Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Region
06.05.2021

«La Barca» bis Ende Oktober in Valens vor Anker

Skulptur von Manfred Martin Bild: zVg
Ein Teil der diesjährigen «Triennale der Skulptur» findet im Taminatal statt. Ausgewählte Künstler zeigen ihre Werke rund um das Rehazentrum Valens.

Die Bad RagARTz 2021, eine der renommiertesten Freiluftausstellungen weltweit, dauert vom 8. Mai bis 31. Oktober 2021. Während dieser Zeit verwandelt sich der Kurort Bad Ragaz und erstmals auch das idyllisch gelegene Valens im Taminatal in eine Landschaft voller Skulpturen.

Das freut auch den Direktor des Rehazentrums Valens, Mario Gnägi: «Die ansprechenden Skulpturen rund um unsere Klinik erfreuen Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende gleichermassen. Schon bei der Anlieferung der Kunstwerke wurden diese bestaunt.»

Der Fussballer, der Müller und weitere Figuren haben für sechs Monate ihr Zuhause in Valens gefunden. Prominent beim Haupteingang steht «der Konfirmand» mit einer Rose in der Hand. Er begrüsst die Ankommenden herzlich. Es sind Figuren, welche zum Denken und Sinnieren einladen und anregen, den Betrachter eintauchen lassen in die Welt der Künstler und zudem gute Fotosujets in herrlicher Berglandschaft sind. Die Skulpturen von Manfred Martin, Adrian Künzi und Franziska John sind nicht zufällig in Valens gelandet, sondern wurden von den Organisatoren mit Bedacht ausgewählt.

Manfred Martin war ein Tübinger Künstler, nach seinen eigenen Worten ein «Bildhauer mit Kettensäge». Er besuchte in jungen Jahren die Holzbildhauerschule, in welcher ihn vor allem die Atmosphäre und der Lindenholzgeruch faszinierten. Seine Künstlerlaufbahn startete er in einer Ladenwerkstatt in Tübingen. Er war Holzkünstler, Radiomacher und Afrikareisender. Manfred Martin verstarb 2019 im Alter von 63 Jahren an einem Hirntumor.

Der Erschaffung von bis zu lebensgrossen Tonfiguren widmet sich die in Weesen wohnhafte Primarlehrerin und Künstlerin Franziska John. Vor bald zehn Jahren hatte sie die Idee, Figuren aus Ton zu formen. Die noch vor dem Brennofen bemalten Figuren sind an Mimik, Körpersprache und Emotionen kaum zu überbieten.

Adrian Künzi ist in Stein am Rhein aufgewachsen. Er verbrachte seine Freizeit oft am Rhein. Es sind alltägliche Situationen oder Gegenstände, die Adrian Künzi inspirieren, ein Werk zu schaffen. Seine filigranen, archaischen Figuren liegen ihm am Herzen. Sein Material ist Eichenholz, sein Werkzeug eine Motorsäge, die kleinste misst 20 cm, die längste 90 cm. Seine Objekte werden weiss lasiert. So auch das in Valens ausgestellte Schiff «La Barca». Seine Schiffe haben Beine, diese Stelzen geben ihnen Stabilität an Land oder sind zum Weglaufen. Ein weiterer Gedanke des Künstlers: Alle sitzen im gleichen Boot, jemand der nicht passt, muss trotzdem mitgenommen werden. Das Schiff steht auch als Symbol für Aufbruch, Reise, Ankunft, unterwegs sein, zu neuen Ufern aufbrechen. Auch hier sind die Parallelen zu den Patientinnen und Patienten des Rehazentrums sichtbar. Müssen nicht oft auch sie nach einem Schicksalsschlag, nach schwerer Krankheit aufbrechen zu neuen Ufern? Seite 2 von 2

Auf der offiziellen Webseite der Bad RagARTz schreiben denn auch die Organisatoren Rolf und Esther Hohmeister: «Gerade in diesen Zeiten, wo kulturelle Feldarbeit erschwert ist, brauchen wir das Licht am Horizont.» «Und dieses brauchen auch unsere Patientinnen und Patienten in ihrem anstrengenden Reha-Alltag», ist Direktor Mario Gnägi überzeugt.

  • Skulptur von Manfred Martin Bild: zVg
    1 / 3
  • La Barca, Adrian Künzi Bild: zVg
    2 / 3
  • Der Konfirmant / La Barca Bild: zVg
    3 / 3
p