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Leserbrief
Leserbriefe
24.03.2021

Klimawandel, Vegetarier und Kühe

unsplash Bild: unsplash
Ein Leserbrief von Brigitte Steiner, Buochs

In der P&H-Ausgabe vom Samstag, 20. März, konnten wir im Beitrag von EW zur Agrarpolitik 22+ lesen, wie sich der Schreiber darüber lustig macht, dass Veganer, Vegetarier und Tierschützer sich einig seien, dass die Kühe mit ihren Rülpsern und Fürzen Klimakiller seien. Tatsächlich hat die weltweite Fleischproduktion einen nicht unbedeutenden Anteil an der Klimaerwärmung, das ausgestossene Methan ist dabei aber nur ein Faktor. Schuld an der Misere ist aber bestimmt nicht die Kuh, sondern wir Menschen, die wir immer mehr Wälder roden und generell zu viel Ressourcen verbrauchen. Ein Leserbriefschreiber meinte in der gleichen Ausgabe, er hätte in der Zeitung «Die Idee» (junge SVP!) gelesen, dass der grösste Anteil von Methangas aus dem Meer komme. Was er «vergessen» hat zu erwähnen ist, dass dieser Ausstoss ebenfalls grösstenteils menschengemacht ist und zwar durch Öl- und Gasbohrungen am Meeresboden. Doch der Klimawandel ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Ursachen und Zusammenhängen und ich masse mir nicht an, hier eine Expertin zu sein. Mich stört aber, wenn selbst ernannte Experten Umweltschützer, Tierschützer und sogar Vegetarier (lange nicht alle, die kein Fleisch essen, machen das aus Umwelt- oder Tierschutzgründen), immer wieder pauschal als realitätsfremde Extremisten darstellen, die alle nur Böses im Sinn haben und irgendwie nicht normal sind. Nach meinen Beobachtungen gibt es «Söttigi» und «Söttigi» in allen Lagern. Etwas weniger Vorurteile und Verallgemeinerungen täten gut.

Brigitte Steiner