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Kanton
09.04.2021

Fallhäufung trotz Coronaimpfung

Impfung gegen Corona (Symbolbild). Bild: zVg
In einem Seniorenzentrum im Churer Rheintal wurde eine Häufung von Coronafällen festgestellt. Dabei handelt es sich um vier Bewohnerinnen und Bewohner, welche bereits im Februar 2021 vollständig geimpft worden waren. Das Gesundheitsamt analysiert derzeit die Fälle. Die betroffenen Personen haben milde Verläufe. Eine weitere Häufung von Coronafällen wurde im Ausreisezentrum Flüeli in Valzeina verzeichnet.

Das kantonale Contact Tracing registrierte in einem Seniorenzentrum eine Häufung von Coronafällen. Derzeit sind vier Bewohnerinnen und Bewohner betroffen, welche Mitte Januar 2021 erstmals und Anfang Februar 2021 vollständig mit dem Comirnaty-Impfstoff geimpft wurden. Der RNA‑Impfstoff von Pfizer/BioNTech verringert das Risiko für eine Covid‑19-Erkrankung laut Zulassungsstudie um 95 Prozent.

«Die betroffenen Personen befinden sich in Isolation mit milden Verläufen und die Maskentragpflicht für geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner wurde wieder eingeführt.»

Betriebstestung verhindert Coron-Ausbruch

Das Gesundheitsamt hat in Zusammenarbeit mit der Institutionsleitung die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Pflegepersonals veranlasst. Die betroffenen Personen befinden sich in Isolation mit milden Verläufen und die Maskentragpflicht für geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner wurde wieder eingeführt. Im Seniorenzentrum wurde das Schutzkonzept konsequent umgesetzt. Zudem beteiligt sich der Betrieb an den regelmässigen Betriebstestungen, wobei die Mitarbeitenden regelmässig mittels Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus getestet werden. Aufgrund erster positiver Fälle bei ungeimpften Bewohnerinnen und Bewohner wurde in regelmässigen Abständen flächendeckend getestet. Dabei wurde bei vier geimpften Bewohnerinnen und Bewohner eine Infektion nachgewiesen. Eine Person im Alter von 84 Jahren mit schweren Vorerkrankungen ist kürzlich verstorben. Über die Todesursache kann derzeit noch keine Aussage gemacht werden.

«Auch nach Impfungen kann es zu Erkrankungen kommen, insbesondere, wenn erst eine Impfung verabreicht wurde oder die zweite Impfung noch nicht so lange zurückliegt. Der volle Impfschutz wird 14 Tage nach der zweiten Dosis erreicht.»

Coronafälle werden untersucht

Im Kanton Graubünden wurden über 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen vollständig geimpft. Obwohl in Heimen keine Ausbrüche mehr verzeichnet wurden, kam es zu vereinzelten Ansteckungen. Dies, weil auch unter den besonders gefährdeten Menschen in Alters- und Pflegeheimen keine Impfpflicht besteht und sich nicht alle Personen haben impfen lassen. Auch nach Impfungen kann es zu Erkrankungen kommen, insbesondere, wenn erst eine Impfung verabreicht wurde oder die zweite Impfung noch nicht so lange zurückliegt. Der volle Impfschutz wird 14 Tage nach der zweiten Dosis erreicht.

Schutzmassnahmen sind weiterhin einzuhalten

Die Ursache für die Fallhäufung wird derzeit durch das Gesundheitsamt Graubünden und externe Fachpersonen untersucht. Das Gesundheitsamt ruft geimpfte Personen dazu auf, sich trotz Impfung strikte an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Eine Impfung schützt vor einem schweren Krankheitsverlauf. Studien aus Israel und Grossbritannien liefern erste Hinweise, dass Impfungen auch vor Übertragungen schützen können, noch fehlen dazu aber gesicherte Daten.

Fallhäufung im Ausreisezentrum Flüeli

Am Donnerstagabend registrierte das Contact Tracing zudem eine Häufung von Coronafällen im Ausreisezentrum Flüeli in Valzeina. Derzeit wurden 17 von 24 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt hat das Ausreisezentrum unter Quarantäne gestellt und die betroffenen Personen isoliert – sie haben milde Verläufe. Bewohnerinnen und Bewohner mit negativem Testergebnis verbringen die Quarantäne in Einzelzimmern. Das Ausreisezentrum hat derzeit eine Belegung von rund 50 Prozent.

pd