Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Leserbrief
Leserbriefe
03.03.2021

Rätikonpark – eine neue Steuergeldschleuder oder?

unsplash Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Toni Fausch, Fanas

Eingangs meines Leserbriefs möchte ich im Namen vieler dem Gemeindevorstand Grüsch ein Lob aussprechen, dass er so offen ein Nein kommuniziert und auch begründet hat. Bravo.

Man kann sich mit dem (Internationalen) Naturpark Rätikon auseinandersetzen wie man will, sehr viel Positives, wovon die ganze Talbevölkerung profitieren würde, findet man nicht. Auch nicht auf der Webseite!

Profitieren werden sowieso nur diese Gruppen, welche jetzt schon den grössten Profit haben. Ich bin der Meinung, dass der Tourismus bereits ein Mass angenommen hat, welches nicht nur gross, nein sogar viel zu gross ist. Heute sind in jeder Ecke Müll zu finden, Ski- und Snowboardspuren aus jedem kleinen Waldstück heraus, Autokolonnen auf der Prättigauerstrasse, nicht nur mehr wie früher im Winter, nein, heute hat es das ganze Jahr Autokolonnen, vor allem am Wochenende.

Wie man heute beobachten kann, sind so viele Biker, Wanderer, Jogger, Pilzsammler und Gleitschirme unterwegs wie nie zuvor, und das soll noch mehr werden? Noch mehr Tagestouristen?

Im Winter überall Aufrufe auf Plakaten und Sozialmedien: «Das Wild braucht jetzt Ruhe!» Ich denke das Wild, Fauna und Flora würden sich während dem ganzen Jahr über mehr Ruhe freuen.

Sollte der Naturpark Rätikon am 7. März angenommen werden, wird es von den Befürwortern nach der Einrichtungsfase heissen: «Jetzt haben wir so viel investiert, wer A sagt muss doch auch B sagen!»

Ist eigentlich den Befürwortern bewusst, dass ein Internationaler Naturpark Rätikon, bis jetzt wird mehrheitlich nur vom Rätikonpark gesprochen, dies eine Verbündung mit EU-Ländern ist? Heisst, wenn der Park entstehen soll, werden wir eine Situation haben 2 × EU und 1 × Schweiz! Es wird dann mit grösster Wahrscheinlichkeit so sein, dass der Internationale Naturpark nach den Parkrichtlinien und Vorschriften der EU geführt werden muss! Wollen wir das wirklich?

Ich hatte Gespräche mit Befürwortern, welche immer die gleiche Antwort parat hatten: «Es ändert sich ja nichts, es bleibt alles wie es jetzt ist! Dann frage ich mich, für was sollen wir dann noch zusätzlich Geld ausgeben, wenn sich nichts ändert? Es könnte zu einem Fass ohne Boden werden.

Und seien wir uns bewusst: die Staats- Kantons- und Gemeindekassen werden in den nächsten Jahren genug belastet sein mit den Folgen von Covid-19!
Liebe Prättigauerinnen und Prättigauer, für ein weiterhin schönes Heimattal Prättigau, legt mit Überzeugung am 7. März ein Nein zum Naturpark Rätikon in die Urne. Die Natur wird Euch danke sagen.

Toni Fausch