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Gesundheit
05.05.2022

Schmerzhafte Muskelkrämpfe – Tipps und Erklärungen

Krämpfe in den Füssen oder Waden sind vielen schmerzlich bekannt.
Krämpfe in den Füssen oder Waden sind vielen schmerzlich bekannt. Bild: Bilderbox
Jeder, der schon einen Krampf hatte, weiss, wie schmerzhaft es ist. Doch was ist eigentlich der Grund für die Krämpfe? Und was kann man tun, wenn es auch nach Minuten nicht besser wird?

Muskelkrämpfe sind Anspannungen eines Muskels oder einer ganzen Muskelgruppe, die meist unerwartet und unkontrolliert auftreten. Krämpfe treten in der Regel während oder nach grösseren Körperanstrengungen auf, gelegentlich aber auch während der Entspannung. Manche Menschen bekommen gar im Schlaf oder im Liegen schmerzhafte Beinkrämpfe. Der betroffene Muskel steht unter extremer Spannung und wird steinhart.

Verkrampft deine Muskulatur, ist nicht etwa der Muskel schuld, sondern der Nerv, welcher für die Steuerung der Muskelfasern zuständig ist. Zu einem Muskelkrampf kommt es, wenn die Nervenbahnen gestört sind und falsche Signale senden.

Bild: pixabay

Was passiert bei einem Krampf?

Bei einer plötzlichen Verhärtungen dieser Art kommt es zu einer lokalen Störung der Blutversorgung in der betroffenen Muskelpartie. Als Schutzmechanismus, etwa bei Überbelastung oder einem Nährstoffmangel, ziehen sich die Muskelfasern kräftig zusammen. Kleinste Zellelemente, die sogenannten Aktin- und Myosin-Filamente, verhaken sich ineinander. Der Muskel kann sich infolge nicht wie gewohnt entspannen. Es kommt zu einer «Verkürzung» der Muskelfasern.

Von Krämpfen kann nahezu jeder Muskel im menschlichen Körper betroffen sein. Das umfasst sowohl die Skelettmuskulatur als auch die glatte Muskulatur der inneren Organe sowie der Gefässe. Lediglich das Herz kann nicht verkrampfen. Am häufigsten treten Krämpfe jedoch im Rahmen sportlicher Belastung im Bereich der Oberschenkel und der Waden auf. Seltener sind Muskelkrämpfe in den Zehen, im Fussgewölbe oder in der Bauchmuskulatur.

Ja, auch ein Krampf im Gesäss kann vorkommen. Bild: Pixabay

Wieso kommt es zum Krampf?

Die Ursachen für einen Krampf können ganz verschieden sein. 

Paraphysiologische Krämpfe: Am häufigsten. Diese Krämpfe entstehen etwa spontan im Rahmen einer Schwangerschaft oder im Zuge sportlicher Überbelastung durch ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt. Auch ein Nährstoffmangel, z. B. Vitamin-D, kann die Ursache sein.

Idiopathische Krämpfe: Idiopathische Krämpfe sind oftmals das Symptom einer meist noch nicht erkannten Erkrankung und treten in der Regel ohne Grund auf. Mögliche Auslöser sind etwa Diabetes mellitus oder eine genetische Vererbung.

Symptomatische Krämpfe: Bei manchen Krankheitsbildern gehören Krämpfe zur typischen Symptomatik. Neben Störungen des Nervensystems betrifft dies auch diverse Herz-, Stoffwechsel und Muskelerkrankungen. Auch die Einnahme mancher Medikamente kann Krämpfe verursachen. Symptomatische Krämpfe treten oftmals nachts auf.

Bild: Pixabay

Fünf Sofort-Massnahmen gegen den Krampf


Sanfte Dehnung:
Bei einem Wadenkrampf beispielsweise die Zehen gegen eine Wand pressen oder im Sitzen den Fussballen mit den Händen umfassen und zu sich heranziehen.

Anspannen des Antagonisten: Den muskulären Gegenspieler anspannen, um eine Entspannung des betroffenen Muskeln zu erzwingen.

Massage: Die betroffenen Muskelfasern sanft kneten oder massieren, um die Anspannung zu lockern

Wasser trinken: Muskelkrämpfe treten häufig bei einem Flüssigkeitsmangel auf, der sich durch ein grosses Glas Wasser oder einen isotonischen Drink ausbalancieren lässt.

Wärme: Eine Wärmflasche, eine heisse Dusche oder ein warmer Wickel können die Symptome lindern.

Präventive Massnahmen

Die meisten Krämpfe sind absolut harmlos. Da sie jedoch auch das Symptom einer ernsthaften Erkrankung sein können, ist bei häufigem grundlosen Auftreten Vorsicht geboten. Stören Krämpfe den Schlaf, vergehen sie auch nach längerer Zeit nicht von alleine oder sind mit Taubheitsgefühlen verbunden, solltest du unbedingt zum Arzt gehen. Präventiv können folgende Massnahmen wirken:

  • Gesund ernähren: Mangelzustände können Muskelkrämpfe provozieren. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen ist deshalb die Basis für ein Leben ohne Krämpfe.

  • Nahrungsergänzungsmittel: Bestimmte wichtige Nährstoffe können wir kaum über die Nahrung aufnehmen. Eine Supplementierung von Vitamin-D beispielsweise kann Studien zufolge vorbeugend gegen Muskelkrämpfe wirken.

  • Ausreichend trinken: Um Muskelkrämpfe durch Flüssigkeits- oder Elektrolytmangel zu verhindern, ist es empfehlenswert, stets genügend zu trinken – besonders bei Hitze oder an intensiven Trainingstagen, wenn du viel schwitzt.

  • Dehnübungen: Wer sich täglich wenige Minuten dehnt, kann seiner Muskulatur damit Gutes tun und Krämpfen dauerhaft entgegenwirken. Indem du das Gewebe um die Muskulatur sanft auseinander ziehst, können die Muskeln besser mit Nährstoffen versorgt werden, was sie belastungsresistenter macht.

  • Durchblutung fördern: Ist eine gestörte Blutzufuhr Grund für die Anspannungen der Muskulatur, können regelmässige Wechselbäder wirksam sein.

  • Schlafposition: Wer vor allem nachts unter Muskelkrämpfen leidet, kann durch die richtige Position im Bett für Entspannung sorgen. Lege beispielsweise ein Kissen in die Kniebeuge oder lass die Füsse über die Bettkante hängen.

Quellen für diesen Artikel:

  • sapura-health.de
  • helsana.ch
  • msdmanuals.com
  • foodspring.ch
  • wikipedia.org
vilan24/Redaktion March24 & Höfe24