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Untervaz
24.04.2022
16.05.2022 12:29 Uhr

Schöne Haut und schönes Haar

Haut und Haar mit selbst hergestellten Produkten nähren und verwöhnen.
Haut und Haar mit selbst hergestellten Produkten nähren und verwöhnen. Bild: Nerea Rupp
Das Wichtigste für schöne Haut und Haare ist natürlich, dass man alle Nährstoffe zu sich nimmt, damit der Körper genug Ressourcen hat, um ­gesund zu sein. Jedoch kann man den Körper von aussen auch unterstützen.

Um das Haar und die Haut optimal zu pflegen, braucht es immer Proteine, um zu stärken, und Feuchtigkeit, um Geschmeidigkeit und Elastizität zu verleihen. Die Ausgewogenheit dieser zwei Dinge ist sehr wichtig, damit die Haut und die Haare optimal unterstützt werden können. Ausserdem brauchen beide Öle, um diese Effekte zu optimieren und zu versiegeln. Proteine, Feuchtigkeit und Öle sind zusammengefasst die essenziellen Komponenten.

Doch wie bekommt man Proteine und Feuchtigkeit in die Haare?
Die Frauen des Miao-Stammes im südlichen China sind für ihre schönen Rapunzelhaare bekannt. Es ist dort Tradition, dass die Frauen sich nur einmal im Leben die Haare schneiden – und zwar an ihrem 18. Geburtstag. Bis ins hohe Alter bleiben ihre Haare dunkel und werden sehr spät weiss. Ihr Beauty-Geheimnis ist das Reiswasser. Dort ist dieses schon lange im alltäglichen Gebrauch und ein absolutes Muss, damit ihre Rapunzelmähne auch gesund bleibt. Im Reiswasser stecken Proteine, Antioxidantien, Vitamin B und E, Mineralien und Aminosäuren, die das Haar und die Haut pflegen und stärken.

Reiswasser herstellen

Zuerst wird eine halbe Tasse Reis gewaschen, um Schmutzreste zu beseitigen. Anschliessend wird der Reis in einer Schüssel mit warmem Wasser bedeckt – mit dem Wasser darf man grosszügig sein. Dann das Reiswasser 30 Minuten ziehen lassen. Anschliessend den Reis absieben. Das Reiswasser einfach noch ein bis zwei Tage stehen lassen, damit es zu fermentieren beginnen kann. Danach ist es einsatzbereit. Es spielt keine Rolle, welcher Reis verwendet wird.

Anwendung fürs Haar: Um es auf das Haar «aufzutragen», fülle ich das Reiswasser immer in eine Sprühflasche und sprühe es auf mein komplettes Haar, das heisst vom Ansatz bis in die Spitzen, bis es wirklich nass ist. Anschliessend stecke ich mein Haar mit einer Klammer hoch und lasse das Reiswasser etwa eine halbe Stunde einwirken. Falls jemand sehr feines oder poröses Haar hat, kann es sein, dass das Haar in einer halben Stunde schon trocken ist. Sollte dies der Fall sein, empfehle ich, die Einwirkzeit zu verkürzen oder zwischendurch nochmal etwas Reiswasser in die Haare zu sprühen. Nach dem Einwirken kann das noch feuchte Haar wie gewohnt gewaschen werden. Wenn das Reiswasser zu oft zum Einsatz kommt, ohne dass zusätzlich noch etwas für die Feuchtigkeit getan wird, ist dies für das europäische Haar nicht sehr optimal. Denn es kann passieren, dass das Reiswasser das Haar zu fest macht. Daher ist es ratsam, eine Reiswasser-Anwendung nur alle zwei Wochen durchzuführen.

Anwendung für die Haut: Ich verwende das Reiswasser hauptsächlich für mein Gesicht also wie ein Gesichtswasser. Das heisst, nach der Gesichtsreinigung sprühe ich es auf mein Gesicht und lasse es kurz einziehen. Anschliessend verwende ich meine Feuchtigkeitscreme. Das Reiswasser kann morgens oder auch abends zum Einsatz kommen, was einem lieber ist.

