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Küblis
25.12.2021

Ein Atelier für alle im Prättigau

Malen ist die grosse Leidenschaft von Reto Grichting.
Malen ist die grosse Leidenschaft von Reto Grichting. Bild: C. Imhof
Mit einem herrlichen Ausblick über die Dächer von Küblis ist das Kunstatelier der Familie Grichting ausgestattet. In diesem Raum sollen bald schon erste Kurse angeboten und viele kreative Zusammenarbeiten gestartet werden.

Gemalt habe er schon immer, sagt Reto Grichting. Dass ihn die Faszination für die verschiedenen Maltechniken und Pinsel nie so ganz losgelassen hat, sieht man auch an den Wänden in seiner Physiotherapie-Praxis in Küblis. «Meine Eltern haben es zwar immer akzeptiert, dass ich male, aber professioneller Künstler zu werden war damals im Wallis keine Option gewesen.» Anders handhabt er dies inzwischen mit seinen eigenen Kindern Stefanie und Gian-Luca. Während die Tochter aktuell in Barcelona Ölmalerei und Bildhauerei studiert, ist sein Sohn als Polydesigner ebenfalls in einem kreativen Beruf zuhause. Seit Jahren nimmt er sich bewusst mehr Zeit für seine Kunst und arbeitet noch 60 Prozent in der Physiopraxis.

Das aktuelle Projekt von Grichting ist ein Bilderbuch, welches sich der Alpenwelt und ihren Bewohnern widmet. Bild: C. Imhof

Faszination Natur

Die Bilder von Reto Grichting, die er gerne mit einem lächelnden Gesicht unterschreibt, sind sehr realistisch und haben häufig die Natur und ihre Bewohner als Thema. «Meine Inspiration kriege ich meist durch die Orte, an denen ich gerade lebe.» Dabei verwendet er auch unterschiedliche Maltechniken. Der Hintergrund wird beispielsweise mit Naturfarben angefertigt, Aquarellfarben sorgen für einen gleitenden Übergang hin zu den Figuren im Vordergrund, die oft mit Acryl- oder mit Ölfarben angefertigt werden. «Immer nur mit einer Technik oder auch immer im gleichen Stil zu malen, wäre mir dann doch ein wenig zu langweilig», sagt Grichting lächelnd. Das Faible für die Natur spiegelt sich aber nicht nur in den Bildern des Künstlers, sondern auch in seiner anderen grossen Leidenschaft, dem Fotografieren. «Früher haben meine Frau und ich oft lange Reisen durch Neuseeland, Südamerika, Nepal oder auch Myanmar, als es noch Burma hiess, unternommen. Wir blieben so lange, wie es erlaubt war und haben dort viel fotografiert. Diese Dias haben wir dann anschliessend an gut besuchten Veranstaltungen gezeigt und dazu über Land und Leute referiert.»

In der offenen Atelierstube sind jegliche Interessierten willkommen. Bild: C. Imhof

Die offene Atelierstube

Trotz Fotografieren und den Reisen, das Herz von Reto Grichting schlägt nach wie vor für die Kunst. Sein aktuelles Projekt ist ein Bilderbuch, welches sich der Alpenwelt und ihren Bewohnern widmet. Dieses nehme aber mindestens noch zwei bis drei Jahre in Anspruch. Inzwischen könne er auch sehr von seiner Tochter Stefanie profitieren. «Häufig gibt sie mir nur kleine Impulse, die aber bei meinen Bildern Grosses auslösen. Ich bin echt froh, dass sie sich so intensiv mit der Thematik auseinander setzt und auch meine Kunst mit professionellen Tipps bereichert.» Gemeinsam mit seiner kreativen Familie hat er den obersten Stock seiner Praxis zu einem offenen Atelier umgebaut. Ziel sei es, damit ein Treffpunkt für die Künstler:innen zu werden. «Hier sind jegliche Interessierten willkommen und wir hoffen, dass sich die Kreativen gegenseitig inspirieren und weiterbringen.» In diesen Räumen mit einem herrlichen Panoramablick über die Dächer von Küblis, finden über Weihnachten und Neujahr jeweils auch zwei Kurse von Stefanie Grichting statt. So können bald neben ihrem Papa ebenfalls andere Kunstbegeisterte von ihrem Know-how profitieren, was auch dem Kunstschaffen in der P&H-Region sicher einiges bringt.
Mehr Informationen zu den Kursen gibt’s auf der Webseite www.atelierstube.ch.

C. Imhof