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30.03.2021

Arno Lietha Weltcupsieger Sprint-Gesamtklassement

Arno Lietha, Sieger im Sprint-Weltcup-Gesamtklassement freut sich riesig über die verdiente Kristallkugel. Bild: peteralthaus.ch
Beim Weltcup-Finale in Madonna di Campiglio (ITA) feierte Arno Lietha einen weiteren Weltcupsieg in seiner Paradedisziplin, dem Sprint. Dank seinen fantastischen Leistungen während des ganzen Winters durfte sich der Fideriser zudem als Gewinner des Weltcup-Gesamtklassements feiern lassen.

Nach vier vorangehenden Stationen fand letzte Woche am Fusse der Brenta-Dolomiten das Weltcupfinale statt. Zum Auftakt stand am Donnerstag ein Sprintrennen im Programm – die Schweizer Paradedisziplin. Für Arno Lietha wurde Madonna di Campiglio zum Ort des Triumphs.

Der Prättigauer, welcher im zu Ende gegangenen Winter immer noch der Altersklasse U23 angehörte, war diese Saison schon im Martelltal zuoberst auf dem Sprintpodest gestanden. Vor dem Finale trennten den 22-jährigen Fideriser im Gesamtklassement der Elite gerademal neun Weltcuppunkte vom Franzosen Thibault Anselmet. Und er hielt dem Druck stand. Der amtierende U23-Sprint-Weltmeister zeigte ein starkes Rennen und überquerte als Erster die Ziellinie, womit er in den Kategorien Senior Men und U23 Men siegreich war. Damit kürte sich Arno Lietha gleich noch zum Sieger im Sprint-Gesamtklassement.

Nicht damit gerechnet

«Dass ich mein grosses Ziel, den Gesamtweltcup zu gewinnen, schon in diesem Winter schaffe, das freut mich extrem. Damit hatte ich nie gerechnet», erklärt Arno Lietha zufrieden. «Der Gedanke war im Hinterkopf wohl präsent und ich habe immer wieder davon gesprochen, explizit in dieser Saison darauf hin gearbeitet, das habe ich jedoch nicht», so der Prättigauer gegenüber dem P&H. Gerade in dieser besonderen Saison habe man von Rennen zu Rennen schauen müssen. «Jedes hätte das letzte sein können. Zudem sind die Abstände mit dem neuen Punktesystem viel geringer geworden. Schlechte Resultate oder Ausfälle liegen nicht drin, wenn man sich eine Chance auf den Gesamtweltcup wahren will.»

Traumziel Olympia

Als Traumziel nennt Arno Lietha Olympia. An den Olympischen Spielen im kommenden Winter ist das «Skitourengehen», das sogenannte «Ski Mountaineering» jedoch mit Sicherheit noch kein Thema. Dies entschied das IOC bereits 2018. «Nach Peking sollte dann feststehen, ob die Sportart 2026 in Cortina d’Ampezzo olympisch wird. Italien ist mit dem Skitourenrennsport sehr verbunden. Die Italiener wären sicher dafür», meint Arno Lietha. Er wird sicher alles daran setzen, an Olympia dabei zu sein, wenn es so weit ist. Vorläufig konzentriert sich der Fideriser Gesamt-Weltcupsieger darauf, im Sprint konstant vorne dabei zu bleiben und sich in den anderen Disziplinen «Schritt für Schritt» nach vorne zu arbeiten. «Ich erwarte jetzt nicht, dass ich nächste Saison in den andern Disziplinen unter die besten fünf laufe, sondern zuerst einmal in die ersten 30, dann in die ersten 20...» Der Sprint werde seine liebste Disziplin bleiben, sagt der Fideriser. «Schliesslich bleibt jeder weitere Weltcupsieg speziell. Dafür arbeitet man auch den ganzen Sommer über.»

Wertvolle Unterstützung

Die Motivation ist beim Gewinner der Kristallkugel auch am Ende einer langen Saison voll da. Aus bekannten Gründen abgesagt sind die Frühjahrsklassiker. Noch folgen Trainingslager im Bereich Hochtouren. Dann ist erst einmal Pause, bevor es nach rund eineinhalb Monaten mit den Vorbereitungen für den kommenden Winter losgeht. Wenn er es einrichten kann – im Winter ist dies an zwei bis drei Tagen pro Woche der Fall – arbeitet der gelernte Polymechaniker EFZ zuhause in der Landwirtschaft mit. «Ohne die wertvolle Unterstützung all meiner Sponsoren und Gönner könnte ich meinen Sport in diesem Masse nicht ausüben. Für das in mich gesetzte Vertrauen bin ich diesen sehr dankbar», sagt der Weltcupsieger. «Vom Siegergeld können wir im Skitourenrennsport bei weitem nicht leben. Ohne finanzielle Unterstützung müsste ich mehr arbeiten und die sportliche Leistung würde darunter leiden.»

Fatton bei den Frauen

Mit Ausnahme der Kategorie U23 Women, in welcher diese Saison keine Schweizer Athletin startete, gewann das SAC Swiss Team in sämtlichen Kategorien das Weltcup-Gesamtklassement in der Disziplin Sprint: Die Neuenburgerin Marianne Fatton (Senior Women), Arno Lietha (Senior Men und U23 Men), Caroline Ulrich (U20 Women) und Léo Besson (U20 Men).

H. Wyss