Feuchtigkeit

Mit dem Reiswasser haben wir dem Haar Proteine zugeführt. Jetzt braucht es noch Feuchtigkeit. Die bekannteste Pflanze, wenn es um Feuchtigkeit geht, ist sehr wahrscheinlich die Aloe-Vera- Pflanze. Und diesen Ruhm hat die Aloe Vera meines Erachtens absolut verdient. Doch trotz ihres hohen Bekanntheitsgrads findet das Gel der Aloe Vera oft nur bei einem Sonnenbrand Verwendung. Bei Sonnenbrand kann die Aloe auf jeden Fall ein Retter sein, doch sie hat noch mehr zu bieten. Ich verwende das Gel der Aloe sehr gern für mein Haar und auch für meine Hautpflege. Denn es verleiht durch seinen hohen Feuchtigkeitsgehalt ein angenehm geschmeidiges Gefühl und Elastizität, ohne dabei beschwerend zu wirken. Auf dem Markt gibt es Dutzende Produkte mit Aloe-Vera-Gel als Inhaltsstoff oder auch nur das pure Gel. Für mich ist jedoch sehr wichtig, dass ich so gut es mir möglich ist, auch auf Nachhaltigkeit Wert lege. Deshalb habe ich ein paar Aloe-Vera-Pflanzen gekauft, und diese an einem hellen Ort in meinem Zuhause aufgestellt. Jetzt kann ich das pure Aloe-Gel von meinen eigenen Pflanzen gewinnen. Dazu kommt, dass ich viel Geld spare, es immer direkt zuhause griffbereit habe und keine Verpackung entsorgen muss.

Aloe-Vera-Gel gewinnen

Man schneidet das unterste Blatt der Aloe-Vera-Pflanze ab. Bei der Aloe ist es so, dass die untersten Blätter immer wieder mal austrocknen können. Daher muss man drauf achten, dass man für die Verwendung ein prall gefülltes Blatt wegschneidet. Dies ist einfach zu erkennen, da die Blätter, die austrocknen, leicht bräunlich und dünner sind als die anderen Blätter. Das zur Verwendung geeignete Blatt sollte möglichst als Ganzes weggeschnitten werden. Wird nur ein Teil davon weggeschnitten, dann wird der andere Teil des Blattes ungenutzt eingehen, was wirklich schade wäre. Falls zu viele Blätter in kurzen Zeitabständen weggeschnitten werden, kann es passieren, dass die Pflanze eingeht. Um dies zu vermeiden, habe ich mehrere Pflanzen zuhause, damit ich abwechseln kann und die Pflanzen sich jeweils wieder regenerieren können. Falls man nur eine Pflanze hat, sollte man darauf achten. Doch meistens gibt es neben einer Pflanze sehr schnell auch eine Zweite. Schon beim Wegschneiden eines Blattes tritt eine gelbe, leicht übelriechende Flüssigkeit heraus. Das ist das Aloin. Ein Stoff, den die Pflanze produziert, um sich selbst zu schützen. Weil die Aloe Vera eine Wüstenpflanze ist, würde sie sonst von den Tieren so zusagen «ausgetrunken» werden. Das Aloin ist neben dem Gestank auch noch leicht ätzend. Das Aloin kann jedoch nach dem Abtrennen leicht entfernt werden. Dazu stellt man das Blatt mit der abgetrennten Seite nach unten für eine Stunde in ein Glas. Anschliessend wird vom abgetrennten Teil noch zusätzlich etwa eine zwei Zentimeter dicke Scheibe abgeschnitten, die dann auch nicht verwendet werden kann, da sich dort die Reste des Aloin angesammelt haben, die noch nicht rausfliessen konnten. Jetzt muss nur noch der obere Teil des Blattes wegeschnitten werden, um das Gel mit einem Löffel herauszunehmen oder es mit einem Messer herauszuschneiden. Da das Gel noch immer ziemlich fest ist, wird dessen Anwendung erleichtert, wenn das Gel püriert wird. Die pürierte Masse kann zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn es anfängt schlecht zu werden, wird das Gel leicht rosa.

