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Anerkennungspreis «Goldene Maus» für Primarschule

Preisverleihung.
Preisverleihung. Bild: zVg
Das Projekt «MINTtutoren/here4you» der Primarschule Igis ist im Rahmen des Jubiläum-Programms «Centanni» von Educa* mit dem Anerkennungspreis die «Goldene Maus» ausgezeichnet worden. Die Jury honoriert mit ihrer Entscheidung insbesondere die konsequente Umsetzung des «miteinander und voneinander Lernens». Ein Bericht der Projektleitung Petra Seifert und Rahel Märki.

An der Primarschule Igis erhalten alle Schüler:innen der fünften Klassen während eines ganzen Tages einen Einblick ins Programmieren. Der Besuch des MINTmobils (ein Angebot der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) für MINT-Unterricht vor Ort) wird in Igis genutzt und nachhaltig umgesetzt. «Schüler lernen von Schülern, das ist unsere Philosophie an unserer Schule», erklärt die Projektverantwortliche Petra Seifert. Für konkrete Lernaufgaben werden gemeinsame Lösungswege gesucht, erprobt und umgesetzt. Die Kinder lernen in einer spielerischen Lernumgebung und die Lernaufträge haben einen starken Bezug zum Alltag. Die Schüler:innen lernen dabei mit- und voneinander. Den Lernprozess dokumentieren die Schüler:innen anschliessend in einem digitalen Lernjournal. In der nächsten Phase können sich interessierte Schüler:innen bei der Projektleitung für eine Zusatzausbildung zum MINTtutor bewerben. «Es haben sich motivierte und engagierte Schülerinnen gemeldet», freut sich Petra Seifert. «Unsere MINTtutoren nehmen einen Mehraufwand auf sich. Das ist nicht selbstverständlich.»

Nachhaltige Förderung im MINT-Bereich

Die Ausbildung zum MINTtutor findet in Zusammenarbeit mit Dozierenden der PHGR statt. Danach werden die MINTtutoren in einem altersdurchmischten Setting als Multiplikatoren eingesetzt. «Unsere MINTtutoren sind stolz auf ihre gelungenen Einsätze in den verschiedenen Klassen. Mit unserem Projekt sichern wir eine nachhaltige Förderung aller Schulstufen im MINT-Bereich.» Der fächerübergreifende Unterricht kann so konkret und wirkungsvoll umgesetzt werden. Die Anschubfinanzierung der Gebert Rüf Stiftung hatte das Projekt erst ermöglicht. «Dank der finanziellen Unterstützung können wir den Projektverlauf und den alljährlichen Kick-off mit dem MINTmobil für fünf Jahre sichern», erklärt Petra Seifert stolz. Das nachhaltige MINTprojekt ist in Igis gut angelaufen. «Wir freuen uns auf weitere Einsätze der MINTtutoren, auch ausserhalb der Primarschule Igis.» Das Projekt beinhaltet auch Schulbesuche in der Region. Interessierte Lehrpersonen können sich bei der Projektleitung melden. «Unser Modell mit den MINTtutoren lässt sich einfach adaptieren», sagt Petra Seifert weiter. «Wir haben bereits Anfragen aus der Region und können es hoffentlich schon bald umsetzen.

Gesucht und gefunden

Mitte des Jahres hatten sich Petra Seifert und Rahel Märki (Co-Projektleiterin) entschieden, das Schulhausprojekt auf der Website bei educa.ch/«auf der Karte des Wandels» zu platzieren. Zum 100-Jahr-Jubiläum von educa.ch wurde ein innovatives Schulprojekt in der Schweizer Bildungslandschaft gesucht und in Igis gefunden.

«Wir sind richtig stolz auf diesen Anerkennungspreis. Es ist für uns ein Meilenstein: ‹Die Goldene Maus› ist eine Wertschätzung und ein Zeichen, dass wir mit unserer Schule auf einem guten Weg sind. Unser Projekt wird so über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Es wäre schön, wenn unsere ‹MINTtutoren› Nachahmer finden würden», erklärt Rahel Märki. Der Gewinn der «Goldenen Maus» ermögliche es, das Projekt um weitere drei Jahre zu verlängern. Zudem könnten neu alle Kindergärten der Schule Igis von Einsätzen der MINTtutoren profitieren. Weiter soll der Bereich des 3D-Druckens vertieft und ein innovatives 3D-Druck-Programm den Schüler:innen im nächsten Schuljahr angeboten werden.

  • MINTtutoren im Einsatz. Bild: zVg
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  • Der Anerkennungspreis die «Goldene Maus». Bild: zVg
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Das Urteil der Jury

«Miteinander» und «voneinander» kennzeichnen das Projekt «MINTtutoren/here4you». Mit ihnen als Maxime gelingt es der Primarschule Igis, Konzepte des Peer-to-peer-Lernens aufzunehmen, auf ihre Situation anzupassen, für alle Beteiligten verständlich zu machen – und mit viel Engagement und Freude umzusetzen. Die Vermittlung der Kompetenzen in «Medien und Informatik» gehört zu den grossen Herausforderungen bei der Einführung des Lehrplans 21. Die MINTtutorinnen und MINTtutoren sind dafür eine überzeugende Lösung. Das Prinzip baut auf den Stärken der Beteiligten auf und drückt Wertschätzung ihnen gegenüber aus – der Zusatz «here4you» beschreibt diese Haltung treffend. Das Projekt zeigt exemplarisch auf, wie traditionelle Unterrichtsformen niederschwellig zu innovativen Lern-/Lehrsettings weiterentwickelt werden können. Insgesamt lagen der Jury nach dem Publikumsvoting fünf Projekte zur Endauswahl vor.

MINTtutorenausbildung in Chur. Bild: zVg
ps/rm