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Untervaz
22.05.2022
23.05.2022 10:43 Uhr

Löwenzahnhonig und -sirup selbstgemacht

Wenn die Gläser gut desinfiziert sind und der Löwenzahnhonig kühl und dunkel gelagert wird, sollte dieser etwa sechs bis zwölf Monate haltbar sein.
Wenn die Gläser gut desinfiziert sind und der Löwenzahnhonig kühl und dunkel gelagert wird, sollte dieser etwa sechs bis zwölf Monate haltbar sein. Bild: N. Rupp
Im Frühling fängt alles an zu blühen. Die Bienen fliegen, arbeiten hart und produzieren feinen Honig.

Sammeln und Vorbereitung

Der schönste Part ist immer das Sammeln der Löwenzahnblüten. Ich sammle immer auf Wiesen, wo es wirklich viel Löwenzahn hat, damit es dort, wenn ich mit Sammeln fertig bin, so aussieht, als hätte ich nicht gesammelt. Wichtig ist auch, dass die Blüten ganz offen sind. Das heisst, am besten an sonnigen Tagen sammeln. Anfang Frühling findet man die Löwenzahnblüten auf fast allen Wiesen. Je später die Jahreszeit wird, desto höher muss man gehen, um Löwenzahnblüten zu finden. Doch auch noch Anfang Sommer finde ich oft mit Wandern noch welche. In den Löwenzahnblüten befinden sich immer gerne kleine schwarze Käfer. Damit diese eine Chance zum Überleben haben, breite ich die Blüten immer auf dem Gartentisch aus und bewege diese immer wieder, damit die meisten Käfer davonfliegen können. Anschliessend wasche ich die Blüten unter kaltem Wasser. Wichtig ist, dass keine Stiele mehr dran sind, weil diese dem Honig einen bitteren Geschmack geben.

Herstellen

Wasser in einen grossen Topf geben, erhitzen und anschliessend die Blüten dazugeben. Die Zitronen und Orangen werden in Scheiben geschnitten und ebenfalls in den Topf gegeben. Jetzt 40 Minuten köcheln lassen. Danach wird der Topf abgedeckt und für 24 Stunden stehen gelassen, damit der Geschmack stärker wird. Nun werden die Blüten, Zitronen und Orangen herausgesiebt und über dem Topf ausgewrungen. Zu dem gewonnenen Saft kommt der Zucker hinein. Es wird Sirup-artig eingekocht, auf mittlerer Stufe etwa 60–90 Minuten. Sehr wichtig ist, dass die Masse immer wieder gerührt wird. Wenn man wie ich nur 500 Gramm Zucker anstelle der im Originalrezept vorgegebenen 800 Gramm verwendet, dauert das Einkochen länger, das heisst 90–120 Minuten. Weil beim längeren Einkochen etwas mehr Wasser verdampft, kommt bei mir auch immer ein Zentiliter mehr Wasser in den Topf. Der längere Aufwand des Einkochens lohnt sich, denn rein geschmacklich erkennt man keinen Unterschied. Die Konsistenz kann etwas flüssiger sein. Wenn man die dickere, cremige Variante bevorzugt, sollte man entweder die Zuckermenge des Originalrezepts verwenden oder noch länger einkochen. Bevor der Honig abgefühlt werden kann, die Einmachgläser mit heissem Wasser spülen. Abfüllen, verschliessen und abkühlen lassen.

Am besten sammelt man Löwenzahnblüten an sonnigen Tagen, weil sie dann offen sind. Bild: N. Rupp

Löwenzahnsirup

Aus den Löwenzahnblüten kann auch ein Sirup hergestellt werden, der für ein erfrischendes Getränk einfach mit Wasser vermengt werden kann. Auch eignet sich dieser für Cocktails oder er verleiht dem Salatdressing eine extra Note. Die Herstellung des Sirups weicht nur leicht von der des Honigs ab.

Für 800 ml Löwenzahnsirup:
200 Löwenzahnblüten
1 unbehandelte Bio-Zitrone
750 ml/1liter Wasser
500/300 Gramm Zucker
Glasfläschchen

Wasser, die in Scheiben geschnittene Zitrone und den Zucker zum Kochen bringen, immer gut umrühren. Nach etwa zehn Minuten vom Herd nehmen und die Blüten dazugeben, rühren bis alle Blüten mit Sirup getränkt sind. Mit einem Tuch abdecken und für 24 Stunden stehen lassen. Anschliessend die Blüten und die Zitrone aussieben und gut auswringen. Den Sirup nochmals für etwa fünf Minuten köcheln lassen und in die heiss ausgespülten Glasfläschchen abfüllen. Anstelle der Löwenzahnblüten können auch Lavendel- oder Holunderblüten verwendet werden.

Nerea Rupp