Anwendung fürs Haar: Die Anwendung ist sehr einfach: Entweder verwende ich das pure Gel oder ich mische es mit Wasser, damit ich es in eine Sprühflasche geben kann. Dann gebe ich das Gel oder sprühe die Gel-Wasser-Lösung nach dem Waschen ins Haar und lasse es trocknen oder föhne es. Für lockiges oder gewelltes Haar kann ich das pure Gel empfehlen, weil es die Wellen und Locken schön definiert. Bei glattem Haar empfehle ich, das Gel mit Wasser in eine Sprühflasche zu geben und es ebenfalls als Leave-in-Produkt zu verwenden. Die Haare werden geschmeidig, erhalten einen schönen Glanz und gewinnen an Elastizität – und all dies, ohne das Haar zu beschweren. Das Aloe Gel könnte auch jedes Mal nach dem Waschen angewendet werden, jedoch sollte die Aloe-Vera-Pflanze achtsam genutzt werden, damit sie wie bereits erwähnt nicht wegen Übernutzung eingehen.

Anwendung für die Haut: Dafür eignet sich das pure Gel, das einfach wie eine Bodylotion und Gesichtscreme anzuwenden ist.

Öl

Rosmarin ist nicht nur ein leckeres und gesundes Gewürz, sondern auch ein Beauty-Tipp. Aus dem Rosmarin kann ein tolles Haaröl hergestellt werden. Es wirkt vitalisierend, regt die Durchblutung der Kopfhaut an und den Haarwuchs. Es ist reich an Vitaminen und daher sehr pflegend.

Rosmarinöl herstellen

Getrockneter Rosmarin: Wer Rosmarin von einem Rosmarinstock für die Herstellung des Öls verwendet, der sollte den Rosmarin zuerst trocknen lassen, damit das Öl nicht schnell schlecht wird. Kaltgepresstes Olivenöl eignet sich am besten, um darin Kräuter ziehen zu lassen und bleibt lange haltbar. Den getrockneten Rosmarin mit dem Olivenöl in ein verschliessbares Glas geben. Das Öl sollte den Rosmarin ganz bedecken. Das Glas gut verschliessen und den Inhalt etwa vier Wochen ziehen lassen. Wer das Rosmarinöl schneller herstellen will, kann einen Topf mit Wasser auf der niedrigsten Stufe erhitzen, und das Glas mit dem Öl und dem Rosmarin etwa für vier Stunden hineinstellen und es so ziehen lassen. Nach den vier Wochen oder dem Abkühlen kann das Öl verwendet werden. Wer will, kann noch ätherische Öle dazugeben, am geeignetsten sind Zitronengras- und Teebaumöl. Auf einen halben Liter Olivenöl empfehle ich jeweils 15 Tropfen von den ätherischen Ölen. Das Öl ist etwa ein Jahr haltbar.

Anwendung: Ich mache mit diesem Öl etwa einmal im Monat eine Kur. Das heisst, ich trage das Öl grosszügig auf meiner Kopfhaut auf und verteile es bis in die Haarspitzen. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, lasse ich das Öl mindestens eine Stunde einwirken, bevor ich es ausspüle. Danach wasche ich meine Haare gründlich mit einem Shampoo. Für ein Haaröl, das täglich angewendet wird, ist das Rosmarinöl zu schwer. Dafür empfiehlt sich zum Beispiel ein Mandelöl. Das Mandelöl eignet sich auch sehr gut zur Hautpflege.

Nerea Rupp