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Seewis
24.06.2021
24.06.2021 11:07 Uhr

Erster Tiersegnungsgottesdienst im Vorderprättigau

Bild: zVg
Wer letzten Sonntag bei der katholischen Kirche Seewis-Pardisla vorbeifuhr, staunte nicht schlecht: Kleine Hunde, Hasen, viele Schildkröten und Tauben waren mit ihren Halterinnen und Halter zum ersten Tiersegnungsgottesdienst gekommen. Die Verantwortlichen wollten mit dem Gottesdienst aufzeigen, dass auch die Tiere als Mitgeschöpfe zu würdigen und ihnen den Segen Gottes zu sprechen ist.

Mit dem fröhlichen Kinder-Lied: «Arche Noah» zogen die Minis-tranten, Rita Cortesi-Bühler von der Liturgiegruppe und Gemeindekoordinator Lars Gschwend kurz nach 10 Uhr auf die Wiese neben der katholischen Kirche. Dass es ein spezieller Gottesdienst werden würde, zeigte bereits Hund Inu, der es sich nicht nehmen liess und ebenfalls den Ministranten folgte. Als ein Ausschnitt aus der Geschichte «Momo» vorgetragen und von der Schildkörte Kassio-peia erzählt wurde, wanderte plötzlich eine echte Schildkörte bedächtig quer über die Wiese. Cortesi und Gschwend wollten mit der Geschichte darauf hinweisen, dass es immer auch ein Mit-einander zwischen Menschen und Tieren ist, was uns weiterbringt. Passend dazu wurde die zwei-
te Schöpfungsgeschichte aus der Bibel gelesen. Gott stellte darin fest, dass das grösste Problem des Menschen die Einsamkeit ist. Zu dessen Bewältigung schuf Gott die Tiere. Der Mensch hatte den Auftrag diese zu benennen und sich mit ihnen in Beziehung zu setzen und sie zu lieben. Dies war nur ein Stückweit möglich, trotzdem zeigt der Bibeltext, dass die biblische Tradition auf der Geschwisterlichkeit zwischen allen Kreaturen und dem Menschen begründet ist. Erstaunlich war, dass während der Predigt und den Gebeten kaum ein Tier knurrte oder sonst ein Mucks zu hören war. Nicht nur die Tierhalter, auch die Tiere selbst schienen ruhig und andächtig zu sein.

Vor der persönlichen Segnung erklärte der Gemeindekoordinator, dass nun eine wichtige Zeichenhandlung stattfinden würde. Gesegnet wurde die Beziehung, aber auch die einzelne Besitzerin oder Besitzer und dessen Tier. «Gerade weil die Menschen für die Mitgeschöpfe Verantwortung tragen, ist es wichtig, die Beziehung und das Tier unter Gottes Schutz zu stellen», stellte Gschwend fest. Zum Schluss des Gottesdienstes liess Ministrant Frederik seine Tauben fliegen, die so auch die Gebete der Mitfeiernden in den Himmel hinauftrugen und einen gelungenen Abschluss des ersten Tiersegnungsgottedienstes setzten. Wer den Gottesdienst verpasst hat, kann den Livestream unter www.kath-vmp.ch nachschauen.

pd