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Jenaz
12.10.2021

Der Friedhof erstrahlt in neuem Glanz

Hans Valär-Pollett und Anita Kasper-Niggli freuen sich auf die Eröffnung des neuen Kraftorts in Jenaz.
Hans Valär-Pollett und Anita Kasper-Niggli freuen sich auf die Eröffnung des neuen Kraftorts in Jenaz. Bild: C. Imhof
Knapp ein halbes Jahr hat der Umbau des Jenazer Friedhofs gedauert. Am 17. Oktober wird er offiziell eingeweiht. Neben der Barrierefreiheit haben die Verantwortlichen vor allem darauf geachtet, die grauen Töne durch grüne zu ersetzen und dass rund um die reformierte Kirche eine Begegnungszone entsteht, die den Trauernden Kraft spenden soll.

Vor gut einem Jahr flatterte ein Schreiben in die Briefkästen der Bewohner:innen in Jenaz, Pragg, Buchen und Hinterlunden. Damit wurde vom Vorstand der
evang.- ref. Kirchgemeinde Jenaz/Buchen Geld gesammelt für die Neugestaltung des Friedhofs Jenaz. Rund 210 000 Franken budgetierte die Arbeitsgruppe für die Umgestaltung. Während sich Sponsoren mit einem Betrag von 50 000 Franken beteiligten, übernahm die Gemeinde Jenaz den Löwenanteil von 120 000 Franken. Ausserdem stellte die Gemeinde Luzein 28 000 Franken für das Projekt zur Verfügung. «Dieser grosse Zuspruch von den Gemeinden und auch von Privaten ist überhaupt nicht selbstverständlich», sagt Kirchgemeindepräsidentin Anita Kasper-Niggli. Auch Präsident der Arbeitsgruppe Hans Valär-Pollett freut sich darüber, wie unkompliziert hier zusammengearbeitet wurde. Dies sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.

Der Friedhof in Jenaz ist inzwischen reicher an Grünflächen. Bild: C. Imhof

Ein Kraftort um die Kirche

Neben den Beiden seien noch Andreas Eggimann, Bettina Bardill und Monika Valer in der Arbeitsgruppe tätig gewesen und hätten mit ihren Ideen das Projekt bereichert. Und oft sind es die kleinen Dinge, die eine grosse Wirkung haben, beispielsweise der neue Zaun, den Gemeindemitarbeiter Andreas Valer gefertigt hat, bringt viel Farbe ins Spiel und sticht sofort ins Auge. Der ganze Umbau, der vom Architekten Urs Zingg entworfen und zu einem grossen Teil von der Firma Schutz Filisur umgesetzt wurde, wirkt einladend und hell. Das ist laut Hans Valär auch eines der erklärten Ziele gewesen. «Wir wollten weg von den grauen Kiessplätzen ohne Nutzen, hin zu einem ansprechenden Platz mit viel Grünflächen. Es gibt neu eine Bank, von der aus man ins Dorf hinaufsehen kann. Hier sollen die Menschen die Möglichkeit haben, gemeinsam zu trauern und sich gegenseitig Kraft zu spenden.» Neben der neuen Sitzgelegenheit mit Ausblick hat die Firma Willi Bau aus Schiers einen Brunnen angefertigt, und der Sanitär Christian Hartmann hat dafür gesorgt, dass überall die Wege zum Wasser nahe sind. So müssen die «Schüttkanten» nicht mehr über den ganzen Friedhof getragen werden. Allgemein wurde darauf geachtet, dass alle Wege rollstuhlgängig und gut erreichbar sind, was der Arbeitsgruppe ein wichtiges Anliegen gewesen ist. Allgemein fühlt man sich durch die neue Gestaltung sehr willkommen. Am eindrücklichsten sind die Änderungen beim Vorplatz, welcher grosszügig angelegt wurde und zum Plaudern und Verweilen einladen soll. Für die Sicherheit und das Geländer, welches in Kürze noch angebracht werde, sei die Firma Terno in Küblis zuständig, welche sich auch mit einem grösseren Sponsorenbetrag beteiligt habe. «Sehr dankbar sind wir, dass sich die Messmerin Monika Valer und ihr Ehemann, Gemeindearbeiter Andres zur Verfügung gestellt haben und jetzt auf dem umgebauten Friedhof zum Rechten schauen», führt Hans Valär bei Rundgang aus.

Neu ist das ganze Areal rund um die Kirche rollstuhlgängig. Bild: C. Imhof

Umgebauter Friedhof ohne Pfarrer

Am Erntedankfest, welches auch gleich als Einweihung des umgestalteten Friedhofs gilt, wird Pfarrer Rolf Frei den Gottesdienst leiten. Die Stelle des Kirchenmannes in Jenaz ist aber immer noch vakant, wie Kirchgemeindepräsidentin Anita Kasper erklärt. «Wir sind immer noch auf der Suche. Doch wirklich die richtige Person für den Job zu finden, gestaltet sich schwieriger als gedacht.» Im kommenden November ist es bereits ein Jahr her, seit die Kirchgemeinde Jenaz/Buchen ihre Seelsorge durch Vertretungen organisiert und das grosse Pfarrhaus in Garreia leer steht. Wenn man sieht, wie harmonisch die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kirchgemeinde bei diesem Projekt verlaufen ist und wie gut aufgestellt sie mit dem umgebauten Friedhof inzwischen sind, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis im Pfarrhaus neues Leben einkehrt.

C. Imhof