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Der Halbfinal zweier durstiger Klubs

Die Trainer Alain Geiger und Peter Zeidler dürften auch am Mittwoch auf Distanz gehen Bild: Keystone/GIAN EHRENZELLER
Schweizer Cup – St. Gallens Geschichte im Schweizer Cup ist in kurzen Zügen erzählt, Servette dagegen hat eine alte Cup-Tradition. Einer der beiden wird erstmals seit 20 und mehr Jahren in den Final kommen.

Am Mittwoch machen sie es im Halbfinal ab 17 Uhr in Genf untereinander aus. Die Servettiens werden mit geschwellter Brust antreten. Sie sind die Einzigen, die den alten und neuen Meister YB in der Super-League-Saison besiegen konnten. Vor ein paar Tagen taten sie es zum zweiten Mal. Aber auch St. Gallen hat gegen die Berner in dieser Saison gewonnen: beim vielbeachteten 4:1 im Cup-Achtelfinal.

Das Formbarometer zeigt Richtung Genfersee. Servette hat in den letzten vier Runden alle Möglichkeiten, die Meisterschaft vor Basel und anderen Widersachern im 2. Rang abzuschliessen. Die Grenats gewannen in der Super League sieben ihrer letzten elf Spiele.

Demgegenüber haben sich die Ostschweizer trotz des kürzlichen Sieges gegen Vaduz - ihres einzigen Sieges in den letzten zehn Runden - noch nicht aus der Abstiegszone verabschieden können. Nächsten Sonntag, vier Tage nach dem Halbfinal, werden sie daheim das eminent wichtige Spiel gegen Schlusslicht Sion austragen.

Die sehr unterschiedlichen Lagen der Klubs in der Super League müssten darauf schliessen lassen, dass die Genfer den Halbfinal entspannter angehen werden - falls sich die St. Galler nicht für dieses eine Spiel von ihrer Befangenheit lösen können. Andererseits heisst es immer, der Cup habe eigene Gesetze.

Lange Durststrecken

Servette war letztmals 2001 in einem Cupfinal, St. Gallen letztmals 1998. Einer von beiden wird seine lange Durststrecke beenden.

In der Geschichte des 1925 begonnenen Cupwettbewerbs sind die 19-fachen Finalisten aus Genf wesentlich besser verankert. Servette gegen GC ist bis heute die häufigste Finalpaarung überhaupt. Sieben Mal spielten die beiden gegeneinander, dreimal siegte Servette, zuletzt 1978 nach einem Wiederholungsspiel. Auf dem Weg zu ihrem bis anhin letzten von sieben Cupsiegen, 2001, mussten die Genfer im Halbfinal St. Gallen schlagen. Die St. Galler waren in der Saison davor Meister geworden. Aber Servette siegte zuhause 1:0. In seiner kurzen Genfer Zeit erzielte Alex Frei in der 77. Minute das Tor.

Die Ostschweizer haben im Schweizer Cup nicht viele Spuren hinterlassen. Vier Finalteilnahmen, ein Sieg, 1969 mit 2:0 gegen Bellinzona. Trotzdem waren sie bei einem der dramatischsten Finals in Bern zugegen. In jenem Final zwischen St. Gallen und Lausanne entspann sich das Drama um den Niederländer Edwin "Edi" Vurens aus der orangen Epoche der St. Galler, der auch Wilco Hellinga und Erik Regtop angehörten. Früh in der zweiten Halbzeit hatten die St. Galler schon mehr als eine Hand am Pokal. Vurens hatte nach einer halben Stunde das 1:0 und direkt nach der Pause das 2:0 geschossen. Und jetzt, nach 56 Minuten, nahm er Anlauf, um einen Foulpenalty zu versenken. Das 3:0 hätte vermutlich alles entschieden. Aber Martin Brunner im Lausanner Tor wehrte ab. Dadurch ermutigt, schlugen die Waadtländer mit zwei Toren zurück. Vurens hätte St. Gallens Held im Cupfinal werden können. Aber der Held wurde Brunner, indem er im Penaltyschiessen zwei weitere Penaltys hielt.

Vurens wechselte nach der Saison zu Servette, mit dem er 1999 Schweizer Meister wurde.

  • Grejohn Kyei (rechts) - zusammen mit Miroslav Stevanovic der Trumpf in Servettes Offensive Bild: Keystone/MARTIAL TREZZINI
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  • Wird sich Jordi Quintilla mit einem tollen Erfolg vom FCSG verabschieden? Bild: Keystone/GIAN EHRENZELLER
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  • Der letzte grosse Auftritt der Servettiens im Cup: 3:0-Sieg gegen Yverdon im Final 2001. Unten links Alex Frei Bild: Keystone/MARKUS STUECKLIN
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  • Hier sah es für St. Gallen im Cupfinal 1998 noch gut aus. Edwin Vurens (links) schiesst per Freistoss das 1:0 gegen Lausanne Bild: Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE
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Keystone-SDA