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Sport In-/Ausland
02.09.2021
02.09.2021 11:25 Uhr

Vier im Final - und Schrecksekunde für Marcel Hug

Marcel Hug
Marcel Hug Bild: Keystone-SDA/Gabriel Monnet
Manuela Schär, Catherine Debrunner (beide 400 m) und Marcel Hug (800 m) gehen heute wieder auf Medaillenjagd. Und auch Nora Meister steht mit der zweitbesten Zeit im Final über 400 m Freistil.

Welch souveräner Auftritt der Schweizer Leichtathlet*innen zum Auftakt des 9. Wettkampftages bei den Paralympics in Tokio. Drei sind am Start, drei sind im Final von heute Mittag (Schweizer Zeit), Catherine Debrunner über 400 m (T53) gar mit Tagesbestzeit. “Ich habe einen sehr guten Grip gespürt, was bei regennasser Bahn enorm wichtig ist”, sagt sie, “das Setting hat gepasst.” Sie habe wieder dieses angenehme Fluggefühl gehabt, das sie so liebt. Manuela Schär wundert sich in ihrem Lauf über 400 m (T54), dass sie so alleine vorneweggefahren ist, “da kam niemand”, sagt sie, deshalb habe sie etwas Tempo rausnehmen können.

Und auch Marcel Hug gewinnt seinen Vorlauf ungefährdet, dabei musste er eine Schrecksekunde überstehen: Im Warteraum unmittelbar vor dem Start merkt er, dass er am rechten Hinterrad einen Platten hat. “Gut, hatte ich ein Ersatzrad mit dabei”, sagt er. Und was, wenn das vergessen worden wäre? “Auf den Felgen fahren oder laufen”, sagt Hug und lacht. Für den Final heute steht ganz sicher das zweite Ersatzrad auf der Packliste. Zudem sind Elena Kratter und Sofia Gonzalez erstmals im Einsatz, sie starten im Final des Weitsprungs.
 

Nora Meister Bild: Keystone-SDA/Gabriel Monnet

Im Schwimmen unterstreicht Nora Meister mit der zweitbesten Zeit im Vorlauf über 400 m Freistil ihre Anwartschaft auf eine Top-Platzierung, wenn nicht gar eine Medaille. “Es ist einfach ein schönes Gefühl, hier im Final zu stehen”, sagt sie. Dort will sie ihre Zeit noch etwas verbessern. Und wie ist das Gesamtgefühl? “Naja”, sagt sie, “schon gut, aber man darf nicht vergessen: die 400 m Freitstil sind eine enorm kraftraubende Distanz, auch mental geht das nicht immer so locker-flockig”.

Teamkollege Leo McCrea verabschiedet sich als 11. über 400 m Freistil, er hat seine ersten Spiele genossen, “es waren harte Rennen, aber es war toll, sich inmitten all der Weltklasse-Athleten zu bewegen”. Er habe gesehen, was es die nächsten drei Jahre bis zu den Paralympics in Paris vor allem braucht: “Ganz schön viel Arbeit.”
 
Im Badminton unterliegt Cynthia Mathez der Chinesin Zhang Jin äusserst knapp in drei Sätzen. Mathez ist dennoch hochzufrieden, im letzten Duell gegen Zhang sei sie chancenlos gewesen. “Das einzige, das ich mir ganz leicht vorwerfe, ist meine in manchen Phasen mangelnde Risikobereitschaft”, sagt Mathez.

Karin Suter-Erath freut sich sehr über ihren relativ klaren Startsieg in zwei Sätzen gegen die Deutsche Elke Rongen. “Das ist sehr wichtig, gerade in so einem speziellen Turnier so gut zu starten, den Rhythmus zu finden”, sagt sie. Da sie im Gegensatz zu Mathez einer Dreiergruppe zugelost ist, bedeutet dieser Sieg bereits die Qualifikation für die Viertelfinals. Vor den nächsten Einzeln der beiden starten sie heute noch im Doppel. Wie sieht da die Vorbereitung aus, Cynthia Mathez? “Ich geh jetzt duschen, damit die Einzelstimmung weggeht, danach stelle ich mich mit Karin aufs Spiel ein, und dann gibts nur noch eins: all in!”
 
In Fuji gehen heute die Bike-Wettbewerbe zu Ende. In der Staffel (offiziell: Team Relay) stehen die Schweizer Heinz Frei, Tobias Fankhauser und Fabian Recher neun Mannschaften gegenüber. 3 Runden à 3 Kilometer muss jeder Fahrer absolvieren. Frei dürfte beflügelt sein von seiner sensationellen Silbermedaille im Strassenrennen gestern, in London gewann er in der Staffel bereits einmal Bronze (mit Ursula Schwaller und Jean-Marc Berset). Fankhauser warnt vor der sehr starken Konkurrenz, weiss aber genau, wie die Taktik aussehen soll: “Fabian wird wie immer abgehen wie ein Zäpfchen, Heinz und ich tun dann alles, um den Platz zu halten."

pd