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Conters
04.12.2021
03.12.2021 10:46 Uhr

Kulturbegleiter Prättigau entsteht

Hedi Senteler ist Koordinatorin des Kulturbegleiters.
Hedi Senteler ist Koordinatorin des Kulturbegleiters. Bild: C. Imhof
Ursprünglich hätte der von der Kulturkommission Prättigau initiierte Kulturbegleiter im Frühjahr 2022 erscheinen sollen, inzwischen wurde das Erscheinungsdatum auf ein gutes Jahr später korrigiert. Weshalb das so ist, was im zeitlosen Buch dann mal stehen soll und vieles mehr könnt ihr hier nachlesen.

Über eine schmale Strasse geht es hinauf zu Hedi Sentelers Haus oberhalb von Conters. In einem ehemaligen Maiensäss hat es sich die Kulturbeauftragte gemütlich gemacht. Es sticht sofort ins Auge, dass die Frau eine Begeisterung für Kultur hat, denn rund um ihr restauriertes Haus stehen Skulpturen und Kunstwerke, die noch von der letzten «Kunstluft»-Ausstellung übriggeblieben sind. Diese findet jedes zweite Jahr in Conters statt. Obwohl 2018 mal eine Ausgabe in Partnun auf die Beine gestellt wurde, will Senteler zukünftig das «Artist-in-residence-Programm», wo die Kunstschaffenden während drei Wochen an ihren Werken mit Schwerpunkt Landschaftskunst arbeiten in keiner Weise fallen lassen – im Gegenteil. Denn Ideen für die nächste Ausgabe vom Mai 2023 sind bereits vorhanden.  «Ich habe zwar schon auch mal darüber nachgedacht, die Ausstellung an anderen Orten zu organisieren, doch irgendwie habe ich mich dazu entschieden, dass hier die beste Lage für ‹Kunstluft› ist.»

Ausgereifte Ideen

Die Arbeit geht Hedi Senteler in keiner Weise aus, ist sie doch mit der Kulturkommission intensiv eingespannt bei einem anderen Projekt. Diese plant nämlich einen Kulturbegleiter für das Prättigau, weil das Tal sich als Durchfahrtsregion nach Davos, ins Engadin oder als Region mit sanftem Tourismus charakterisiere. Gäste, die im Prättigau verweilten, seien erstaunt über die kulturelle Vielfalt und diese geniessen würden. Doch auch Einheimische interessieren sich laut der Kommission für Kulturakteure, wie der seit Jahren gut besuchte Kulturstammtisch zeigt. Weil es nichts Kompaktes gebe, was die Vielfalt in hochwertigem Kontext darstelle, hätten sie von Kulturkommission sich dieser Aufgabe angenommen und nun solle ein gedruckter Kulturbegleiter entstehen, der durch eine Webseite mit tagesaktuellen Schnittstellen zu bestehenden Kalendern ergänzt werde. Ziel sei es, bald richtig loszulegen, erklärt Senteler. «Die Idee zum Kulturbegleiter Prättigau ist schon vor langer Zeit entstanden. Inzwischen sind die Ideen dafür ausgereift, und wir planen das Werk im Frühjahr 2023 auf den Markt zu bringen.»

Ein zeitloses Werk

Der gedruckte Kulturbegleiter Prättigau mache nicht nur auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam, sondern biete auch spannende Hintergründe, wie sich Tal und Leute entlang der Landquart und in den Bergen entfalteten. Dabei stehe vor allem das Heute im Zentrum. Ein wichtiges Ziel sei, bei aktiven Kulturschaffenden hinter die Kulissen blicken zu können. Die Struktur des Werkes sei in vier Teile gegliedert, nämlich «ÜberLeben», «Nähren», «Holz» und «Drama». Für diese verantwortlich seien neben dreizehn Chronist:innen auch diverse Autor:innen wie beispielsweise die Journalistin Anja Conzett aus Schiers und weitere, sagt Hedi Senteler. Dies aus gutem Grund. «Das Buch wirkt durch flüssige, aussagekräftige Texte, genussreiche, vielsagende Fotos nach einem eigenen Bildkonzept sowie praktischen Tipps. Der Kulturbegleiter ist nicht tagesaktuell, sondern tiefgründiger und ergänzt Leistungen und Tourismusplattformen. Er ist mehrere Jahre wirksam und kann bei ausverkaufter Auflage aktuell überarbeitet und neu aufgelegt werden.» Beim Buch kommen aber auch die 13 Prättigauer Dörfer nicht zu kurz und erhalten grosszügige Porträts.

Die Grundfinanzierung fehlt noch

Die Leiterin und Koordinatorin, Hedi Senteler, ist aber alleine mit dem Grossprojekt. Im Redaktionsteam wird sie vom Präsidenten der Kulturkommission, Heini Hagmann, und von Christof Hegi unterstützt. Erstgenannter zeigt sich auch verantwortlich für das Lektorat. Hegi, den viele sicher von den Tastentagen oder vom Kulturschuppen Klosters kennen, ist ausserdem zuständig für die Webseite. Für die Fotos zuständig ist Silvan Giger aus Tomils, für das Design des ganzen Buches Thomas Giger aus Seewis. Trotz dieser vielen engagierten Kulturbegeisterten haperte es momentan noch mit der Finanzierung des ganzen Projekts, dies aber nicht wegen Corona, erklärt Senteler. «Wir haben den Kulturbegleiter ja schon weit vor der Pandemie angerissen. Wir sind währendessen aber immer noch voll daran, die Grundfinanzierung des Projekts zu sichern.» Für diese gehe die Kulturkommission, die bis vor sechs Jahren noch als Pro Prättigau aktiv war, auch neue Wege. «Da alles sehr kostenintensiv ist, mussten wir uns eingestehen, dass wir ohne Inserate nicht durchkommen mit dem Werk. Heini Hagmann hat da eine spannende Zusammenarbeit mit der Evangelischen Mittelschule Schiers in die Wege geleitet. Jetzt ist es so, dass die Annoncen von Schüler:innen der Klasse Bildnerisches Gestalten entwickelt  werden. So sind diese Werbungen wirklich nur bei uns drin und haben für Prättigauer Firmen einen zusätzlichen Reiz.» In welche Richtung es mit dem Kulturbegleiter Prättigau weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen, was aber sicher ist, Hedi Senteler wird weiterhin mit viel Herzblut an der Umsetzung des zeitlosen Werks arbeiten und die kreativen Alternativen scheinen ihr und der Kulturkommission noch lange nicht ausgegangen zu sein.

In diesem Bijoux oberhalb von Conters wohnt Hedi Senteler. Bild: C. Imhof
cim