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Bergweg-Bau bleibt Zangengeburt

Der Bau des Bergwegs Casällas–Eggli dauert länger und wird teurer als geplant
Der Bau des Bergwegs Casällas–Eggli dauert länger und wird teurer als geplant Bild: M. Schnell/fokus24.ch
Der Bau des neuen Fanaser Bergwegs Casällas–Eggli stockt weiter: Nachdem der Bau der neuen Brücke über das Fatansertobel bereits im letzten Jahr verschoben werden musste, kann der Brückenschlag auch dieses Jahr nicht erfolgen.

Was lange währt wird endlich gut. Bis man dies von der neuen Bergstrasse Casällas–Eggli behaupten kann, werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen. Die im Rahmen der Gesamtmelioration Fanas geplante Neuerschliessung des Fanaser Berges (Eggli–Huoben) ist abermals ins Stocken geraten. Vor rund fünf Jahren hatten die Bauarbeiten für den Bergweg begonnen. Vorletztes Jahr kam es zu einem Baustopp, weil gegen die mit dem damaligen Bauabschnitt beauftragte Bauunternehmung (Toneatti) ein Gerichtsverfahren geführt werden musste. Der geplante Brückenschlag von Ral nach Fatans musste auf dieses Jahr verschoben werden (P&H berichtete).

Auf dem «Holzweg»

Schwierigkeiten bei der Holzbeschaffung werfen den Zeitplan nun abermals über den Haufen. Da die Brücke (zum Erstaunen vieler Tangierter) nicht aus Beton oder Stahl sondern aus Holz gefertigt wird, kann der Brückenschlag auch dieses Jahr nicht erfolgen. Das Ingenieurbüro Bänziger Partner AG hatte den Brückenteil Holz Mitte Februar zur Offertstellung ausgeschrieben. «Leider waren die Preise zu diesem Zeitpunkt bereits im Anfangsstadium einer Preisspirale und die eingegangenen Offerten dementsprechend ernüchternd», analysiert Toni Grünenfelder, Präsident der Meliorationsgenossenschaft Fanas, die «leidige Situation». «Bis zur Vergabesitzung vom 29. März 2021 des Vorstandes konnten die Unternehmer die eingegebenen Preise bereits nicht mehr halten. Auch die Lieferungssicherheit war nach Rückfragen bei den Unternehmen nicht mehr gegeben. Folglich hätte ein Nachsubventionierungsgesuch in ungewisser Grössenordnung eingereicht werden müssen.» Das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) habe eine Bewilligung auf Anfrage nicht zusichern können, weshalb man sich mit den zuständigen Behörden notgedrungen dazu geeinigt habe, den Brückenteil Holz zu gegebener Zeit neu auszuschreiben, so Grünenfelder weiter.

Erst im 2023?

Bis Ende September will der Vorstand nun entscheiden, ob die Fertigstellung der Brücke aufgrund der unabsehbaren Entwicklung im Holzmarkt auf das nächste Jahr oder übernächste Jahr angesetzt wird oder ob beim ALG Alternativen zur Subventionierung eingereicht werden sollen. Es könnte also durchaus sein, dass die Brücke sogar erst im 2023 erstellt wird. Die ursprünglich geplante Fertigstellung der Bergstrasse im Jahr 2024 ist damit unrealistisch. Laut Grünenfelder beträgt der Rückstand auf den Fahrplan dank des Umstandes, dass zuvor zwei längere Etappen als vorgesehen hätten realisiert werden können, allerdings weniger als die verlorenen Jahre. «Im Gesamtpaket der Meliora-tion gehen wir sogar nach wie vor mit einer Fertigstellung im Jahre 2029/30 aus», gibt sich der Präsident zuversichtlich.

Günstigste Variante

Der Umstand, dass die Brücke in Holz erstellt wird, begründet Grünenfelder mit den Kosten. Diese seien zum Zeitpunkt der Vergabe deutlich tiefer ausgefallen als wenn tonnenweise Beton dort hochgeführt hätte werden müssen. Die in einem Leserbrief gemachte Aussage, die Brücke schlage mit 1,15 Millionen Franken nun fast doppelt so hoch zu Buche, stimme nicht. «Sie dürfte situations- und marktbedingt zwar etwas teurer werden als die budgetierten 600 000 Franken. In den erwähnten Gesamtkosten sind aber auch die beiden Anschlusswerke auf beiden Tobelseiten enthalten», was der Leserbriefschreiber nicht berücksichtigt hat. Auch die Gesamtkosten der Strasse dürften teuerungs- und markbedingt wohl auch etwas höher ausfallen als damals budgetiert, erklärt der Präsident gegenüber dem P&H.

Güterweg Cania–Tarnals

Als Alternative zur Brückenerstellung im kommenden Jahr hat der Vorstand vom Ingenieurbüro Donatsch  & Partner AG nun die Planung des Güterweges Cania–Tarnals (Betonspuren erstellen) und Rableis–Ral vorbereitend in Auftrag gegeben. Die heutige Zufahrt auf den Fanaser Berg wird bis und mit Tarnals ausgebaut. Das verbleibende Teilstück Tarnals–Eggli wird nach der Erstellung der neuen Bergstrasse aufgrund der Moorschutz-Auflagen nicht mehr unterhalten oder sogar zurückgebaut. 

Der neue Bergweg Casällas–Eggli hatte in der Vergangenheit bei Einheimischen und betroffenen Grundeigentümern im Grundsatz und aufgrund seiner Streckenführung und Bauten immer wieder für Diskussionen und Leserbriefe gesorgt.

Abermals vertagter Brückenschlag im Fatanser Tobel bei Fanas. Bild: M. Schnell/fokus24.ch
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