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Maienfeld
24.12.2021
23.12.2021 11:37 Uhr

Adventsfenster des Zweckverbandes Falknis

Erhard Accola erschafft mit seiner Motorsäge lebensgrosse Holzfiguren.
Erhard Accola erschafft mit seiner Motorsäge lebensgrosse Holzfiguren. Bild: Zweckverband Falknis
Das Maienfelder Adventsfenster vom 9. Dezember 2021 gestaltete der Zweckverband Falknis. Unter «Adventsfenster» stellt man sich ein weihnachtlich geschmücktes Fenster vor oder eine besonders schöne Dekoration. Das Adventsfenster des Zweckverbandes Falknis aber braucht eine Fläche von rund 20 Quadratmetern, ist dreidimensional und steht beim Schloss Maienfeld. Es ist eine Weihnachtskrippe mit lebensgrossen Figuren – Holzfiguren, erschaffen vom einheimischen Erhard Accola.

Maria und Josef mit dem Jesuskind, die Hirten mit ihren Schafen, die Heiligen Drei Könige, Ochs und Esel – alle sind sie bei der Krippe angekommen. Erschaffen hat sie der gelernte Förster Erhard Accola. Rund zehn Stunden braucht er für eine Figur, allein mit der Motorsäge und einem abschliessenden Nachschleifen. Das Holz für die Kunstwerke stammt aus dem heimischen Wald, alles Fichtenholz, ausser der Krippe, sie ist aus Lärchenholz.

Die Motorsäge, sein Werkzeug

Vor über einem Jahr hat Erhard Accola vom Zweckverband Falknis die Anfrage zur Erschaffung von Krippenfiguren erhalten und daraufhin einen Vorschlag in Skizzenform erstellt. Als der Auftrag konkret wurde, startete Accola Anfang 2021 mit der ersten Figur, der Maria. Schon bald gesellten sich die Jesuskrippe, der Josef, die Hirten und die Drei Heiligen Könige dazu und zu guter Letzt entstanden Ochse und Esel.

Die Figuren werden nur mit der Motorsäge erschaffen und haben keine detailgetreuen Hände und Füsse, kein richtiges Gesicht mit Augen, Nase und Mund. «Diese Skulpturen sollen nur durch die Formen und Linien, welche die jeweilige Figur charakterisiert, leben», erzählt Erhard Accola. «Die Menschenfiguren werden aus einem Baumstamm gefertigt. Da Holz lebt und arbeitet, gehören auch Risse dazu, sie sind etwas Natürliches und die Skulpturen sind letztendlich auch vergänglich», so Accola weiter.
Sägt er bei einem Kunstwerk zu viel ab, gibt es Brennholz. Doch mit 30 Jahren Erfahrung kommt das mittlerweile sehr selten vor. Weitere Holzskulpturen von Erhard Accola stehen in der Bündner Herrschaft, auf Brambrüesch oder auf dem Stätzerhorn, einzelne auch im Ausland. Jetzt, da der passionierte Sänger und Jäger Accola pensioniert ist, fertigt er auch gerne weitere Skulpturen auf Bestellung an.

Das Adventsfenster des Zweckverbands Falknis im Schlosshof Maienfeld zeigt… Bild: Eveline Scheidegger

Ursprünglich anders geplant

Die Adventszeit beim Schloss Maienfeld war ursprünglich ganz anders geplant. Der Schlosshof hätte in einen «WinterGarden» verzaubert werden sollen. Verschiedene Anlässe wie Schülersingen, Konzerte, Fonduechalet und Marktstände waren vorgesehen. Sie wurden leider pandemiebedingt alle abgesagt. Einzig die Krippe fand ihren Platz im Schlosshof. «Durch die Absage aller anderen Veranstaltungen fehlt nun leider der Publikumsverkehr und die einzigartige Krippe findet dadurch nicht die Beachtung, welche sie verdient hätte», so Michael Gabathuler, Betriebsleiter des Forst- und Werkbetriebes Fläsch-Maienfeld. «Wir sind aber stolz darauf, was unser langjähriger Mitarbeiter Erhard Accola in den letzten Monaten erschaffen hat», so Gabathuler weiter.

Ein Besuch der Krippe im Schlosshof Maienfeld lohnt sich allemal. Zu bestaunen ist sie noch bis zum 5. Januar 2022.

Bild: Eveline Scheidegger
E. Scheidegger