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Marc Hirschi noch nicht in Topform

Letztes Jahr gewann Marc Hirschi an der Flèche Wallonne. Nun kehrt er zurück - mit einem neuen Team und noch ohne Topresultat in dieser Saison Bild: KEYSTONE/EPA/JULIEN WARNAND
Flèche Wallonne – Als Vorjahressieger der Flèche Wallonne und als Zweiter von Lüttich-Bastogne-Lüttich rückt Marc Hirschi an den beiden Rennen in dieser Woche wieder in den Fokus - trotz bisher fehlender Resultate.

Hirschis Aufstieg in der verkürzten Saison 2020 war kometenhaft. Eine erfolgreiche Tour de France mit einem Etappensieg, zwei weiteren Podestplätzen und der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer katapultierte ihn ins Rampenlicht. Mit der Bronzemedaille an der WM sowie dem Triumph an der Mur de Huy in Wallonien und dem 2. Rang in Lüttich bestätigte sich Hirschi in der absoluten Weltspitze.

Nun kehrt Hirschi in den Ardennen an die Stätten seiner Erfolge zurück. Zu den Topfavoriten gehört der 22-Jährige Newcomer des Vorjahrs bei den diesjährigen Auflagen aber nicht. Zu turbulent und problematisch verlief seine Vorbereitung auf die neue Saison - angefangen mit dem abrupten Teamwechsel vom Team DSM (ehemals Sunweb) zu UAE Emirates bis hin zu den Problemen mit dem Material und der Gesundheit.

Hirschi hat diesen Frühling erst drei Wettkämpfe, zwei Etappenrennen und das Gold Race vom Sonntag, in den Beinen. Er wusste es bereits vor dem Gold Race: "Ich bin noch nicht in Top-Topform." In Valkenburg vermochte Hirschi im Finale entsprechend nicht ganz mit den Besten mitzuhalten.

Wie gut sein Leistungsvermögen derzeit tatsächlich ist, und ob er an der Flèche Wallone und in Lüttich wieder um den Sieg mitfahren kann, weiss wohl nicht einmal der junge Schweizer selbst. Die Antwort wird erst das Resultatblatt liefern.

Hirschi berichtet, dass seine Form in den letzten Wochen "besser geworden" ist, und er weiss auch, dass an Eintagesrennen "vieles möglich" ist und "alles passieren" kann. Die Erwartungen an Hirschi bei UAE Emirates sind hoch. Druck von seinem neuen Arbeitgeber spüre er aber trotzdem (noch?) nicht. "Den setze ich mir primär selbst."

Das Timing ist entscheidend

Vor einem Jahr hatte Hirschi an der Mur de Huy, der 1,2 km langen und mit durchschnittlich 10,3 Prozent steilen Zielrampe der Flèche Wallonne, alle hinter sich gelassen. Seinem Antritt rund 100 m vor dem Ziel vermochte keiner der Konkurrenten zu folgen. "Es ist wichtig, so frisch wie möglich zu sein im Finale", beschreibt Hirschi das Erfolgsrezept an der spektakulären "Mauer".

Während der letzten Kilometer des Rennens gelte es, keine unnötige Energie zu verschwenden. "An der Rampe selbst fährt man nach Gefühl. Man hat keine Zeit, auf seine Kräfte zu achten. Man entscheidet sich einfach, auf Angriffe zu reagieren oder nicht", erzählt Hirschi zum Timing.

Mit Blick auf die letzten Ausgaben der Flèche Wallonne sei es wichtig, nicht zu früh zu attackieren. Eine gute Position zu Beginn der Mur helfe zudem, dass nicht zu viele Gegner überholt werden müssen.

Mehrere Trümpfe

Der Druck beim Team UAE Emirates in den Ardennen-Klassikern lastet nicht allein auf den Schultern von Hirschi. Mit Tadej Pogacar, dem Gewinner der letztjährigen Tour de France, weiss die Equipe am Mittwoch und am Sonntag eine mindestens so valable Option in ihren Reihen.

Der Slowene war letztes Jahr in Lüttich hinter Hirschi auf Platz 3 gefahren und fügte seinem Palmares in diesem Frühling bereits die Gesamtsiege an der UAE Tour und am Tirreno hinzu. Mit fünf Saisonsiegen ist Pogacar bereits wieder einer der erfolgreichsten Fahrer im Feld.

Auch Davide Formolo (2019 Zweiter in Lüttich) sowie die Routiniers Rui Costa und Diego Ulissi sind bei UAE in den Ardennen zu Topresultaten fähig.

Keystone-SDA