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Fideris
28.07.2021

Wenn Jugendliche im Wald anpacken

Oberhalb von Strahlegg leisteten Jugendliche im Rahmen des Bergwaldprojektes Freiwilligenarbeit.
Oberhalb von Strahlegg leisteten Jugendliche im Rahmen des Bergwaldprojektes Freiwilligenarbeit. Bild: E. Felix
Rund 20 Jugendliche verrichteten während vergangener Woche oberhalb von Strahl-egg Schwerarbeit. Mit ihrem Einsatz leisteten sie einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung der Schutzfunktion des Waldes. Die Sommerjobs von der Graubündner Kantonalbank (GKB) sind beliebt. Die Arbeitswochen werden seit neun Jahren gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt durchgeführt.

Schon von weitem sind Stimmen zu hören. Ein halbes Dutzend junger Burschen ist dabei, im tiefen Boden mit ihren Hacken und Schaufeln ein Bächlein zu kanalisieren. Die Stimmung ist gut. «Zum Glück haben wir eine Schönwetterwoche erwischt, zudem ist es meistens schön kühl im Wald», sind sie sich einig. Dass sie Spass haben, ist unschwer zu erkennen. Nino, 14-jährig, aus Igis ist das erste Mal dabei: «Ich habe von Kollegen von den GKB-Jobs gehört und mich selbst angemeldet. Draussen zu arbeiten ist cool, man muss sich anstrengen. Sieht am Abend, was man gemacht hat. Das gefällt mir.» Den Wochenlohn für die geleistete Arbeit könne er gut brauchen. Er spart für ein Motorrad. Aaron (15) aus Buchen pflichtet seinem Kollegen bei: «Es ist cool mit anderen etwas Sinnvolles zu machen. Von der Arbeitswoche habe ich durch meinen Bruder erfahren.» Aaron möchte den Lohn in sein Hobby, das Gleitschirmfliegen, investieren. Loris (15) aus Igis macht es ebenfalls Spass, sich richtig ins Zeug zu legen. «Draussen in der Natur anzupacken, sich gemeinsam zu fordern gibt ein gutes Gefühl.» Zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen gehört das Segeln. Er kann das verdiente Geld ebenfalls gut brauchen.

«Streng aber schön»

Ein paar Hundert Meter weiter oben ist eine Gruppe von Mädchen dabei, den mühsam errichteten Weg unter anderem mit Pickeln von grossen Steinen zu befreien. Gemeinsam packen sie an, mit allen Mitteln. Und tatsächlich gelingt es ihnen mit vereinten Kräften, den Stein herauszubrechen. Die 15-jährige Lea aus Untervaz wurde von einer Freundin zum Einsatz im Wald motiviert: «Es ist zwar manchmal recht streng im steilen Gelände. Aber mit Gleichaltrigen etwas zu erarbeiten, ist auch befriedigend. Zum Glück ist es im Wald schön kühl. Den Lohn werde ich vorerst auf mein Sparkonto tun.» Jasmin (20) aus Trimmis ist als GKB-Praktikantin dabei: «Statt im Büro zu sitzen, habe ich die Chance gepackt, meinen Arbeitsplatz für eine Woche in den Wald zu verlegen. Ist doch eine coole Möglichkeit im Hochsommer.» Angelina (15), Schülerin, ebenfalls aus Trimmis: «Eigentlich wollte ich schon letzten Sommer im Wald arbeiten. Super, dass es jetzt geklappt hat. Mir gefällt es sehr gut, Aufräumen kann echt Spass machen.» Die beiden Gymnasiastinnen Lara Maria (17) aus Jenins und ihre gleichaltrige Freundin Miriam aus Malans, welche die EMS in Schiers besuchen, sind sich einig: «Die Arbeit ist zwar streng aber auch schön. Die Stimmung ist gut, es sind super coole Leute dabei.» Während Miriam den Lohn für erste Fahrstunden mit dem Auto zu investieren gedenkt, hat Lara Maria noch keine ganz konkreten Pläne.

Projektleiterin Anna Schmidt Bild: E. Felix

Vielseitiges Programm

Bergwald-Projektleiterin und Försterin Anna Schmidt sagte vor Ort: «Wir leiten die Jugendlichen als forstliche Laien an, zeigen ihnen wie man die Werkzeuge einsetzt und worauf es bei der Arbeit ankommt.» Die Jugendlichen lernen zusammen mit Fachleuten Gegebenheiten und Zusammenhänge des faszinierenden Ökosystems Bergwaldes zu verstehen. Und nicht zuletzt fördere so ein Aktiveinsatz die persönliche und ökologische Bewusstseinsbildung. Neben der Arbeit kam auch der gesellige Teil nicht zu kurz. Am Mittwochnachmittag führte eine gemeinsame Exkursion nach St. Antönien, wo die eindrücklichen Lawinenverbauungen zum Schutz der Bevölkerung angeschaut wurden. Diese Verbauungen zeigen einmal mehr, wie wichtig ein stabiler Schutzwald in der Schweiz ist. Anschliessend ging es weiter zum Partnunsee, wo sie die Freizeit in vollen Zügen genossen. Abgeschlossen wurde die Arbeitswoche am Freitagabend mit einem Abendessen im Werkhof von Küblis. Dabei wurden Filmaufnahmen gezeigt, welche während der Woche entstanden sind. Dabei dürfte das Lachen nicht zu kurz gekommen sein.

fix