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Küblis
09.05.2021
07.05.2021 16:06 Uhr

Parsenn liegt in China

Edelweiss (Plantage eines Lieferanten der Parsenn Produkte AG)  und Swissness haben es den Chinesen angetan.
Edelweiss (Plantage eines Lieferanten der Parsenn Produkte AG) und Swissness haben es den Chinesen angetan. Bild: zVg
Das Kübliser Unternehmen Parsenn Produkte AG hat in China dank Star-Influenzer Austin Li einen Coup gelandet. Der 28-jährige Chinese setzte binnen zwei Minuten 12 000 Tal-Handcremes ab und machte das Prättigauer Unternehmen damit einem Millionen-Publikum bekannt.

Edelweiss, Bergquellwasser und heile Bergwelt. Diese Faktoren haben eine chinesische Vertriebsfirma überzeugt, die Prättigauer Handcreme Austin Li vorzustellen. Doch wie kam es überhaupt dazu? «Wir waren mit unseren Produkten in Dubai an einer Kosmetik-Messe präsent», erklärt Oli Lütscher, Geschäftsleiter der Parsenn Produkte AG, gegenüber dem P&H. «Unser kleiner Stand mit den Edelweissen ist besagter Vertriebsfirma offenbar ins Auge gestochen, und die Swissness-Botschaft hat ihr gefallen. So stellte die Firma die Kontakte zum Star-Influenzer her, welcher Freude an unserer Creme hatte und diese auf seinem Kanal vorstellt.» 

Austin Li zählt in Asien mit seinen Millionen von Followern zu den Top-Five-Influenzern. Bild: zVg

Heile Bergwelt

«Die Hände sind das zweite Gesicht der Frau», sagte Austin Li in seinem Livestream. Dann rieb er sich mit der Prättigauer Salbe die Hände ein. «Da ist Gletscherwasser aus den Schweizer Alpen drin. Die Salbe ist überhaupt nicht fettig und zieht sofort ein. Wir haben nur 12 000 Stück verfügbar». Zwei Minuten später waren die Salben ausverkauft. Dass die Vertriebsfirma und Li auf die Tal-Salbe abgefahren sind, hängt laut Lüscher vermutlich mit dem Bild der heilen Schweizer Bergwelt zusammen, das in Asien fest verankert ist (und unter anderem auch der Heidi-Geschichte zum Erfolg verholfen hat). Es hätte auch anders kommen können: Wenn ihm ein Produkt nicht passt, macht es Li vor seinen Millionen von Zuschauern zur Schnecke und sorgt selbst bei namhaften Herstellern für empfindliche Einbussen im asiatischen Markt. Diese Erfahrung musste einst auch L’Oréal machen. 

Tal-Salbe und Handmaske

Mittlerweile gingen im Land des Lächelns über 40 000 Tal-Salben über den Ladentisch. Auch Interessenten aus Taiwan und Südkorea haben im Prättigau angeklopft. «Wir sind zuversichtlich, dass dieser Markt Potenzial hat», gibt sich Lüscher zuversichtlich, relativiert gleichzeitig jedoch den Anfangshype. «Erstens haben wir für die Promo sehr viele Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt, und zweitens steht das Edelweiss als eines der Creme-Bestandteile ja nicht in unbegrenzten Mengen zur Verfügung. Wir haben zwar einige Lieferanten mit grösseren Pflanzfeldern, aber auch diese sind irgendwann am Anschlag.» Interessant könne deshalb das zweite Produkt werden, wofür sich die Chinesen nun interessieren. «Unsere Handmasken werden von Li ebenfalls noch vorgestellt. Hoffen wir, mit gleicher Resonanz wie bei der Tal-Creme, deren Fokus für uns nach wie vor auf dem Schweizer Heimmarkt liegt», sagt Lüscher abschliessend.

ms