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Jenaz
26.04.2022
26.04.2022 08:38 Uhr

Die Original Bündner Rötelitorte aus dem Prättigau

Karin Unger hat sich für ihre Rötelitorte von der Region inspirieren lassen.
Karin Unger hat sich für ihre Rötelitorte von der Region inspirieren lassen. Bild: C. Imhof
Kürzlich hat Karin Unger bei einer Schwarmfinanzierungsaktion im Internet 12 000 Franken gesammelt. Somit ist es der zugezogenen Praggerin möglich ihre «Original Bündner Rötelitorte» bald in noch grösseren Mengen zu produzieren und das Prättigau auf die Landkarte von Schleckmäulern aus ganz Graubünden zu setzen.

Seit 13 Jahren lebt Karin Unger in der Schweiz. Wenn sie spricht, merkt man aber schnell, dass ihre Wurzeln in Deutschland liegen. «Ursprünglich komme ich us em Schwobaländle, gleich hinter dem Bodensee. Als ich hier in die Schweiz kam, war ich am Anfang recht überrascht, dass mich Leute als ‘Schwabe’ bezeichneten, da sie das ja wirklich nicht wissen konnten», sagt sie schmunzelnd. Inzwischen sei ihr natürlich bewusst, dass das einfach der Begriff von vielen Schweizern für die nördlichen Nachbarn ist und nur bedingt auf ihr Bundesland in Süddeutschland hinweist.

Bild: zVg

Von der Region inspiriert

Heute wohnt Karin Unger mit ihrem Walliser Freund seit gut fünf Jahren auf der Schwelli in Pragg-Jenaz. «Hauptberuflich habe ich lange im Marché bei der Heidilandraststätte in Maienfeld gearbeitet, doch im Jahr 2017 habe ich mich dazu entschlossen, neben meiner Festanstellung in der Gastronomiebranche, meinem grossen Hobby, dem Backen, nachzugehen.» Über ein Jahr habe sie anschliessend selber ausprobiert und ihre Rötelitorte erfunden. «Das war schon eine intensive Zeit, in der ich auch wegen dem häufigen Probieren gute zehn Kilo zugenommen habe.» Zu ihrer Kreation inspiriert habe sie das Tal. «Ich wollte nicht auf den Nusstorten-Erfolgszug aufspringen und habe mich darum auf eine andere Spezialität aus dem Prättigau fokussiert.» In den vergangenen fünf Jahren sei die Popularität ihres Ganzjahresgebäcks organisch gewachsen, so dass die heimische Küche zu klein wurde und Karin Unger zuerst in der alten Schule Lunden gebacken hat und seit zwei Jahren bäckt sie in der eigens eingerichteten Backstube in Küblis. «Das Crowdfunding diente vor allem für den Kauf einer Teigausrollmaschine, die mir die Arbeit unheimlich erleichtert. «So eine Aktion hat immer einen gewissen Werbeeffekt und wenn dadurch noch mehr Kundinnen und Kunden in den Genuss meiner Torte kommen, hat sich das auf jeden Fall gelohnt.» Zumal ich im Moment versuche, neue Bergrestaurants zu finden, die meine feine regionale Rötelitorte verkaufen möchten.

Bild: zVg

Eine Torte mit fruchtiger Note

Inzwischen gibt es die Original Bündner Rötelitorte an 17 Standorten, wie beispielsweise im Bärg-Pur in Küblis und in vielen anderen Läden zu kaufen. Auch kann die Torte direkt unter www.swisshomemade.ch per Mail bestellt werden. Ihr Original löse immense positive Rückmeldungen aus, sagt Karin Unger. «Ich denke, die Rötelitorte kommt so gut bei den Leuten an, weil sie eine leichte, fruchtige Torte ist, nicht so mastig wie eine Nusstorte.» Ihr Produkt sei etwas für die ganze Familie. Die fruchtige Note des selbsthergestellten Rötelis ist ein Gaumenfest und im Gegensatz zu Kirschtorten oder einem «Mon cherié» muss ich mir hier wohl keine Gedanken machen, ob ich mich später noch hinters Steuer setzen darf. Die Torte, die es in drei verschiedenen Grössen gibt, ist auch das Hauptgeschäft von Karin Unger. «Im Hinterkopf habe ich zwar schon ein paar weitere Produkte, doch wichtig ist im Moment, dass die Produktion und Vermarktung der Rötelitorten gut funktioniert.» Es ist eine echte Bereicherung, aus der Region für die Region, diese «Original Bündner Rötelitorte», mit dem Geissli namens Ursi als Motiv und als Glücksbringer vorne darauf. Während wahrscheinlich noch Jahre drüber diskutiert wird, wer denn jetzt im Prättigau die beste Nusstorte macht, hat Karin Unger ein eigenständiges Produkt an den Start gebracht, mit Markenschutz beim Institut für Geistiges Eigentum (IGE), das auch ausserhalb des Tales noch lange für Furore sorgen könnte und einfach wirklich gut schmeckt.

Bild: zVg
Christian Imhof