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Prättigau
26.03.2022

Das stille Bikevergnügen im Prättigau

Aufstieg über Alpstrasse.
Aufstieg über Alpstrasse. Bild: Thomas Hablützel
Das Prättigau gehörte in den 90er und 2000er Jahren zu den Pionieren in der Bikeszene. Durch das bekannte jährlich stattfindende Mountainbike-Marathonrennen Swiss Bike Masters war die Region jährlich in den nationalen und internationalen Medien und galt als fixer Punkt im Rennkalender eines jeden ambitionierten und fitten Mountainbikers. Seither ist es etwas ruhiger geworden, das Angebot wurde aber trotzdem stetig erweitert.

Gut zehn Jahre ist es nun her, seit das letzte Swiss Bike Masters stattgefunden hat. Nachbardestinationen wie Davos Klosters oder Arosa Lenzerheide haben sich in der Zwischenzeit zum Mountainbike-Mekkas im Alpenraum entwickelt. Die Mountainbiker werden als wichtiges Gästesegment bearbeitet und dementsprechend wurde sehr viel Geld in Infrastruktur und Vermarktung investiert. Von all diesen Anstrengungen, die auch vom Kanton durch diverse Projekte gefördert wurden, profitieren auch andere Destinationen im Kanton.

Obwohl das Prättigau auf der Landkarte der Biker weniger sichtbar ist, sind durch verschiedenen Initiativen aus dem Tal weitere Bike-Angebote entstanden. Heute zählt die Region rund zwei Dutzend durchgehend signalisierte Bike-Touren, die auf der Plattform SchweizMobil veröffentlicht sind. Daneben finden sich zahlreiche weitere Routen, denn es gilt wie überall im Kanton Graubünden: "Share The Trail" - das heisst, dass sich Biker und Wanderer die Wege teilen.

Highlight Route Alp Valpun. Bild: Thomas Hablützel

Klasse statt Masse

Zu den Touren-Highlights zählen die Tour «Valcaus» ob Seewis, die Umrundung des Chrüz via Alp Valpun und natürlich der Klassiker: die Verbindung von Teilstrecken des «Swiss Bike Masters» ab Pany oder St. Antönien mit dem Prättigauer Höhenweg.

Verschiedene Transportmöglichkeiten wie die Bergbahnen Grüsch-Danusa, der Seilbahn Fanas, das Postauto oder ein Shuttleservice bieten dem Biker erleichterten Trailzugang. Bei den meisten Touren müssen die Höhenmeter aber selber «gefressen» werden. Die zahlreichen Erschliessungen der Routen mit Alpstrassen erleichtern diese Aufstiege, bevor der Einstieg in den Singletrailspass beginnen kann.

E-Bike-Ladestation beim Berghaus "Arflina". Bild: Fideriser Heuberge

Zig Berghäuser und Hofläden mit Selbstbedienungen laden die Biker zu einem Stopp ein, damit die umliegende gewaltige Natur genossen werden kann. Und für Biker, die mit Elektromotor ausgestattet sind, gibt es oft Lademöglichkeiten an Kulminationspunkten. So am Furnerberg mit der Schwänzelegg, den Fideriser Heubergen oder oberhalb von Seewis.

Cyprian Sutter, Geschäftsführer von Prättigau Tourismus: «Das Bike-Angebot im Prättigau ist top und sehr vielseitig. In den kommenden Jahren gilt es vor allem, die Bike-Strategie mit dem sanften Tourismus weiterzuentwickeln, damit die Konflikte und Reklamationen weiterhin auf dem derzeit sehr tiefen Niveau bleiben. Das heisst, es braucht zukünftig eher eine Verdichtung und qualitative Anpassungen der Routenführungen als ein weiterer Ausbau. Diese Routen können dann dementsprechend durch die Streckengöttis und die Gemeinden unterhalten und zielgruppenspezifisch kommuniziert werden. So können wir das ein wenig steuern. Zukünftig möchten wir vor allem die Segmente All-Mountain, den Sonntagsfahrer und den fitte Crosscountry-Fahrer ansprechen. Auch hier gilt wie so oft bei uns: Qualität vor Quantität.»

Pressedienst