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08.10.2021
08.10.2021 11:57 Uhr

Frauen haben alle 48 Viertausender der Schweiz bestiegen

Bild: zVg
Die am 8. März 2021 von Schweiz Tourismus lancierte 100 % Women Peak Challenge endet morgen erfolgreich. Mehr als 700 Bergsteigerinnen aus über 20 Ländern haben daran teilgenommen und alle 48 Viertausender der Schweiz in reinen Frauenseilschaften mindestens einmal bestiegen. Damit hat ST das Ziel erreicht: Frauen im Bergsport ein Gesicht zu geben und Rollenbilder zu schaffen, so dass auch in Zukunft Frauenpower am Berg herrscht.

«Was für eine Spitzenleistung! Ich bin überwältigt, dass trotz der schwierigen Wetterverhältnisse und Corona-Einschränkungen so viele Frauen aus der ganzen Welt an der 100 % Women Peak Challenge teilgenommen haben», sagt Letizia Elia, Head of Business Development bei Schweiz Tourismus (ST). Vom 8. März bis 8. Oktober 2021 hat ST gemeinsam mit dem Schweizer Alpen-Club, dem Schweizer Bergführerverband und dem Outdoor-Brand Mammut Bergsteigerinnen dazu aufgerufen, in reinen Frauenseilschaften alle 48 Viertausender der Schweiz zu besteigen. Der grosse Einsatz der 32 Bergführerinnen und die gute Zusammenarbeit mit den Partnern haben wesentlich zum Erfolg der Challenge beigetragen: Über 700 Frauen sind dem Ruf gefolgt. Von den Hochgefühlen der Gipfelstürmerinnen zeugen die vielen Gipfelselfies und Kommentare auf den sozialen Medien, die auf der Landingpage Peakchallenge.myswitzerland.com unter dem Hashtag #peakchallenge gesammelt sind. So schreibt beispielsweise eine Teilnehmerin: «Uf em #mönch! Eines der schönsten Erlebnisse ever. Ich war voll im Flow und bin meeega happy. Dank der besten Bergführerin, die man sich wünschen kann.»
ST hat einen Film mit den schönsten Eindrücken und Highlights produziert, der im Oktober an der «European Outdoor Film Tour» gezeigt wird – nebst weiteren Filmen aus der Schweiz. Tickets für den Event im Zürcher Volkshaus am 18. Oktober können über media@switzerland.com bestellt werden.

Ein internationales Herzensprojekt

Mit der 100 % Women Peak Challenge konnte ST positiv auf die Bergdestination Schweiz aufmerksam machen, auf nationaler und internationaler Ebene: Es gab einige Frauen, die sogar extra wegen der Challenge in die Schweiz reisten – aus Ländern wie den arabischen Emiraten, Russland, Indien, Brasilien, den USA, Kanada oder Japan. So beispielsweise die erfahrene brasilianische Bergsteigerin Karina Oliani, die schon auf dem K2 war. Ende September nahmen die Zwillingsbergsteigerinnen Nungshi und Tashi Malik (Instagram-Post) als Vertreterinnen Indiens an der 100 % Women Peak Challenge teil. Sie sind als Twinclimbers bekannt, die mit 21 Jahren bereits auf dem Mount Everest standen und damit sogar einen Weltrekord innehaben: Die ersten weiblichen Zwillinge, die alle «Seven Summits» bestiegen. Auch Saudi-Arabien war in der Person von Raha Moharrak (Instagram-Post), der ersten saudi-arabischen Bergsteigerin auf dem Mount Everest, vertreten. Sie hat dem schlechten Wetter getrotzt und konnte immerhin das Breithorn statt die Dufourspitze in Angriff nehmen. Auf das Breithorn zog es auch die italienische Moderatorin Federica Fontana. Der ehemalige britische Skistar Chemmy Alcott und die deutsche Athletin Caja Schöpf haben bereits im März auf einer Skihochtour das Allalinhorn und das Strahlhorn bezwungen.

Schweizer Frauenpower

Das Herzstück der Challenge bildeten aber die vielen Schweizerinnen, die die Viertausender förmlich gestürmt haben. Die jungen Frauen des SAC-Expeditionsteams bestiegen einige der anspruchsvolleren Viertausender wie das Weisshorn oder Täschhorn. Die bekannteste Schweizer Bergsteigerin, Evelyne Binsack, leitete als Bergführerin viele Frauen auf die höchsten Schweizer Gipfel. Und Schlagerstar Beatrice Egli (Instagram-Post) hat sich im August mit der Besteigung des Matterhorns einen Herzenswunsch erfüllt. «Dieses Wahnsinnsgefühl werde ich nie vergessen», schreibt Egli auf Instagram zur ihrem strahlenden Gipfelbild.
Rita Christen, Präsidentin des Schweizer Bergführerverbands wollte mit der Bündner Nationalrätin Sandra Locher Benguerel den Piz Bernina besteigen, musste aber wegen des schlechten Wetters auf den Piz Palü ausweichen: «Auch wenn wir die Challenge nicht wie geplant durchführen konnten, fand ich unsere Besteigung eindrücklich und grossartig. Und wer weiss, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr», so Locher Benguerel.

Bild: zVg

Für viele Frauen war es das erste Mal

Im Rahmen der 100 % Women Peak Challenge haben sich viele Frauen das erste Mal ganz nach oben gewagt. Gemeinsam mit der besten Freundin, mit der Schwester, Mutter oder Arbeitskollegin haben sie den ersten Viertausender ihres Lebens bestiegen. Neben dem Adrenalinkick auf dem Gipfel stand auch das gemeinsame Erleben im Zentrum. Das ist mit ein Grund, warum Frauen im Bergsport von «Women-only»-Touren profitieren. Gemeinsam mit anderen Frauen die Komfortzone zu verlassen – unter der Leitung einer Bergführerin – schafft einen vertrauten Rahmen für neue Abenteuer.
Bergführerin Caroline George, technische Beraterin im Mandat für die 100 % Women Peak Challenge, stand mehr als 300 Frauen bei der Wahl des geeigneten Viertausenders mit Rat und Tat zur Seite und stellte dabei einen Schneeballeffekt fest: «Frauen, die bereits teilgenommen hatten, haben weitere inspiriert. Das grosse Gemeinschaftsgefühl hat mich beeindruckt. Ich bin überzeugt, dass der Effekt nachhaltig ist und auch künftig mehr Frauenseilschaften unterwegs sein werden.»

Angebote für Frauen – auch diesen Winter

Neben der 100 % Women Peak Challenge standen zum Start der Initiative auch mehr als 200 touristische Angebote von Frauen für Frauen zur Verfügung, alle präsentiert auf Myswitzerland.com/women. Für den Winter 2021/2022 hat frau die Wahl zwischen mehr als 20 Angeboten oder Events: Von der Vollmondwinterwanderung bis hin zur Schneeschuhtour mit Apéro, «Women-only»-Langlauftagen oder einem Freeride und Lawinenkurs ist viel Auswahl dabei, welches das Herz der Outdoor-Wintersportlerin höher schlagen lässt.

pd