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Jenaz
18.04.2021

Ein Leuchtturm für die regionalen Produkte

Markus Wolf (Architekt), Michael Schumacher (Ritter Schumacher AG), Daniel Buschauer (Leiter Amt für Landwirtschaft und Geoinformation), Christoph Caprez (Präsident Verwaltungsrat Graubünden Vivonda AG), René Burkhard (Leiter Markt Schweiz Repower) und Tino Vetsch (Abteilungsleiter Hochbau) (v.l.). Bild: C. Imhof
Am Mittwoch lud die Graubünden Vivonda AG beim Garola-Areal in Pragg-Jenaz zum Spatenstich. Entstehen soll dort bis Mitte August das Kompetenzzentrum graubündenVIVA, welches zum neuen Standort für Regionalprodukte avancieren soll. Ähnlich wie bei den feilgebotenen Produkten setzen auch die Bauenden komplett auf regionale Firmen.

Die Prättigauer Strasse ist stark frequentiert, denn nicht nur ein Grossteil der Einheimischen nutzt sie täglich, auch jegliche Touristen, die nach Klosters oder Davos reisen, passieren auf ihr das Tal. Dass dies ein enormes Potenzial bietet, hat auch die Graubünden Vivonda AG entdeckt und bei der Ausfahrt Pragg-Jenaz auf dem 5000 m2 grossen Areal ein Zentrum geplant (P&H berichtete).

Alles für die Region

Bei herrlichem Frühlingswetter begrüsste Christoph Caprez, Präsident des Verwaltungsrats, die zahlreichen Medienschaffenden auf der grünen Wiese beim Garola-Areal. Nach dem ersten Schritt, mit dem Genussmarkt in Maienfeld, gehe es hier im Prättigau direkt weiter. Dieses Zentrum werde ein Leuchtturm für die Region, denn nicht nur die Produkte, die später vor Ort verkauft werden, seien regional produziert, auch beim Bau werde komplett auf regionale Firmen gesetzt. Neben dem Zement und Beton von der Vetsch Bau AG in Küblis, sei auch das Holz aus dem Mondholzschlag am Putzerberg. So könne man Ressourcen sinnvoll nutzen und brauche Baumaterial nicht um die halbe Welt zu karren.

Nachhaltigkeit im Prättigau

Zum Bau erklärte Caprez, mehr aus der Materie Holz herausholen zu wollen. Sogar in der Produktion und auch in den Kühlräumen des fertigen Gebäudes seien die Oberflächen aus Holz, was eine absolute Neuheit sei. Durch diesen Fokus auf Holz wolle man die Wertschöpfung verbessern und auch zeigen, was Graubünden alles zu bieten habe. «Der Genussmarkt ist eine Ergänzung und keine Konkurrenz zu den lokalen Geschäften.» Das stellte der Vivonda-Präsident Caprez klar. Der Bau der Holzkon-
struktion sei im Hintergrund bereits im Gange, aus diesem Grunde sollte das Gebäude schon Mitte August komplett stehen. Auf das Dach werde dann die Repower eine Photovoltaikanlage installieren. Auch der Strom der aus der Dose komme, sei laut dem Schweizer Marktleiter René Burkhard 100 Prozent aus nachweislich ökologischer Bündner Produktion. Ausserdem gebe es vor dem Gebäude drei Ladestationen, welche auch Fahrer von elektrisch betriebenen Autos einen Moment länger vor Ort zum Verweilen einlade.

Umleitung der Wertschöpfung

Für den Aufbau der ersten Verkaufsstandorte in Pragg-Jenaz und Maienfeld sind Investitionen von 4,14 Millionen Franken vorgesehen. Mitgetragen wird das Projekt auch vom Kanton Graubünden, welcher einen Beitrag von maximal 1,08 Millionen Franken beisteuert. An der Medieninformation erklärte Daniel Buschauer, Leiter des Amts für Landwirtschaft und Geoinformation :  «Die Direktvermarktung hat in der Bündner Landwirtschaft eine grosse Bedeutung. Es fehlen bis heute jedoch weitgehend Verkaufsstellen, wo ein grosses Sortiment an Bündner Spezialitäten gebündelt verkauft wird und wo auch Produkte von Anbietern in Kleinmengen angeboten werden können.» Man wolle so verhindern, dass die lokalen Landwirte ihre Produkte zu Spottpreisen an Supermarktketten weitergeben und durch das Kompetenzzentrum eine Umleitung der Wertschöpfung in Gang setzen. Diese solle vom Export zurück in die Region fliessen und den lokalen Produzenten zu Gute kommen.

cim