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Leserbrief
Leserbriefe
13.07.2021

Schuld sind immer die Wildtiere

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unsplash Bild: unsplash
Ein Lesebrief von Fortunat Ruffner, Maienfeld

Der Schutzwald schütze nicht mehr, wird in grossen Lettern in der Presse verkündet. Ausgerechnet am Prättigauer und Herrschäftler Wald wären die Schäden besonders gross. Schutzwälder in der Herrschaft? Ist doch ein Witz! Und, wo lauern denn die Gefahren? Alles nur ein Gejammer, um Gelder von Kanton und Bund locker zu machen. Dieses Subventionsgejammer sollte mal ein Ende haben. Es ist noch nicht lange her, dass alt Kantonsförster Hefti verkündete, dem Bündnerwald gehe es gut. Also, was soll nun dieses Geschrei. Warum hat der Forst während Jahrzehnten nur Fichten gepflanzt und den Mischwald völlig vernachlässigt. Nun sollen die Fehler auf dem Buckel der Wildtiere ausgetragen werden. Wir alle haben die Wildtiere in den Wald zurückgedrängt. Marginale Verbissschäden sind deshalb zu tolerieren. Lasst das Wild in Ruhe! Es gibt in der Herrschaft gute Beispiele, wo sich der Wald grossflächig ausdehnt, obwohl sich dort das Wild aufhält. Die grössten Waldschäden entstehen dort, wo die Forstbetriebe mit ihren überdimensionalen Maschinen den Jungwuchs zerstören. Es ist auch unsinnig, dass der Forst plötzlich Weisstannen favorisiert, obwohl diese auf dem Markt überhaupt nicht gefragt sind, dafür aber für Hirsche und Rehe ein Leckerbissen sind. Der Forst soll seine Hausaufgaben machen und mit der permanenten Hetze gegen Wildtiere aufhören. Auch dem Amt für Jagd und Fischerei sollte bewusst werden, dass die Wildtiere uns allen gehören und dass der Jagddruck nicht auf Erpressen der Forstlobby erhöht werden darf.

Fortunat Ruffner