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Leserbrief
Leserbriefe
03.03.2021
02.03.2021 15:07 Uhr

Internationaler Naturpark Rätikon

unsplash Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Romie Belz, Grüsch

Naturpark Ja oder Nein? Wir haben am 7. März über eine sehr komplexe Vorlage zu befinden, und um uns Grüscherinnen und Grüschern die Entscheidungsfindung zu erleichtern, empfiehlt der Gemeindevorstand in seiner kürzlich verteilten Botschaft, ein «Nein» auf unseren Stimmzettel zu schreiben. Nun hör ich wohl die Botschaft, allein mir fehlt der Glaube, dass ein Alleingang für Grüsch mehr Vorteile bringt. Nach dem Wegfall von Prättigau Tourismus würde deren Aufgaben die Gemeinde Grüsch übernehmen. Ohne eine mit Zahlen belegte Gegenüberstellung kosten Naturpark: Kosten Alleingang Grüsch ist für uns Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nicht abschätzbar, wie der vom Gemeindevorstand favorisierte Alleingang aussehen soll. Wofür genau würden die zur Verfügung stehenden Mittel aufgewendet? Sind die für ein effizientes Marketing notwendigen personellen Ressourcen und Fachkompetenzen vorhanden? Unverbindlich und in allgemein gehaltenen Worten wird versucht, die vorgesehene Strategie und die angestrebte Zielsetzung vorzustellen. Keine Erklärung dazu, warum oder wodurch bei einem Alleingang der Name Prättigau besser wahrgenommen werden soll. Ausserdem wird lediglich ein, zwar nicht unwesentlicher, aber eben nur ein Teilbereich des Naturpark-Projekts fokussiert, nämlich der Tourismus. Alle anderen Bereiche wie Landwirtschaft, Gesellschaft, regionale beziehungsweise überregionale Zusammenarbeit, Kultur und damit ein Grossteil dessen, was diesen Naturpark Rätikon auch ausmacht, werden nicht einmal erwähnt. Dabei sind doch gerade hier ganz viele Möglichkeiten für ein erspriessliches Miteinander zu finden.

Nun kann man durchaus der Meinung sein, dass wir einen Naturpark Rätikon gar nicht brauchen, ja nicht einmal wollen. Sogar warnende Stimmen sind zu hören, mit der Errichtung des Naturparks gingen uns Freiheit, Selbstbestimmung oder sogar unsere Heimat verloren und nicht abzusehen die massenhaft einfallenden Touristen! Wir leben doch recht gut hier, können uns zufrieden zurücklehnen und uns unseres bisherigen Erfolges erfreuen. Stimmt schon, doch Angst lähmt und aus Zufriedenheit wird ganz schnell Bequemlichkeit. Wenn man also, um es bildlich darzustellen, zu lange auf den bequemen Polstern sitzen bleibt, sind die irgendwann durchgesessen. Da ist es doch besser, von Zeit zu Zeit aufzustehen, Fenster und Türen zu öffnen und in frischer Luft die Polster aufzuschütteln und hin und wieder nachzufüllen. Damit das Polster lange Bestand hat. In diesem Sinne sage ich Ja und freue mich, wenn trotz einiger Bedenken der Internationale Naturpark Rätikon mit allen zehn Prättigauer Gemeinden als Partner entsteht. Das wär ein echtes Bekenntnis zum Prättigau.

Romie Belz