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Trimmis
15.01.2022

Roman Hug: «Wichtig ist ein qualitatives Wachstum»

Bild: Peter Grischott
Zum neuen Jahr wollten wir es genauer wissen und haben allen Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten in der P&H-Region ein paar Fragen zukommen lassen. Wir wollten ihnen so die Möglichkeit geben, für einmal direkt mit dem Volk zu sprechen und einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen. Als bereits Fünfzehnter zu Wort kommt der Trimmiser Gemeindepräsident Roman Hug.

Was wünschen Sie sich für Ihre Gemeinde im kommenden Jahr?
Aus meiner Sicht wäre ich sehr froh, wenn wir uns im kommenden Jahr wieder auf die wesentlichen Zukunftsprojekte unserer Gemeinde konzentrieren könnten. Notwendige Coronamassnahmen müssen umgesetzt werden. Aber dieses vorherrschende Thema nimmt zuviel Raum ein und bindet auch auf Gemeindeebene viele Ressourcen.

Was ist die grösste Herausforderung, die ansteht?
Es ist eben genau diese Rückkehr zur Normalität. Unsere Bevölkerung muss überzeugt und nicht erzogen werden. Wenn wir diesen Schritt erreichen, können wir uns wieder auf unseren Kernauftrag konzentrieren; optimale Rahmenbedingungen für die einheimische Bevölkerung und ortsansässige Unternehmungen schaffen.

Was gefällt Ihnen an ihrer Aufgabe als Gemeindepräsident:in am besten?
Diese Frage kann ich jeweils sehr schnell beantworten - es ist der direkte Austausch mit unserer Bevölkerung. In den vergangenen sechs Jahren als Gemeindepräsident habe ich unglaublich viel dazugelernt. Etwas pointiert formuliert ist ein Gemeindepräsidium bei uns eine gratis Lebensschule mit guter Entlöhnung. Junge Menschen mit Interesse an der Gemeinschaft und Freude am Gestalten kann ich nur ermuntern, sich zukünftig in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Wo sehen Sie in Ihrer Gemeinde noch Handlungsbedarf?
In der Gemeinde Trimmis stehen wesentliche Investitionen in der Infrastruktur bevor. Wir beraten über ein Projekt zum Wohnen im Alter, benötigen eine neuen Werkhof und haben auch gewisse Schulinfrastrukturen zu erneuern. Das muss finanziell durchdacht und schliesslich auch mehrheitsfähig präsentiert werden. Grundlage für sämtliche Investitionen muss zwingend ein gesunder Finanzhaushalt sein. Und diesen haben wir uns in den letzten Jahren erarbeitet.

Was unternimmt Ihre Gemeinde, um auch junge Familien anzulocken?
Bevor wir jemanden anlocken, muss zuerst sichergestellt werden, dass sich die ortsansässige Bevölkerung optimal entwickeln kann. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in unserer Gemeinde viel unternommen. Wesentlich sind dabei zeitgemässe Infrastrukturen, fortschrittliche Bildungsangebote und ein vielfältiges Vereinsleben. All diese Bemühungen greifen aber nicht, wenn der notwendige Wohnraum nicht zur Verfügung steht. Und in dieser Frage geht unsere Gemeinde neue Wege. Wir verfolgen bewusst keine verordnete Verdichtung von bestehenden Wohnquartieren. Viel wichtiger erscheint uns hier ein qualitatives Wachstum, in welchem das klassische Einfamilienhaus für junge Familien auch in Zukunft noch Platz hat. Ich bin überzeugt, dass ein Projekt Wohnen im Alter viele ältere einheimische Ehepaare ansprechen wird und dadurch auch wieder vermehrt Wohnraum für junge Familien frei wird.

Was macht Ihre Gemeinde so einzigartig?
Unsere Gemeinde hat ein sehr vielfältiges Naherholungsgebiet. Von den Auenwäldern beim Rhein über die Heckenlandschaft Witenen bis zu unseren Alpen in der Geländekammer hinter Valzeina haben wir viel zu bieten. Und in diesem Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für den Badeweiher Rheinauen – darauf freue ich mich ganz besonders. Aber jede Gemeindepräsidentin und jeder Gemeindepräsident ist doch fest davon überzeugt, dass gerade ihre Gemeinde einzigartig ist. Dieser «Lokalpatriotismus» ist wichtig und erachte ich als eine Stärke unseres Kantons.

Christian Imhof