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Schiers
14.05.2022
16.05.2022 07:52 Uhr

Endlich wieder Ferienpass

Anna Frey und Jacqueline Weber vom Ferienpass Prättigau.
Anna Frey und Jacqueline Weber vom Ferienpass Prättigau. Bild: C. Imhof
Seit Montag, 9. Mai 2022, ist es endlich wieder soweit: Die Primarschülerinnen und Primarschüler aus dem ganzen Tal können aus den tollen Ferienpass-Angeboten ihre Favoriten auslesen und sie bis Ende Monat den Organisatoren durchgeben. Die Wünsche werden dann ausgelost und so kann es sein, dass in den Sommerferien im Prättigau Träume wahr werden.

Jede und Jeder, der in den 90ern oder 2000ern im Prättigau aufgewachsen ist, bekommt beim Wort Ferienpass nostalgische Gefühle. Ich, beispielsweise erinnere mich noch heute lebhaft an den Besuch des Fernsehturms in Valzeina oder das Schnuppern in der Drucki Schiers. Das geht sicher nicht nur mir so, denn das von Pro Juventute initiierte und inzwischen von Pro Junior Graubünden geführte Projekt hat bei vielen Kindern in der Region nachhaltig Spuren hinterlassen.

Ehrenamtlich für die Kinder

Aktuell zum Ferienpass-Team Prättigau gehören Christina Weber aus Buchen, Anna Frey aus Schiers und Jacqueline Weber aus Saas, die beide seit 2018 dabei sind und durch ihre eigenen Kinder zum Projekt gekommen sind. Weber ist froh, nach der Coronapause wieder loslegen zu können. «Im 2020 haben wir es noch durchgeboxt, hatten aber durch Coronafälle bei den Kursen immer wieder sehr viel administrativen Aufwand und Absagen.» Dieses Jahr soll es nun endlich wieder «normal» zu und her gehen, sagt Frey und die Auswahl für die Primarschüler:innen ist immens. «Neben vielen Bastelkursen, wird auch Judo, Wildbeobachten, Schiessen, Paddeln und Weiteres angeboten. Sehr populär ist beispielsweise auch das Meerjungfrauenschwimmen in Zizers und der Besuch im Spital.» Früher hätten oft Vereine um den Nachwuchs über den Ferienpass geweibelt, heute seien auch Firmen auf den Geschmack gekommen. «Die Kinder können auch beispielsweise beim Tierarzt und bei der Trumpf reinschnuppern und wer weiss, vielleicht hat das für den späteren Berufswunsch sogar einen gewissen Einfluss. In den Vereinen sind sie in der Regel schon vorher tief verwurzelt.» Das Ferienpass-Team organisiert und koordiniert die Kurse ehrenamtlich für die Kinder aus der Region, weil es laut Weber einfach eine gute Sache ist. «Nicht alle jungen Familien können mit ihren Kindern in die Ferne reisen und wenn wir da in der Nähe etwas Schönes auf die Beine stellen können, lernen sie nicht nur Gleichaltrige aus anderen Dörfern, sondern auch noch die Region besser kennen.» Um den Andrang der rund 200 Sieben- bis Dreizehnjährigen zu bändigen, suchen sie immer Erwachsene, die sich auch gerne für die Kinder im Tal engagieren möchten.

Gratis mit Zug und Bus durch Graubünden

«In normalen Jahren haben wir uns jeweils regelmässig mit den anderen Ferienpass-Organisatoren aus dem Kanton getroffen», sagt Anna Frey. «Wegen Corona haben wir das persönliche Treffen nachher aber ins Internet verlegt. Doch wir hoffen alle, dass wir da vielleicht bald mal wieder näher zusammenrücken.» Die Digitalisierung hat auch vor dem Ferienpass nicht Halt gemacht. So sind die gedruckten Büchlein, die vorher jeweils per Post gekommen sind, inzwischen verschwunden und die Kinder können sich nur noch im Internet für ihre gewünschten Kurse registrieren. Was aber auch im 30. Jahr des Ferienpasses gleich geblieben ist, nicht nur wegen den Kursen, lohnt sich laut Jacqueline Weber der Ferienpass für die Kinder auf jeden Fall. «Für die 20 Franken Anmeldegebühr kriegen die Kids noch das Generalabonnement für die ganzen Sommerferien obendrauf. Das heisst, sie können für einen ganzen Monat gratis im Kanton herumfahren, auch wenn sie nicht gerade an einem Kurs teilnehmen.» So können die Kinder nicht nur spezielle und prägende Augenblicke an den Kursen erleben, sondern auch sonst mit den Eltern einen unvergesslichen Sommer erleben und ganz nebenbei noch Graubünden kennenlernen. Weitere Informationen zum Ferienpass gibt’s unter www.praettigau.feriennet.projuventute.ch.

Christian Imhof