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28.02.2022
01.03.2022 11:00 Uhr

Bärlauch: Das grüne Wunder

Bild: Adobe Stock
Neben Krokussen und Schneeglöggli gehört wohl auch der Bärlauch zu den Frühlingsboten schlechthin. Was der Verwandte von Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch so alles kann und worauf man beim Pflücken achten sollte.

Während sich der Winter langsam, aber stetig verabschiedet, treten die Frühlingsboten auf die Bühne. Neben Krokussen und Schneeglöggli drängt auch der saftig-grüne Bärlauch langsam durch die Erde an die Oberfläche.

Die zur Familie der Amaryllis-Gewächse gehörende Pflanze mit ihren zarten weissen Blüten ist nicht nur hübsch anzusehen und verströmt einen intensiven Geruch in ihrer Umgebung. Bärlauch ist auch eine altbekannte Heil- und Gewürzpflanze, die v.a. aus der saisonalen Frühlingsküche nicht mehr wegzudenken ist. Ob frisch in einem Salat, als Pesto, in Wurst oder Brot: Der «Allium ursinum», wie er auf lateinisch heisst und zur Gattung des Lauchs gehört, hat so einiges zu bieten.

Bärlauch hat's gerne schattig und feucht

Der Bärlauch ist in fast ganz Europa verbreitet und wächst am liebsten in der Nähe von Gewässern oder grösseren Flüssen, aber auch in schattigen, feuchten und humusreichen Wäldern. Er gesellt sich besonders gerne zu Ahorn, Esche, Eichen oder Ulmen.

Obwohl man ihn in unserer Gegend recht häufig antrifft, steht er beispielsweise in Deutschland unter einem sog. Mindestschutz, der es untersagt, die Pflanze "ohne vernünftigen Grund" zu nutzen.

Gut gegen Frühjahrsmüdigkeit

Bereits im Mittelalter wurde der Bärlauch als Arznei- und Nahrungspflanze verwendet. Heute wird er aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung beispielsweise bei Magen-Darm-Problemen eingesetzt. Auch werden ihm eine verdauungsfördernde, entgiftende und kreislauffördernde Wirkung nachgesagt. Er soll auch gegen hohen Blutdruck und gegen die Frühjahrsmüdigkeit helfen.

Achtung Verwechslungsgefahr!

Obwohl der Bärlauch doch auffällig ist und man ihn auch anhand seines Duftes leicht erkennt, ist trotzdem Vorsicht geboten. Denn er wird immer wieder mit dem Maiglöckchen, dem Krokuss bzw. Herbstzeitlosen oder auch mit dem Aronstab verwechselt, die als jüngere Pflanzen ähnlich aussehen wie der Bärlauch, aber äusserst giftig sind.

Neben dem Geruch, der beim Reiben der Blätter stark zum Vorschein kommt, ist die Blattunterseite eine gute Möglichkeit zur Unterscheidung. Denn beim Bärlauch ist die Blattunterseite immer matt, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlosen aber glänzend.

Maiglöckchen wie hier auf dem Bild sehen dem Bärlauch sehr ähnlich, sind aber hochgiftig. Bild: Adobe Stock

Von März bis Mai

Den Bärlauch, der von März bis Mai geernet werden kann, verarbeitet man am besten frisch – und nur so viel, wie man wirklich braucht.

Die Bärlauch-Blätter schneidet man am besten mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab. Einige raten sogar dazu, pro Pflanze jeweils nur ein Blatt zu ernten, damit der Bärlauch genug Energie für den Neuaustrieb hat. Verwenden kann man ihn wie Knochlauch, Schnittlauch oder Lauch. Er verfeinert z. B. Salate, Teigwaren, Suppen oder Eintöpfe.

Einfrieren geht auch

Der Bärlauch kann ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer ihn länger haltbar machen möchte, verarbeitet ihn am besten zu einem Pesto. Auch die kleinen weissen Blüten sind essbar und eine tolle Deko auf einem Gericht.

Wer sich den Bärlauch noch etwas länger erhalten möchte, kann ihn auch einfrieren. Wichtig ist, den Bärlauch gründlich zu waschen und zu trocknen. Danach kann man ihn als Ganzes luftdicht in einen Beutel verpackt einfrieren. Oder man macht sich ganz einfach "Bärlauch-Eiswürfel": Die gewaschenen Blätter fein pürieren, in einen Eiswürfelbehälter oder -Beutel füllen und einfrieren. Der Bärlauch soll eingefroren ca. sechs Monate haltbar sein.

Bild: Adobe Stock

Bärlauch-Pesto

für ca. 350 g / 2–3 Gläser je nach Grösse

Zutaten:
100 g frischer Bärlauch
50 g Mandelstifte oder Pinienkerne
50 g Sprinz, gerieben
1,5 dl Rapsöl oder kaltgepresses Olivenöl
1/2 TL Salz
ev. noch etwas Peffer
wenig Öl zum Bedecken des Pestos

Für einen "Frischekick": etwas geriebene Schale einer Bio-Zitrone dazugeben.

Zubereitung:

  • Gläser und Deckel heiss ausspülen und mit einem sauberen Tuch trocken reiben.
  • Bärlauch gründlich waschen, in der Salatschleuder gut trocken schleudern. Grob hacken und mit Mandelstiften oder Pinienkernen, Sbrinz, Öl, Salz und etwas Peffer im Cutter zu einer feinen Paste verarbeiten.
  • Bis 2 cm unter den Rand in die vorbereiteten Gläser füllen. Um allfällige Luftlöcher zu vermeiden, die Gläser sorgfältig einige Male auf ein gefaltetes Tuch auf der Arbeitsfläche klopfen. Freie Innenseite des Glases mit Haushaltpapier reinigen, mit Öl bis 1 cm unter den Rand auffüllen. Verschliessen.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank ca. 3–4 Wochen.

Passt zu Teigwaren, Risotto, Kartoffeln, als Brotaufstrich oder in Salatsauce.

Inspiriert von www.swissmilk.ch und www.bettybossi.ch

vilan24 / Barbara Tudor