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Leserbrief
Leserbriefe
03.03.2021

Ma sött…

unsplash Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Sara Smidt, Jenaz, Kulturkommission Prättigau

Kennen Sie Herr und Frau Masött? Die haben gerade Hochkonjunktur. Ma sött das grosse Konfliktpotenzial zwischen Landwirtschaft, Gewerbe, Biker, Wanderer usw. angehen. Ma sött die Infrastruktur mit WC- und Jausenstationen, Übernachtungsmöglichkeiten und gut unterhaltenen Wanderwegen auffrischen. Ma sött luege, dass Steuergelder nicht immer in die Taschen der ewig gleichen fliessen. Ma sött die Natur in Ruhe lassen. Ma sött die Natur nutzen dürfen. All das rufen uns Gegner des Naturparks Rätikon zu, z.B. in Leserbriefen dieser Zeitung.

Und sie haben recht! Genau deshalb brauchen wir den Naturpark Rätikon. Jemand muss die Konfliktbeteiligten zusammenbringen. Dafür sind Koordinationsplattformen vorgesehen. Jemand muss aktiv Infrastruktur für AusflüglerInnen (auch Ein- und Zweiheimische!) und Touristen so koordinieren, dass Initiativen mit Zuversicht und aufeinander abgestimmt wachsen können. (Das übersteigt die derzeitigen Möglichkeiten von Prättigau Tourismus auf Dauer.) Jemand muss dafür sorgen, dass diese verschiedenen Stimmen in der Region und über die Grenzen hinaus sich auf Wesentliches einigen und nicht einfach die Lautesten gewinnen. Herr und Frau Masött wird es im Naturpark Rätikon geben. Diese Struktur hat vor allem die Aufgabe zu koordinieren, sodass Ideen und bestehende Kräfte sich konstruktiv einbringen können. So wird aus einem Solo oder einer Kammermusik ein wohlklingendes Orchester. Damit haben die musikliebenden PrättigauerInnen viele gute Erfahrungen! Wenn von SkeptikerInnen eingeworfen wird, die Kosten der Umsetzung von Projekten seien noch nicht abschätzbar, weil man noch nicht wisse, was es braucht und was man will, sage ich: gut so! Denn wäre alles bereits klar, höre ich diese Stimmen: Die haben bereits alles unter sich abgemacht, da haben wir keine Chancen. Aber die Chance haben wir jetzt! Mindestens drei Jahre lang, hoffentlich zehn.

Stimmen Sie nicht nur mit Ja, sondern gehen Sie zu den Treffen, die der Naturpark einberufen wird, rufen Sie an, schreiben Sie Ihre Anliegen der Geschäftsstelle, arbeiten Sie Ideen mit ähnlich Gesinnten und anderen aus. Dafür ist der Naturpark Rätikon da! Wäre schade, wenn eine gute regionale Zusammenarbeit auf Abfallwirtschaft und Kultur beschränkt bliebe.

Und ja, es gibt einen Makel: Die Bezeichnung Naturpark. Denn eigentlich müsste er heissen Park für Natur, Landwirtschaft, Kultur, Gewerbe, Bildung und Tourismus. Zu lang? Also lassen wir es bei Naturpark Rätikon und machen zusammen das Beste daraus, um dieses Wort mit gelebter sanfter Entwicklung zu füllen.

Sara Smidt