüro Marugg & Hanselmann

Kardinalsfrage

Die Initianten würden darauf hinweisen, dass die Parzellen «Alte Eisbahn» (Parzelle Nr. 286) und «Alter Marktplatz» (Parzelle Nr. 600) mit dem neuen Parkhaus überbaut werden sollten. Die Parzelle «Alter Marktplatz» stehe jedoch gar nicht mehr zur Verfügung. «Die Fehlannahme der Initianten ergibt ein falsches Planbild beziehungsweise hat eine falsche Visualisierung zur Folge, bei der die Initianten irrtümlicherweise ein Parkhaus skizzieren, das auch die Fläche ‹alter Marktplatz› einbezieht. Werden die planerischen Möglichkeiten auf der Parzelle ‹Alte Eisbahn› korrekt eingehalten, muss das Gebäude markant höher gebaut werden.»
Letztlich stelle sich die Kardinalsfrage, ob man bereit sei, den letzten grossen und befestigten Platz in Zentrumsnähe mit einem Parkhaus zu überbauen. «Wo sollen all die bestehenden und künftigen Outdoor-Anlässe durchgeführt werden?» Auch werde mit diesem zusätzlichen Bauwerk der Blick ins Silvretta-Gebiet markant eingeschränkt. «Ein Parkhaus auf der ‹Alten Eisbahn› ist mit einer unverantwortlichen Beeinträchtigung des Ortsbilds verbunden.»

Kosten/Zeithorizont

Die Variante «Alte Eisbahn» käme laut Gemeinde auf Gesamtkosten von 14,2 bis 15,5 Millionen Franken zu stehen. «Mit dem Gegenvorschlag «Casanna» könnte die unter dem Strich gleich grosse Anzahl zusätzlicher Parkplätze mit 8 bis 8,8 Millionen Franken für nicht viel mehr als die Hälfte der Kosten realisiert werden.»

Der weitere Terminplan für die Umsetzung präsentiere sich für beide Standorte ähnlich. Man könne davon ausgehen, dass die Urnengemeinde in der ersten Hälfte 2022 über ein Projekt abstimmen könne. Die Realisierung des Bauvorhabens würde dann 2023/24 umgesetzt, dies immer unter der Voraussetzung, dass eine der beiden Varianten bei der Stimmbevölkerung auf Zustimmung stösst.

H. Wyss